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So, 00:34 Uhr
06.03.2016
Nordthüringer Kulturnacht

Heinz Zander Wanderungen auf vergessenen Wegen

Mit einer wieder interessanten Ausstellung im Panorama Museum Bad Frankenhausen wird zur Nordthüringer Kulturnacht 2016 ein echter Leckerbissen geboten...


Die Ausstelung im Panorama Museum Bad Frankenhausen können Sie in der Zeit vom 12. März 12. Juni 2016 besichtigen...

Die Vernissage findet am SAMSTAG, den 12. MÄRZ, 16:00 UHR IM AUSSTELLUNGSSAAL statt.

In der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts kam es im Gegenzug zu Abstraktion und Realismus auch zu einer Neubewertung der Tradition im Geist des Manierismus. Kaum ein anderer Künstler ist in der Kultivierung eines stilbewussten Stils dabei so weit gegangen wie Heinz Zander (geboren 1939, tätig in Leipzig), der nicht nur als Maler, Grafiker und Zeichner einen Namen hat, sondern auch als Autor von Romanen und Erzählungen hervorgetreten ist.

Heinz Zander  Wanderungen auf vergessenen Wegen (Foto: © VG Bild-Kunst Bonn)
Foto: Heinz Zander Pastorale, 1994 Öl auf Leinwand, 74 x 81 cm © VG Bild-Kunst Bonn, 2016

Heinz Zander erweist sich dabei als Protagonist jenes quasi postmodernen »Leipziger Manierismus«, der gegründet ist auf Tradition, doch mehr noch auf Subjektivität, Eigenart und Selbstreflexion im Streben nach einem Besonderen, nach Seltsamkeiten, nach Artifizialität, metaphorischer Phantastik und archetypischer Gegenständlichkeit. Die Wurzeln dieser auch interpretatorisch anspruchsvollen Kunstwelt sind dabei keineswegs nur auf den Manierismus des 16. Jahrhunderts beschränkt.

Die Inspirationsfelder zeigen sich weitaus vielgestaltiger und differenzierter. Literarische Anregungen verbinden und durchdringen sich mit Elementen der Szenografie und des Theaters, kunsthistorische Überlieferungen mit ästhetischen Traktaten und einer zuweilen uferlos schweifenden bildnerischen Phantasie.

Bild- und Erzählstrategien der Renaissance und des Barock überlagern sich mit Stilformen des Symbolismus und der Romantik. Hinzu kommt das Ineinander von antiker Mythologie, mittelalterlicher Sagenwelt und märchenhaften Geschichten, das auf einer höchst subjektiven und oft auch betont rätselhaften, komplizierten gedanklichen Sinngebung beruht, die im Geiste Umberto Ecos voller Ironie und ohne Unschuld ist und Zanders Werk in den Kontext eines künstlerischen Phänomens von zumindest europäischen Dimensionen rückt: einen postmodernen abendländischen Neo-Manierismus.

Im Laufe seines Schaffens ist so ein immenses Werk entstanden, das einer anderen Zeit, einer vergessenen Welt, einem verwunschenen Paradies entsprungen scheint. Unter dem Titel „Wanderungen auf vergessenen Wegen“ präsentiert das Panorama Museum nunmehr über 150 Werke des Künstlers, darunter 75 fast ausnahmslos noch unpublizierte Gemälde aus immerhin 35 Schaffensjahren (von 1979 bis heute) und 30 Zeichnungen, feinste ästhetische Präparate in Grafit, entstanden hauptsächlich in den Achtzigern. Hinzu kommen mehr als 40 Radierungen aus der Zeit von 1966 bis 1994, die sämtlich aus dem umfangreichen Sammlungsbestand des Panorama Museums stammen.

Gerd Lindner
Direktor Panorama Museum
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