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12.04.2017
Kriminalstatistik 2016

Die Hemmschwelle sinkt

Insgesamt 21.625 Straftaten erfasste die Polizei im vergangenen Jahr in Nordthüringen. Die schlechte Nachricht: die neuen Zahlen zeigen einen beträchtlichen Anstieg um rund 12%. Die gute Nachricht: die Aufklärungsquote ist trotzdem nur minimal gesunken. Sorgen bereitet den Beamten vor allem, dass die Hemmschwelle der Täter weiter zu sinken scheint...

Kriminalstatistik 2016 (Foto: Angelo Glashagel)

Insgesamt 21.625 Straftaten erfasste die Polizei im vergangenen Jahr in Nordthüringen. Die schlechte Nachricht: die neuen Zahlen zeigen einen beträchtlichen Anstieg um rund 12%. Die gute Nachricht: die Aufklärungsquote ist trotzdem nur minimal gesunken. Sorgen bereitet den Beamten vor allem, dass die Hemmschwelle der Täter weiter zu sinken scheint...

Verteilung Schwerpunktdelikte (Foto: Landespolizeiinspektion Nordhausen)
Verteilung Schwerpunktdelikte

Die Nordhäuser Landespolizeiinspektion erfasste im Jahr 2016 insgesamt 21.625 Straftaten, die Aufklärungsquote lag bei 64,5%. Das ist seit zwölf Jahren die höchste Zahl an Straftaten. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der aufgeklärten Fälle leicht gesunken. 2015 hatte man 65,3% der 19.231 erfassten Straftaten aufklären können. „Damit ist die Zahl der registrierten Straftaten gegenüber dem Vorjahr um 2394 Fälle, oder 12,4%, gestiegen. 1328 Straftaten begingen nichtdeutsche Tatverdächtige. Gegenüber dem Jahr 2015 ist das ein Anstieg von 554 Taten, oder um 69 Prozent“, sagte der Leiter der Landespolizeiinspektion Nordhausen, Detlev Schum.

Die Kriminalpolizei Nordhausen, einschließlich der Kriminalpolizeistation Mühlhausen, bearbeitete 4.623 Straftaten, mit einer Aufklärungsquote von 67,0 %. Dies entspricht einem Anteil von 21,4 % am Gesamtstraftatenaufkommen der LPI Nordhausen. Bei den bearbeiteten Straftaten handelt es sich vorwiegend um Delikte der Gewalt- und Schwerkriminalität. Den höchsten Bearbeitungsanteil am Gesamtstraftatenaufkommen der LPI Nordhausen weist erstmals die Polizeiinspektion Kyffhäuser mit 4.844 erfassten Fällen und einer Aufklärungsquote von 63,9 % auf.

Kriminalitätsentwicklung

Bei fast allen Schwerpunktdelikten ist ein Anstieg der Kriminalität zu verzeichnen.

Insbesondere bei den Diebstahlsdelikten (+487 Delikte = 8,1 %), den Vermögens- und Fälschungsdelikten (+574 Delikte = +19,4 %), den Körperverletzungen (+500 Delikte = +24,7%), Sachbeschädigungen (+345 Delikte = 16,7 %) und den Rauschgiftdelikten (+164 = +10,0%) sind erheblich mehr Straftaten begangen und bearbeitet worden.

Positiv ist der Rückgang bei den Straftaten Mord/Totschlag (7 Delikte = - 3 Delikte) und beim Wohnungseinbruchsdiebstahl (-59 Delikte = - 12,8 %) zu bewerten.

Kriminalstatistik der einzelnen Dienststellen (Foto: Landespolizeiinspektion Nordhausen)

Tatverdächtige

Insgesamt 74,1% aller Tatverdächtigen, insgesamt 6.680 von 9.017 Personen, waren Männer. Weibliche Tatverdächtige machten einen Anteil von 25,9% aus, insgesamt 2.337 Personen. Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen liegt mit 995 Personen bei 11,0%. Es ist der bisher höchste Stand, liegt aber im Vergleich mit den anderen Dienststellen in Thüringen noch im unteren Bereich. Auch hier dominiert das Delikt des Diebstahls. Dabei ist festzustellen, dass etwa zwei Drittel der Täter Straftaten innerhalb ihrer Tatortgemeinde begehen. Der überwiegende Teil der Tatverdächtigen waren Erwachsene.

Weniger Wohnungseinbrüche:Eigentumsdelikte stellen mit einem Prozentsatz von 30,2 % seit vielen Jahren den höchsten Anteil an der Gesamtkriminalität in Nordthüringen dar.

