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Do, 00:02 Uhr
02.02.2012

Dreiklang in Sondershausen

Im Café des neuen Gästehauses der Thüringer Landsmusikakademie in Sondershausen wurde gestern die Tür für eine völlig neue Welt der Förderung junger Komponisten aufgestoßen. Die Einzelheiten hat gestern nnz/kn erfahren...

Kompositionsstipendium 2012 (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Kompositionsstipendium 2012 (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Das Ambiente stimmte, auch wenn es s...kalt war, aber die Sonne strahlte vom kalten Februarhimmel von Sondershausen. Zahlreiche Medienvertreter von Presse, Funk und Fernsehen hatten sich eingefunden und blickten in strahlende Gesichter. Was war geschehen?

Kompositionsstipendium 2012 (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Kompositionsstipendium 2012 (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Der Geschäftsführer der Glückauf Sondershausen Entwicklungs- und Sicherungsgesellschaft mbH (GSES), Prof. Dr-Ing. Jan-Henrich Florin, der Intendant und Geschäftsführer des Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen GmbH, Lars Tietje, und der Direktor der Landesmusikakademie Thüringen, Prof. Dr. Eckart Lange, unterzeichneten eine Vereinbarung zur Förderung überwiegend junger Komponisten, und der Generalmusikdirektor des Loh-Orchester, Markus L. Frank, wird das Ganze mit seinen Musikern zu Gehör bringen.

Um was geht es? Junge Komponisten stehen oft vor einem Problem. Für die von ihnen geschaffenen Werke finden sie oft keinen größeren Klangkörper, der die größeren Kompositionen spielt, sieht man von 10 Minuten-Stücken vor Konzerten mal ab. Oder die jungen Komponisten spielen ihre Stücke nur auf eignen Festivals im kleinen Kreis, ohne die "normale" Musikwelt zu erreichen, erläuterte Prof. Dr. Eckart Lange in einem Mediengespräch diese Situation.

Kompositionsstipendium 2012 (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Kompositionsstipendium 2012 (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Vor diesem Hintergrund hatten Prof. Dr. Florin und Prof. Lange eine Idee entwickelt. Wir als Berg- und Musikstadt sollten auch für junge Komponisten ein Zeichen setzen. Es soll etwas geschaffen werden, was in der Region entsteht und der Region verbleibt. Idee war, nicht nur eine Komposition auszuschreiben, sondern sie sollte auch mit der Region verbunden sein und hier entstehen. Und als Zielgruppe werden überwiegend junge Komponistinnen und Komponisten angesehen, für die es aber strenggenommen keine Altersbeschränkungen geben soll.

Ein fünfköpfige Jury soll ermitteln, welche zwei junge Komponisten die Gelegenheit bekommen sollen, in einem Zeitraum von einem Vierteljahr eine Komposition zu schreiben, die, und das steht als weitergehendes Ziel, bei Eignung auch gleich durch das Loh-Orchester aufgeführt werden soll. Die Bergwerksgesellschaft wird dazu ein neugeschaffenes Sondershäuser Kompositionsstipendium 2012 ausreichen. "Mit den Stipendien sollen konkrete, besonders anspruchsvolle Kompositionsvorhaben unterstützt werden, deren Ergebnisse auch vor Ort aufgeführt werden sollen. Die Ausschreibung wendet sich an begabte und interessierte vorwiegend jüngere, noch nicht etablierte Komponistinnen und Komponisten, denen ein intensiver künstlerischer Arbeitsprozess ermöglicht werden soll."

Die Präsentation des Arbeitsergebnisses soll zeitnah nach Abschluss des Aufenthaltes durch das Lohorchester Sondershausen erfolgen. Als Anreiz soll eine Art "Zielprämie" dienen. Insgesamt stehen in Summe jeweils 5.000 Euro als Aufenthaltsstipendium an der Landesmusikakademie zur Verfügung. Nach Recherchen von Prof. Dr. Florin ist so eine Förderung deutschlandweit noch nicht bekannt, als ein Alleinstellungsmerkmal für Sondershausen. Unter Einbeziehung der Landesmusikakademie (u.a. Martina Langenberger) war das Konzept in den letzten drei bis vier Monaten erarbeitet worden.

In Kurzform brachte es Prof. Dr. Lange in eine Formel: Die Bergwerksgesellschaft stellt Idee und Mittel, die Landesmusikakademie liefern die musikalische Hilfestellung einschließlich Übernachtung und das Loh-Orchester setzt die Komposition um, ein schöner Dreiklang, wie er sagte. Markus L. Frank zeigte sich begeistert über diese Möglichkeit für junge Komponistinnen und Komponisten. Er bot auch gleich an, dass man in diesem Vierteljahr sich auch schon Mal zusammensetzten kann, um einige Klangmöglichkeiten ausprobieren zu können.

Die zwei Teilnehmer werden durch die Jury unter den sich bewerbenden Komponistinnen und Komponisten ausgewählt, die aus ganz Europa kommen könnten. Zur Jury werden Markus L. Frank, Prof. Dr. Florin, Prof. Dr. Lange und zwei noch zu benennende Komponisten gehören. Auch wenn die zwei Teilnehmer hier in der Region in dem Vierteljahr agieren sollen, wird es keine thematische Vorgabe geben. Das Resultat könnte also auch ein Musical sein. Es muss nicht sein, aber es wäre eine schöne Option, wenn die Uraufführung im Konzertsaal des Erlebnisbergwerkes stattfinden würde, so Prof. Dr. Florin. Das letzte Wort darüber habe die Musiker, denn die Musik muss zum Ambiente und den Klangmöglichkeiten des untertägigen Konzertsaals passen.

Kompositionsstipendium 2012 (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Kompositionsstipendium 2012 (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Die Bewerbung muss bis 1. April bei der Landesmusikakademie sein. Als weiterer Zeitrahmen wurde ins Auge gefasst, dass August / September die erste Komponistin / Komponist hier in Sondershausen tätig wird und dann im Dezember das Werk vorliegt. Vor April 2013 ist aber kaum zu rechnen, dass dan das Werk aufgeführt werden könnte, da das Loh-Orchester seine Aufgaben langfristig für die Spielzeiten einsetzen muss. Eine schöne Option wäre, so Prof. Dr. Lange, wenn die beiden dann ausgewählten Komponisten zeitlich überlappend in der Region sind.

Übrigens sollen die finanziellen Mittel auch dazu dienen, sich in der Region zu bewegen, auch mal zu Konzerten z.B. nach Erfurt oder Weimar zu fahren, um sich so auch in der Region einbringen zu können. Einbringen könnte auch heißen, mal einen klein Workshop in einer Klasse eines Gymnasiums oder vielleicht einer Musikschule abzuhalten. Von den Stipendiaten wird erwartet, dass sie in angemessenen Abständen vom Stand ihrer Arbeit berichten und sich in das Kulturleben der Stadt Sondershausen aktiv einbringen, so heißt es in den Ausschreibungsbedingungen (siehe Flyer im PDF-Format).


Man darf auf das Ergebnis gespannt sein. In jedem Fall ist es eine gute Möglichkeit für die Musikstadt Sondershausen sich in der Musikwelt noch weiter Gehör und Ansehen zu verschaffen. Die Voraussetzungen sind bestens, denn es gibt keine Landesmusikakademie in Deutschland, die auch ein großes Orchester in unmittelbarer Nähe hat. Das schafft nicht mal Berlin, so Prof. Dr. Eckart Lange abschließend.
Autor: khh

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