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Wir verlieren

Freitag, 30.Juli 2010, 11:45 Uhr
Thüringen gehen bis zum Jahr 2030 fast 400.000 Menschen "verloren". Diese Prognosen sind jetzt veröffentlicht worden. Wir haben die Zahlen , auch die für den Landkreis Nordhausen und den Kyffhäuserkreis...

Die Übersicht

Die Ergebnisse der Bevölkerungsvorausberechnungen für die Landkreise und kreisfreien Städte auf Basis der 12. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung (12. kBV) liegen nunmehr vor. Die Vorausberechnungen basieren auf dem fortgeschriebenen Bevölkerungsstand zum 31.12.2008 und reichen bis zum Jahr 2030.

Die Entwicklung der Bevölkerung in den einzelnen Kreisen Thüringens wird bis zum Jahr 2030 sehr unterschiedlich verlaufen. Einzig die kreisfreien Städte Erfurt, Jena und Weimar können von 2009 bis 2030 mit 2,8 Prozent, 6,6 Prozent und 9,5 Prozent Bevölkerungszuwächse verzeichnen. Für alle anderen kreisfreien Städte und alle Landkreise ist im Vorausberechnungszeitraum ein Bevölkerungsverlust zu erwarten. Dieser reicht von 42,0 Prozent in der Stadt Suhl bis 5,1 Prozent in der Stadt Eisenach.

Gab es im Landkreis Nordhausen im vergangenen Jahr noch 90.357 Einwohner, so werden es im Jahr 2030 nur noch 74.586 Personen sein, das ist ein Verlust von 17 Prozent der jetzigen Einwohnerzahl. Im Kyffhäuserkreis sieht es noch dramatischer aus. Hier geht Einwohnerzahl von 82.850 auf dann auf 53.494 zurück, ein Verlust von mehr als einem Drittel der jetzigen Bevölkerung. Für Thüringen insgesamt ergibt sich somit ein Bevölkerungsverlust von 2009 bis zum Jahr 2030 von 18,1 Prozent.

In allen Landkreisen und kreisfreien Städten werden im Vorausberechnungszeitraum mehr Menschen sterben als geboren werden. Verschärft wird der Prozess des Bevölkerungsrückgangs in allen Landkreisen (außer dem Ilm-Kreis) und den kreisfreien Städten Gera und Suhl durch zu erwartende Wanderungsverluste. Die kreisfreien Städte Erfurt, Jena, Weimar und Eisenach sowie der Ilm-Kreis werden im Vorausberechnungszeitraum einen Wanderungsgewinn verbuchen können. Für die Städte Erfurt, Jena und Weimar wird dieser Wanderungsgewinn ausreichen, um den Sterbefallüberschuss zu kompensieren.

Charakteristisch für die Entwicklung in den nächsten Jahren ist ebenso die zunehmende Überalterung, die sich u.a. im Durchschnittsalter widerspiegelt. Die „älteste“ kreisfreie Stadt im Freistaat wird im Jahr 2030 die Stadt Suhl mit einem Durchschnittsalter von 61,4 Jahren sein. Die „jüngste“ kreisfreie Stadt wird im Jahr 2030 die Stadt Erfurt mit durchschnittlich 46,8 Jahren sein.

Der durchschnittlich „älteste“ Landkreis wird im Jahr 2030 der Kyffhäuserkreis mit 57,0 Jahren sein. Der Landkreis Ilm-Kreis wird mit 50,2 Jahren das niedrigste Durchschnittsalter aufweisen.