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Mi, 16:25 Uhr
22.02.2017
Meldungen aus dem Landratsamt

Kippt die medizinische Akut- Versorgung in Bad Frankenhausen?

Und das ist nicht die einzige Frage. Landrätin und Bürgermeister Bad Frankenhausen sind besorgt und wenden sich in einem offenem Brief an Ministerpräsident und politische Entscheidungsträger wie Landtagsfraktionen und die Öffentlichkeit…

Kippt die medizinische Akut- Versorgung in Bad Frankenhausen? (Foto: Landratsamt Kyffhäuserkreis) Kippt die medizinische Akut- Versorgung in Bad Frankenhausen? (Foto: Landratsamt Kyffhäuserkreis)

Getuschelt wurde seit einiger Zeit, aber jetzt wird es öffentlich. Die Krankenhauslandschaft im Kyffhäuserkreis könnte gehörig auf den Kopf gestellt werden. Betroffen sein werden die DRK-Krankenhäuser Bad Frankenhausen, Sömmerda und Sondershausen.

Zwar sieht der Krankenhausplan Thüringens vor (im Dezember beschlossen), dass kein Krankenhaus geschlossen wird, was aber nicht heißt, des es speziell nicht doch gravierende Änderungen geben könnte.

Landrätin Antje Hochwind (SPD), Bürgermeister Matthias Strejc (SPD) und Verwaltungsleiter Landratsamt Dr. Heinz-Ulrich Thiele hatten deshalb heute die Presse zu einem Gespräch eingeladen.

Es sei zwar noch nichts entschieden, aber der Grundtenor lautet, dass, teils aus finanziellen Erwägungen heraus, eine Spezialisierung der DRK-Krankenhäuser im Kyffhäuserkreis und Sondershausen erfolgen könnte, so wie die Pläne einer Arbeitsgruppe aus DRK-Krankenhausgesellschaft, Krankenkassen und Landesregierung aussieht.

Nach ersten Plänen soll das Krankenhaus in Bad Frankenhausen zu einer Spezialklinik für Geriatrie (nur für ältere Menschen) werden. Unklar ist, ob und welche Abteilungen im Krankenhaus Bad Frankenhausen verbleiben können.

Sollte es keine Grund- und Regelversorgung (Akutversorgung) mehr geben, müssten alle akut Erkrankten und auch Unfallopfer aus dem Ostteil des Kyffhäuserkreises in die Krankenhäuser nach Sangerhausen, Sömmerda oder Sondershausen gefahren werden. Das würde erhebliche Transportzeiten ergeben und die Gesundheit der Bürger gefährden. Werden bei einer geriatrischen Klinik im Notfall jüngere Patienten abgewiesen? Stehen bei einer Spezialklinik für Geriatrie überhaupt noch genügend Ärzte rund um die Uhr für eine Notfallversorgung vor der Tür.

So ein Umstand könnte durchaus auch problematisch für die Kurstadt werden. Kurstadt und keine Akutversorgung. Eine ganz andere Dimension nimmt aber auch Gestalt an: Ein Bundeswehrstandort mit rund 600 Soldaten hätte vielleicht dann nicht mal mehr eine Notaufnahme für Akutbehandlungen?

In Sömmerda soll wahrscheinlich die Gynäkologie ausgebaut werden. Das könnte das Aus für die gleich Abteilung im Krankenhaus Sondershausen bedeuten. Es heißt so schön, erst bei über 800 Geburten „lohnt“ sich finanziell eine Geburtsklinik, aber Sondershausen zum Beispiel kommt „nur“ auf etwas über 400 Geburten pro Jahr.

Außerdem soll Sondershausen die bereits aufgebaute Geriatrie dann an Sondershausen abgeben.

Deshalb gibt es diesen offenen Brief von Hochwind - Landrätin Kyffhäuserkreis und Strejc Bürgermeister der Stadt Bad Frankenhausen :

Hier der komplette Wortlaut:

Offener Brief zur geplanten Strukturänderung der DRK Krankenhäuser im Kyffhäuserkreis

Die Gewährleistung der bedarfsgerechten Versorgung der Bevölkerung durch leistungsfähige Krankenhäuser ist gemäß § 2 des Thüringer Krankenhausgesetzes eine öffentliche Aufgabe des Landes und der Landkreise.

