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Di, 07:43 Uhr
28.02.2017
Jusos Kyffhäuserkreis positionieren sich

Jusos für Martin Schulz

Der Bundestagswahlkampf kommt ins Rollen. Wie die Jusos Kyffhäuserkreis zum SPD-Kanzlerkandidaten stehen hat kn in einem Interview mit dem Vorsitzenden der Jusos Bastin Volkmann erfahren...


Bastian Volkmann (Foto: Bastian Volkmann) Bei den Genossen der SPD ist der SPD-Kanzlerkandidat Schulz gut angekommen. Wie kommt er bei der jüngeren Generation, sprich Jusos an?

Wir sind begeistert. Mit Martin Schulz haben wir wieder einen Sozialdemokrat, der frischen Wind in den grauen Alltag der Bundespolitik bringt. Er ist die Stimme Europas und kann viele kommunal- und europapolitische Erfahrungen mit in das Kanzleramt nehmen.

Was macht SPD-Kanzlerkandidat Schulz besser als seine Vorgänger, die bisher an Merkel scheiterten?

Martin hat das große Talent, die Partei wieder zu vereinen und genau die Wähler anzusprechen, die sich abgehängt und enttäuscht fühlen. Er kommt aus der Mitte der Bevölkerung und spricht genau die Themen an, die lange unzureichend diskutiert wurden. Der mediale Hype um ihn spielt ihm dabei natürlich in die Karten, was aber nichts an seinen Qualitäten ändert. Er schwimmt nicht mit dem Mainstream und bewertet kritisch das Establishment, welches uns viele Wähler gekostet hat. Mit ihm hat Angela Merkel einen starken Kontrahenten in der Kanzlerwahl.

Was sind aus Sicht der Jusos die wichtigsten Aufgaben, die Schulz in Deutschland lösen muss?

Martin hat sein Wahlkampfthema ja nun deutlich formuliert. Er steht für soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit. Gerechte Löhne und angemessene Leistungsansprüche, Mindestrenten und gerechte Tarifverhandlungen, gleiche Bildungschancen und Ausbildungsperspektiven. Martin Schulz greift hier genau die richtigen Probleme auf und fordert soziale Lösungen.

Unterscheiden sich diese Aufgaben in wesentlichen Punkten von dem, was die Genossen der SPD erwarten?

Die Agenda 2010 wird nun auf den Prüfstand gestellt. Das verärgert viele etablierte Amtsträger, Genossinnen und Genossen. Es spiegelt aber auch sein Vorhaben, bestehende eingeschlafene Strukturen aufzubrechen und sie zeitgemäß zu aktualisieren. Er spricht nicht davon, die Agenda 2010 völlig rückgängig zu machen, sondern möchte sie neu bearbeiten und wichtige soziale Inhalte integrieren.

Gibt es von den Jusos spezielle Forderungen an Schulz?

Ja natürlich. Am wichtigsten ist uns, klare Kanten zu formulieren und Unterschiede zur Union hervorzuheben. Der Einheitsbrei der großen Koalition muss beendet werden. Wir wünschen uns die SPD zurück, wie sie Helmut Schmidt und Willy Brandt beschrieben haben.

Gibt es bereits eine Koalitionsaussage und gibt es dabei von den Jusos eine besondere Forderung?

Die letzten Umfragen bestärken uns in dem Wunsch einer neuen, linken Regierung. Mit rot-rot-grün kann eine echte Wende in Politik und Gesellschaft erreicht werden. Ein ausgeglichener Einfluss aller regierenden Parteien sowie konstruktive Kritik der Opposition sind Grundlage für funktionierende soziale Gerechtigkeit.

Wie wollen die Jusos Steffen-Claudio Lemme unterstützen, denn beim Wahlkreis ist ja mit dem Eichsfeldkreis eine "CDU-Hochburg" dabei?

Der neue Wahlkreis stellt uns vor eine Herausforderung, die wir voller Tatendrang angehen. Steffen-Claudio Lemme wird es natürlich etwas schwerer haben, viele Stimmen im Eichsfeld zu gewinnen. Doch seine Leistungen und Erfolge sprechen für sich und können überzeugen. In den letzten Jahren hat er unter anderem viele Bundesgelder in seinen Wahlkreis gebracht, das sollten die Wähler nicht vergessen. Wir Jusos stehen voll hinter ihm und unterstützen ihn, wo es nur geht. Das fängt beim Wahlkampf an und geht über gemeinsame Veranstaltungen und medialer Aufmerksamkeit bis zum Einzug in den Bundestag.

Wann setzt der offizielle Wahlkampf ein?

Der hat bereits begonnen. Seit Monaten wird daran gearbeitet und jetzt geht es an die Umsetzung. In den kommenden Wochen wird sich dann alles nur noch um die Wahl und die Wähler drehen.

Gibt es bereits eine Zielstellung, wie viel Prozent der Stimmen errungen werden sollen?
Für die Jusos sind utopische Zahlen wie 40 Prozent Motivation und helfen im Wahlkampf. Realistisch gesehen können wir uns aber mit 33 Prozent schon auf die Schulter klopfen. Wie viele Prozente letztendlich erreicht werden können hängt davon ab, wie viel Vertrauen in die Sozialdemokratie und ihren neuen Spitzenkandidat gelegt wird.

Bastian Volkmann (Foto)
Jusos Kyffhäuserkreis

kn: Vielen Dank!
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Kommentare

28.02.2017, 08.44 Uhr
Frank1966 | Martin Schulz soll nun...
...all das was sozialdemokratische Politik versäumt und versaut hat, in ihrer Zeit mit Regierungsverantwortung, wieder gerade biegen! Oder einfach nur mal ansprechen im Wahlkampf. Ich fand die Aussagen hier einfach nur geil, weil zwischen den Zeilen deutlich zu lesen ist, wie unfähig die SPD doch geworden ist.
Das Glück der SPD nach dem Wahlkampf weiter am Kuchen zu naschen besteht darin, das solange Koalitionen gesucht werden, bis das Schäfchen im Trockenen ist. Das die SPD die Postenrotation beherrscht, hat Sie doch eindrucksvoll bewiesen. Da die Hoffnung bekanntermaßen zuletzt stirbt, glaubt einfach weiter an einen "Messias" der in Brüssel unter anderem, durch scheinbaren Tagegeldbetrug zum Millionär geworden ist, Steuerungerechtigkeit nicht bekämpft und viele weitere unsägliche Taten vollbracht hat. Wer der Meinung ist, das dieser Typ irgend etwas geleistet hat, in oder für Europa, der sollte einfach weiter träumen.
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