Die Diebstahlsdelikte sind mit einer Anzahl von 6.520 Delikten um 8,1 % (+487 Delikte) im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Insbesondere im Diebstahlsbereich werden immer wieder neue Kriminalitätsphänomene und Veränderungen in den Vorlieben der Täter festgestellt, um schnell zu Geld- und hochwertigen Sachwerten zu gelangen.

Ein zum Teil erheblichen Anstieg stellte man bei den Fahrraddiebstählen fest. Wurden 2015 hier noch 569 Delikte registriert, waren es 2016 insgesamt 731 Delikte, ein Plus von 28,5%. Beim Diebstahl in oder aus Wochenend- und Gartenhäusern verzeichnete man einen Anstieg von 35,5 % auf 347 Delikte im Jahr 2016. Auch auf Automaten hatten es Diebe vermehrt abgesehen, insgesamt 95 solcher Delikte weist die Statistik aus, ein Plus von 35,7%. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ging hingegen um 12,8 % zurück. 402 Fälle hatte die Polizei hier zu bearbeiten. Den positiven Trend begründete Kripo-Chef Detlef Grabs mit einer exzellenten Tatortarbeit seiner Kollegen, aufgrund derer viele osteuropäische Täter überführt werden konnten. Hier kann sich eine Aufklärungsquote von mehr als 40 Prozent mehr als sehen lassen. Bundesweit liegt sie zwischen 10 und 12 Prozent.

Internetkriminalität steigt erheblich:Bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten ist erheblicher Anstieg um 574 Straftaten auf 3.507 Straftaten zu verzeichnen. Insbesondere die Computerkriminalität über das Internet nimmt weiter zu, Straftaten des Warenbetruges verzeichneten einen Anstieg um 60,6 %. Bei den Computerbetrugsstraftaten ist seit Jahren ein Anstieg zu verzeichnen, 2016 hatte man es mit 535 Delikten zu tun, 207 Delikte mehr als im Vorjahr, ein Anstieg um 63,1 %.

Erfreulicherweise ist die Aufklärungsquote bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten mit 70,3 % leicht gestiegen und im Vergleich mit anderen Straftatenkategorien überdurchschnittlich hoch. Im Gegensatz zu vielen anderen Straftaten ist der Anteil der tatverdächtigen Frauen mit 35,8 % nach dem Diebstahl ebenso sehr hoch.

Jeder dritte Vandale ermittelt:Mit gestiegenen Fallzahlen hatte man es auch im Bereich Sachbeschädigungen zu tun. Im Jahr 2016 liefen 2.408 Fälle auf, das waren 345 mehr als im Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote stieg leicht auf 35,6 % an, durchschnittlich wurde also jeder dritte Täter ermittelt. Die Mehrzahl der Tatverdächtigen, insgesamt 76,9%, wohnten im selben Ort, in dem es zu den Sachbeschädigungen kam.

So viel wie noch nie:

Insgesamt wurden im Schutzbereich der LPI Nordhausen 164 Rauschgiftdelikte mehr als im Jahr 2015 registriert, ein Plus von zehn Prozent. Die Gesamtzahl der registrierten Straftaten in diesem Deliktbereich war noch nie so hoch wie im letzten Jahr. Die Aufklärung lag bei 96,9 % und ist nach wie vor auf einem hohen Niveau.

Als Tatverdächtige wurden 1.335 Personen ermittelt. Beim Betrachten der Aufteilung nach dem Geschlecht der Tatverdächtigen fällt auf, dass die Gruppe der Frauen mit 245 Fällen (Anteil 18,4%) nur einen geringen Teil gegenüber der Gruppe der Männer mit 1090 Fällen ausmacht. Beteiligt sind alle Altersgruppen. Bei Kindern bis 14 Jahre wurden insgesamt sieben Tatverdächtige erfasst.

In den Altersgruppen 14 Jahre bis 18 Jahre wurden insgesamt 174 Tatverdächtige ermittelt. Bei den heranwachsenden Jugendlichen im Alter von 18 Jahre bis 21 Jahre wurden 184 Tatverdächtige registriert.

Entwicklung in den Regionen

Nordhausen:Im Landkreis Nordhausen wurden im Jahr 2016 insgesamt 4.186 Straftaten aufgenommen und bearbeitet, 2015 waren es 4.062. Dies bedeutet einen leichten Anstieg von 124 Delikten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (+3,1%).