Die DRK gemeinnützige Krankenhausgesellschaft Thüringen Brandenburg mbH ist Träger von drei Thüringer Krankenhäusern in Sondershausen, Bad Frankenhausen und Sömmerda und vollzieht so in enger Abstimmung die gemeinsamen Aufgaben des Landes und der Landkreise.

Wir können verstehen, dass unter Berücksichtigung der demografischen Entwicklung in unserer Region die Krankenhäuser, auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht verstärkt zusammenarbeiten müssen, um weitere Spezialisierungen vorzunehmen und um Synergien
gemeinsam zu erschließen. Die erforderlichen Anpassungs- und Umwandlungsprozesse sollen
durch entsprechende Mittel finanziell unterstützt werden, so sollen notwendige Transaktionskosten zumindest teilweise kompensiert werden.

Im Rahmen einer neu gegründeten Projektgruppe unter Leitung der Krankenhausgesellschaft und unter Einbeziehung der Krankenkassen, des Verbandes der Ersatzkassen, des Betriebsrates und zeitweilig auch des Thüringer Ministeriums für Soziales, Familie und
Gesundheit wurde über die Umstrukturierung der Krankenhäuser und damit über die Verwendung der Krankenhaustrukturfondsmittel beraten.

Ohne die betriebswirtschaftliche Notwendigkeit bestimmter Veränderungsprozesse negieren zu wollen, fordern wir als Unterzeichner die weitere Absicherung der medizinischen Grund- und Regelversorgung im Rahmen der Daseinsvorsorge für alle Bürger des Kyffhäuserkreises. Auch weiterhin müssen beide Krankenhausstandorte im Kyffhäuserkreis als Standorte für die Akut- und Regelversorgung erhalten bleiben.

Darüber hinaus hat die Abteilung „Gynäkologie und Geburtshilfe“ am Standort Sondershausen, für den gesamten Landkreis einen besonderen Stellenwert und ist daher unbedingt am Standort zu erhalten.


Unter Berücksichtigung der räumlichen Ausdehnung des Kyffhäuserkreises und den
damit resultierenden langen Anfahrtswegen ist, auch im Rahmen der erforderlichen
Absicherung des Rettungsdienstes, eine mögliche Aufgabe der Grund- und Regelversorgung für uns nicht hinnehmbar.

Im Koalitionsvertrag der Landesregierung des Freistaates Thüringen wird ausgeführt, dass kein Krankenhausstandort in Thüringen geschlossen wird. Das bedeutet, dass die grund- und Regelversorgung flächendeckend auch im Kyffhäuserkreis vorzuhalten ist.

Darauf vertrauend fordern wir den Erhalt unserer Krankenhausstandorte mit ihren Hauptabteilungen in Bad Frankenhausen und Sondershausen und selbstverständlich auch der Abteilung Gyynäkologie und Geburtshilfe“ in Sondershausen.

Hochwind - Landrätin Kyffhäuserkreis
Strejc - Bürgermeister der Stadt Bad Frankenhausen


Für Strejc ist das Ergebnis der bisherigen Arbeitsgruppe noch unverständlicher. Hat es doch in einer Stellungnahme vom Geschäftsführer noch im Mai 2016 geheißen:

„Auf die medizinische Versorgung des KH Bad Frankenhausen kann in den nächsten Jahren keine Kasse verzichten.“
Dr. Uwe Bust
Geschäftsführer

Hier fragt man sich schwer besorgt, wird die medizinische Versorgung einer ganzen Region dem Kommerz geopfert? Sicher arbeiten große Spezialkliniken effektiver, aber die Akutversorgung so einzuschränken sollten sich die Politiker aber schwer überlegen.
Man will die Bürger im Kreis halten und verscheucht sie vielleicht mit einer verfehlten medizinischen Versorgung?

Und die ganze Sache liegt nicht in weiter Ferne! Schon im April will die Arbeitsgruppe den Entwurf vorlegen. Nicht viel Zeit um schlimmes für den Kyffhäuserkreis zu verhindern. Die Gebietsreform soll aber nicht dahinter stecken, wie Landrätin Hochwind sagte.
Autor: khh

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Kommentare
Frankw
22.02.2017, 22:45 Uhr
Nichts konkretes weiß man nicht...?
Warum verunsichert ihr die Bevölkerung mit Mutmaßungen ohne jegliche konkrete Fakten? Recherchiert erst mal richtig und sprecht mit den Verantwortlichen, bevor ihr solche Behauptungen in die Welt setzt!
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