nnz-tv Eichsfelder Nachrichten Mansfeld-Südharz-Zeitung neue nordäuser zeitung Unstrut-Hainich Zeitung
Fr, 13:18 Uhr
11.03.2016
Frühlingszeit ist Pkw-Verkaufszeit:

Den Startschuss nicht verpassen

Im Winter ist das Geschäft mit Gebrauchtwagen träge. Viele Interessenten warten den Frühling ab, um gebrauchte Pkws zu besichtigen. Verkäufer sollten den Startschuss nicht verpassen…


Traditionell interessieren sich im Winter wenige Deutsche für einen Gebrauchten. Das Wetter ist schlecht, das Tageslicht begrenzt – richtig ansehen und testen kann man einen Gebrauchtwagen nicht. Aus diesem Grund warten die meisten Menschen den Frühling ab.

In diesem Jahr fiel das Wetter entgegen der Tradition sehr mild aus. Schnee gab es kaum und die Gebrauchtwagensaison könnte etwas früher beginnen. Wer zu den Ersten gehören möchte, die ihren Pkw anbieten, sollte die Vorbereitungen frühzeitig treffen.

Die Deutschen lieben Autos, das ist weltweit bekannt. Nur wenige Menschen ahnen, wie beliebt Gebrauchtwagen sind: Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt erfolgten 95 Prozent aller Besitzumschreibungen im Jahr 2015 an Privatpersonen.

Da der Gebrauchtwagenankauf überwiegend von privat stattfindet, müssen Verkäufer und Käufer einige Regeln beachten. Laut diesem Artikel zum Thema Gebrauchtwagenankauf besteht der Verkauf aus vier Schritten:
  • Gebrauchten auf den Verkauf vorbereiten
  • Preis ermitteln und Inserat einstellen
  • Probefahrten mit Interessenten machen
  • Kaufvertrag unterschreiben
Jeder Schritt erfordert wissen und Vorsicht, damit keine der beiden Seiten einen Nachteil erleidet oder gar Probleme bekommt.

1. Auto auf Verkauf vorbereiten
Für Autofahrer bietet der März mit seinen wärmeren Temperaturen die ideale Gelegenheit, den Frühjahrsputz auszuführen. Wer seinen Pkw verkaufen möchte, muss ihn ein letztes Mal aufbereiten. Experten zufolge erhöht ein gepflegter Zustand den Fahrzeugwert um mehrere hundert Euro. Die Investition lohnt sich also.

Für die Reinigung benötigen Autobesitzer in der Regel nur ein wenig Zeit – das Wochenende bietet sich dafür an. Je nach Zustand des Fahrzeugs gibt es zwei zentrale Aufgaben:
  • äußere Reinigung
  • Pflege des Innenraums
Die erste Aufgabe ist mit einem Besuch in der Waschstraße schnell erledigt. Etwas mehr Aufwand bedarf die Pflege des Autoinneren. Winterdreck, Mief und andere negative Aspekte müssen eliminiert werden. Laut der Zeitschrift AUTOStraßenverkehr helfen dabei Hausmittel wie Zwiebeln (Scheibe säubern), Shampoo (Flecken auf Sitzpolstern) sowie Kaffee (Alternative zu Duftbäumchen).

2. Preis ermitteln und Anzeige schalten
Die größte Hürde für Pkw-Verkäufer ist die Preisermittlung des Gebrauchten. Wie viel ist er noch wert? Eine Frage, die mit verschiedenen Mitteln beantwortet werden kann. Der ADAC besitzt eine Datenbank mit Preisen für Gebrauchtwagen. Dabei werden jedoch keine Besonderheiten berücksichtigt. Als zusätzlich Maßnahme zu Preisermittlung sollten Verkäufer ähnliche Pkw-Angebote im Internet recherchieren. Bei teuren Gebrauchtwagen lohnt es sich, sein Fahrzeug von einem Gutachter bewerten zu lassen. Seine Bescheinigung ist gut als Basis für eine spätere Verhandlung geeignet.

Nachdem der Preis feststeht, müssen Verkäufer eine Anzeige schalten. Dazu bieten sich zahlreiche Portale im Internet an. Folgendes ist zu berücksichtigen:
  • Viele Fotos von dem Pkw schießen und dabei auch Mängel festhalten.
  • Alle Angaben wahrheitsgemäß und nach bestem Wissen machen.
  • Die Fahrzeugbeschreibung so ausführlich wie möglich verfassen.
3. Probefahrten mit Interessenten machen
Es ist verständlich, dass Menschen, die an einem Gebrauchtwagen interessiert sind, diesen testen möchten. Aus diesem Grund vereinbaren sie schnell eine Probefahrt. Sie rechnen dabei nicht, dass sie ohne eine schriftliche Probefahrtvereinbarung Probleme bekommen können.

Privatpersonen können für Schäden an einem privaten Fahrzeug, die durch sie entstanden sind, haftbar gemacht werden. Mit einer schriftlichen Vereinbarung ist es möglich, sich von einer solchen Haftung zu befreien.

Das Risiko besteht nicht nur für Interessenten, sondern auch Verkäufer. Sie sollten sich die Fahrerlaubnis zeigen lassen, bevor sie jemanden ans Steuer ihres Gebrauchten lassen. Ansonsten riskieren sie, auf den Schäden sitzen zu bleiben.

4. Kaufvertrag unterschreiben
Für den Besitzwechsel eines Fahrzeugs zwischen zwei Privatpersonen ist anders als beim Hauskauf kein Notar vonnöten. Das Problem: Zwei juristische Laien machen ein Geschäft. Nicht selten werden Sätze formuliert, die vor Gericht problematisch sind.

Große Vorsicht gilt beim Thema Unfallfreiheit: Leider gibt es keine gesetzliche Orientierungshilfe, ab wann Autoverkäufer über einen Schaden aufklären müssen. In einem Gerichtsurteil wurde festgelegt, dass ein Karosserieschaden von mehr als 1.700 Euro keine Bagatelle ist. Bagatellschäden sind geringfügige Schäden an der Karosserie, zum Beispiel Lack- oder Blechschäden. Diese dürfen die Fahrleistung des Autos nicht beeinflussen.

In der Vergangenheit versuchten Verkäufer immer wieder, Schäden zu verheimlichen. Verbraucher, die diese entdeckten, klagten Jahre nach dem Kauf und gewannen die Prozesse, wenn sie ausreichende Beweise vorbringen konnten, dass der Verkäufer diese absichtlich verschwiegen hatte. Eine Liste zu gerichtlichen Entscheidungen zu diesem Thema gibt es hier.

Die Interessenten lassen auf sich warten

Falls Gebrauchtwagenverkäufer alle Informationen befolgt haben und niemand Interesse an ihrem Fahrzeug zeigt, müssen sie nun prüfen, woran das liegen könnte. Einige Gründe:
  • es handelt sich um ein unbeliebtes Fahrzeugmodell
  • der Preis ist zu hoch angesetzt
  • das Fahrzeug ist in der Region nicht gefragt (zum Beispiel Allradantrieb in der Stadt)
  • das Fahrzeug ist zu alt
Wer sein Auto nicht verkaufen kann, dem bleiben noch einige Alternativen: Das Auto an einen Ankäufer veräußern oder es bei einem Händler in Zahlung geben.
← zum Nachrichtenüberblick
→ Druckversion

Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.
→ Kommentar hinzufügen



Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.