Dabei konnten bis zum Jahresende insgesamt 2.719 Straftaten aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote beträgt 65,0 % (Jahr 2015 – 62,5 %). Dabei wurden mit 1.822 Tatverdächtigen (2015= 1.892) 70 Personen weniger ermittelt.

Die allgemeinen Trends finden sich auch in Nordhausen wieder:
Straftaten gesamt4.186
Körperverletzung433
Diebstahl gesamt1.488
davon Ladendiebstahl274
davon Diebstahl aus Kfz147
davon aus Boden- und Kellerräumen190
aus Betriebs-/Büroräumen56
davon von Fahrrädern223
Betrug529
Sachbeschädigung472
davon Sachbesch. an Kfz178
Beleidigung181
Rauschgiftdelikte403

Unstrut-Hainich Kreis
In der Polizeiinspektion Unstrut-Hainich wurden insgesamt 4.631 Fälle bearbeitet und abgeschlossen. 2015 waren es 4.236 Fälle. Dabei lag die Aufklärungsquote bei 63,0 %. 2.916 Fälle konnten aufgeklärt und 2.092 Tatverdächtige ermittelt werden.


Den Schwerpunkt im Landkreis bilden die Diebstahlsdelikte die mit 1820 Fällen 39,3 % an der Gesamtkriminalität ausmachten und somit den Höchstwert unter den vier Polizeiinspektionen darstellt. Besonders betroffen waren Diebstähle von Fahrrädern (gesamt +74 Delikte = 34,4 % Steigerung zum Vorjahr). Aber auch Sachbeschädigungen (2016 = 667 Delikte + 55), insbesondere durch Graffiti mit 93 Delikten (+ 77 und eine Steigerung von 481 %) sind Schwerpunktdelikte im Schutzbereich.

Im Einzelnen teilt sich die Deliktgruppen wie folgt auf:
Straftaten gesamt4.631
Körperverletzung574
Diebstahl gesamt1.820
davon Ladendiebstahl393
davon Diebstahl aus Kfz132
davon aus Boden- und Kellerräumen62
aus Betriebs-/Büroräumen60
davon von Fahrrädern289
Betrug409
Sachbeschädigung667
davon Sachbesch. an Kfz194
Beleidigung279
Rauschgiftdelikte200

Eichsfeld Durch die Beamten der Polizeiinspektion Eichsfeld wurden im Jahr 2016 3.339 Straftaten bearbeitet und abgeschlossen. Das sind 74 Straftaten mehr als im Vorjahreszeitraum. Von diesen Straftaten konnten 2.115 Delikte aufgeklärt werden. Insgesamt wurden dabei 1.529 Tatverdächtige ermittelt.

Erheblich zugenommen haben die Körperverletzungsdelikte. Mit 357 erfassten Fällen ist hier eine Steigerung um 26,2 % zu verzeichnen. Ebenso gibt es einen Anstieg bei den Sachbeschädigungen an Kfz (+44 Delikte). Dies bedeutet ein Plus von 32,1 %.
Straftaten gesamt3.339
Körperverletzung357
Diebstahl gesamt937
davon Ladendiebstahl120
davon Diebstahl aus Kfz97
davon aus Boden- und Kellerräumen44
aus Betriebs-/Büroräumen34
davon von Fahrrädern75
Betrug446
Sachbeschädigung508
davon Sachbesch. an Kfz181
Beleidigung223
Rauschgiftdelikte261

Kyffhäuserkreis
Für die Polizeiinspektion Kyffhäuser sind im Jahr 2016 insgesamt 4.844 Straftaten erfasst worden. Das sind 1.259 Straftaten mehr (+35,1 %) gegenüber dem Vorjahr. Hiervon konnten 3.095 Fälle geklärt werden. Die Beamten ermittelten dabei 1.841 Tatverdächtige (1.386 im Jahr 2015). Für alle Fachleute der Nordthüringer Polizei ist eine derartige Steigerung nicht erklärbar, da sich dieser Trend durch nahezu alle Deliktgruppen zieht.

Obwohl die Kriminalität im Kyffhäuserkreis erheblich zugenommen hat, konnte eine gute Aufklärungsquote von 63,9 % erreicht werden.

