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Di, 00:31 Uhr
27.10.2015
Neues aus Bad Frankenhausen

Sachliche Diskussion bei Einwohnerversammlung (1)

Das Interesse war groß, der Saal im Rathaus der Stadt Bad Frankenhausen reichte gerade mal aus um die Besucher zu fassen. Es ging allein um das Thema Flüchtlinge in Bad Frankenhausen...

Auffällig bereits vor dem Rathaus, keine Plakate, Demo oder ähnliche Bekundungen für oder gegen Flüchtlinge und soweit das kn beobachten konnte, keine sichtbare Polizeipräsenz.

Die Eröffnung der Einwohnerversammlung und die Begrüßen der Gäste nahm Bürgermeister Matthias Strejc (SPD) vor. Obwohl er gut vorgesorgt hatte, statt der Bestuhlung mit 180 Plätzen hatte er 300 Plätze vorbereiten lassen, zogen es doch einige Gäste vor, angesichts des vollen Saales wieder nach Hause zu gehen.

Strejc machte aber auch bei der Eröffnung bereits klar, wie machen hier ein Fragestunde für die Bürger und lange Statements sollten vermieden werden.
Strejc: "Wir sind sehr tolerante Menschen hier in Bad Frankenhausen und kennen die Demokratie."
Er bat klar, es möchten doch bei den Fragen sich nur Bürger der Stadt Bad Frankenhausen melden.

Unter den Gästen war auch viel politische Prominenz, so die Bundestagsmitglieder des Kreises Kersten Steinke (Die Linke), Johannes Selle (CDU) und Steffen-Claudio Lemme (SPD), sowie die Landtagsmitglieder Gudrun Holbe (CDU) und Dorothea Marx (SPD), sowie Kreistagsmitglieder und Stadträte der Stadt Bad Frankenhausen. Seitens der Kirche nahm u.a. Superintendent Kristóf Bálint teil.

Er erinnerte an das Begrüßungsfest für die Flüchtlinge in Bad Frankenhausen und dankte den vielen Helfern für das organisieren des Fest und der vielen Hilfsaktionen, wie dem Spenden sammeln. Besonders erwähnte er die ehrenamtlichen Helfer welche von Montag bis Freitag vormittags die Flüchtlinge in Deutsch unterrichten, sowie der Paracelsus Schule, die einen Rum stellt.

Sachliche Diskussion bei Einwohnerversammlung (1) (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Dann gab Landrätin Antje Hochwind (SPD) einen aktuellen Überblick. Sie wolle Ängste abbauen und mögliche Probleme mitnehmen. Sie erinnerte daran:
- Der Landkreis ist verpflichtet, Flüchtlinge unterzubringen.
- Seit 2007 bringt der Landkreis Flüchtlinge unter und das hauptsächlich in Rockensußra, bei 250 Einwohnern, fast 100 Flüchtlinge. Abgesehen von kleinen Probleme (Müll) gab es im Ort keine Differenzen und die Einwohner sprachen sich dafür aus, weitere Flüchtlinge auf zu nehmen.

Sie informierte über die steigenden Flüchtlingszahlen von mal 44 pro Monat bis 100 pro Woche. Über viele Aktivitäten des Kreises hatte kn bereits berichtet:
- Unterbringung im ehemaligen Lehrlingswohnheim in Sondershausen
- das Anmieten von Wohnungen
- die mögliche Unterbringung in ehemaligen Schulen in Schernberg, Göllingen und Reinsdorf.

Das Anmieten von Wohnungen war auch der Inhalt einer Bürgerfrage, ob denn die Wohnungsbesitzer sich eine "goldene Nase" verdienen. Verwaltungsleiter Dr. Heinz-Ulrich Thiele, wir zahlen soviel, wie auch für Hartz IV Empfänger gezahlt wird (rund 4 Euro / Quadratmeter).

Wo werden die Flüchtlinge in Bad Frankenhausen untergebracht und wie viele sind es bereits?

Es sind 69 Flüchtlingen im Schackenfeld /Tischplatt untergebracht, davon 52 aus Syrien und der Rest aus dem Irak, die alle aus einem Kriegsgebiet stammen.

Romy Schröder, die Ausländerbeauftragte des Landratamtes, gab einen Überblick, woher die Flüchtlinge im Kyffhäuserkreis stammen:
Unter anderem, 7 aus Pakistan, 344 aus Syrien, 74 aus Somalia, 39 aus Tschetschenien, 54 aus dem Irak und 73 aus Eritrea.

Alle Fragen, und die gegebenen Antworten kann man nicht in einem Artikel unterbringen. Lesen Sie bitte Teil 2 des Berichtes.

Fortsetzung folgt. Hier Teil 2
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