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Mo, 10:16 Uhr
12.09.2016
Deutscher Familienverband

Familien sollen zügig entlastet werden

Kinder haben ein Recht, gesund und finanziell abgesichert aufzuwachsen. Doch obwohl Eltern alles für das Wohl ihres Nachwuchses tun, nimmt laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung die Kinderarmut in Deutschland weiter zu...


„Familien als Säulen unserer Gemeinschaft brauchen nicht nur dringend finanzielle Stabilität“, fordert Dr. Klaus Zeh, Präsident des Deutschen Familienverbandes (DFV). „Sie brauchen auch einen Staat, der sie und ihre Erziehungsleistung anerkennt und wertschätzt - und das in der Schwerpunktsetzung seiner Politik auch zeigt!“

Laut Studie sind vor allem Mädchen und Jungen aus kinderreichen Familien (36 Prozent) und Kinder von Alleinerziehenden (50 Prozent) von Armut bedroht. Und diese Armut hat langfristige Folgen für die Entwicklung und die Bildungschancen der Kinder. Das zeigt die Studie „Armutsfolgen für Kinder und Jugendliche. Erkenntnisse aus empirischen Studien in Deutschland“, die für die Bertelsmann Stiftung erarbeitet und nun ebenfalls präsentiert wurde.

Um Kinderarmut in Deutschland zu verhindern, müssen Familien zügig entlastet werden“, betont Zeh. Statt sie durch familienblinde Steuern und Abgaben arm zu machen, müssen der Kinderfreibetrag und das damit verbundene Kindergeld wie vom Bundesverfassungsgericht gefordert auf existenzsichernde Höhe angehoben werden! In den Beiträgen zu den Sozialversicherungen muss sich widerspiegeln, dass Eltern Kinder erziehen und damit neben der finanziellen auch eine generative Leistung erbringen.

Denn die Gemeinschaft baut auf Eltern und ihre Kinder. Doch immer weniger Menschen haben den Mut, eine Familie zu gründen. Der hessische Landessozialrichter a.D. und Rechtsexperte der Kampagne „Wir jammern nicht wir klagen!“, Dr. Jürgen Borchert, prägte daher den Begriff der doppelten Kinderarmut in Deutschland. Zum einen verarmen Eltern und damit ihre Kinder, zum anderen werden immer weniger Kinder geboren. „Dennoch verlässt sich der Staat mit seinem Sozialversicherungssystem auf die nachwachsenden Generationen“, kritisiert der DFV-Präsident. „Das ist nicht nur absurd, sondern mit Blick auf die Zukunft auch unverantwortlich!“
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Kommentare

12.09.2016, 11.19 Uhr
Gehard Gösebrecht | So ist das also
Da braucht man eine Stiftung, damit man feststellt, dass Kinder und Jugendliche in Deutschland nicht in Armut aufwachsen dürfen oder sollen. Wo sind denn die Volksvertreter, die eigentlich für die Problematik zuständig sind und sich in regelmäßigen Abständen selbständig die Diäten aus dem Steuertopf entnehmen? Wo ist denn da die gegenwertige Arbeitsleistung? So lange Kinder in Deutschland in Armut aufwachsen müssen, braucht die Politik die Verantwortung nicht auf Stiftungen u.ä. abwälzen. Dass in einigen Bundesländern wie z.B. in Niedersachsen es anscheinend kein hausgemachte Kinderarmut gibt, beweist wieder einmal das Wahlergebnis der gestrigen Komunalwahl. Da konnte sich mit Abstand die CDU trotz allgemeinversagens, über einen Wahlsieg freuen. Deutschlands Bürger sind eben nicht gleich aufgestellt und solange Opa und Oma noch in die Haushaltskasse mit einzahlen, sieht so manche Familie ihre schwierige soziale Lage nicht ein. Bloß dass Opa und Oma nicht ewig da sein werden.
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