Überproportional zugenommen haben im Berichtszeitraum insbesondere:
  • Körperverletzungsdelikte + 56,2 %
  • Diebstahl gesamt + 35,0 %
  • Sachbeschädigung + 63,9 %
  • Rauschgiftkriminalität +48,5%
Die Aufteilung der Deliktgruppen stellt sich wie folgt dar:
Straftaten gesamt4.844
Körperverletzung620
Diebstahl gesamt1.524
davon Ladendiebstahl139
davon Diebstahl aus Kfz177
davon aus Boden- und Kellerräumen78
aus Betriebs-/Büroräumen153
davon von Fahrrädern135
Betrug380
Sachbeschädigung572
davon Sachbesch. an Kfz182
Beleidigung294
Rauschgiftdelikte389

Die Hemmschwelle sinkt

Durch die Beamten der Kriminalpolizeiinspektion sind im Jahr 2016 insgesamt
4.623 Fälle abgeschlossen worden. Die Zahl der aufgeklärten Fälle beläuft sich auf 3.097 Delikte, was einer Aufklärungsquote von 67,0 % entspricht. Insgesamt wurden 2.495 Tatverdächtige ermittelt.

Im Dezember 2016 kam es in Schlotheim zu einem Mord, dem Einzigen im vergangenen Jahr. Dieser konnte im Rahmen einer gebildeten Mordkommission geklärt werden.Einen Anstieg gab es bei den gefährlichen Körperverletzungsdelikten, insgesamt verzeichnete man 542 Fälle, ein Plus von 149 Delikten. Hierbei musste festgestellt werden, dass die Hemmschwelle der Täter immer niedriger wird. Das zeigt sich auch in der Zunahme schwerer Raubstraftaten, die auf 145 Delikte stiegen. Das ist zwar "nur" ein Plus von 26 Fällen, insgesamt 17 Vorfälle spielten sich aber auf öffentlichen Straßen ab.

Straftaten(St) gesamt4.623
Mord/Totschlag7
St gegen sex. Selbstbest.233
Raub145
Körperverletzung542
Diebstahl gesamt751
davon Diebstahl von Kfz65
Verm./Fälschungsdelikte903
Computerkriminalität339
Brandstiftung147
Rauschgiftdelikte gesamt551
BSD aus Wohnungen402
Tageswohnungseinbrüche82

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Kommentare

13.04.2017, 09.44 Uhr
marco2014 | Wen wundert es
Es wird sich gewundert,dass die Hemmschwelle der Täter sinkt?
Also ehrlich...bei den Gesetzen und milden Strafen verblüfft mich das absolut nicht!
Wenn Leute nach der Tat wieder auf freien Fuss kommen,nur "dudu" gemacht wird oder bei anderen Tätern gesagt wird "nicht vorbestraft..." usw...ist es doch klar,dass die Täter darüber lachen und munter weiter machen.
Selbst der Polizei sind die Hände gebunden.
Zuletzt ein Bericht über Straftäter im TV,Herkunft lasse ich mal aussen vor,die zahlreiche Wohnungseinbrüche begangen haben und Werkzeug und vieles mehr...die Kripo verfolgte dies Jahre und sammelte Beweise.
Dann schliesslich die Festnahme der Bande.Vor Gericht wurden handfeste und eindeutige Beweise in mehreren Ordnern vorgelegt...Ende vom Lied war,sie wurden trotzdem auf freien Fuß gesetzt und der Kripobeamte verließ kopfschüttelnd das Gerichtsgebäude und sagte jahrelange Arbeit völlig umsonst.
Noch ein Beispiel:
Im Grenzgebiet zu Tschechien filmte ein Fernsehteam einen älteren Bürger,der schon länger an offizieller Stelle über Einbrüche klagte.
Beim Interview filmte das Team eine kleine Bande Täter,wie sie draussen auf dem Grundstück checkte was man dort klauen könnte und ob es sich lohnt.
Keiner interessierte sich an offizieller Stelle dafür trotz dies Films und Beweise.
Ja...so sieht es in Deutschland aus.
Ein Hoch auf unsere Justiz,Gesetze und Strafen.
Die Täter freuts!
13.04.2017, 10.15 Uhr
Sonntagsradler 2 | Fehlen nur noch ein paar
Morde.dan haben wir unser Ziel uns den amerikanischen Verhältnissen (Freunden ) anzupassen bald erreicht
13.04.2017, 11.52 Uhr
Wolfi65 | So ein kleiner Mord
So ein kleiner Mord fehlt wirklich noch in der Statistik.
Na mal sehen, wann es denn so weit ist.
Wieso auf einen Paragraph 212 bauen, wenn man einen 211 bekommen kann.
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