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Do, 11:55 Uhr
26.10.2017
Aus der Vereinsarbeit

Artenschutzreport, Buchenwälder und mehr

Wissen ist besser als Bauchgefühl! Startete gestern eine neue Vortragsreihe, bei der eigentlich einige Parteien und Organisationen hätten dabei sein sollen...

Unter diesem Motto führt der Verein „Statt Urwald-Kulturwald am Possen und Hainleite e.V.“ eine Vortragsreihe zur Biodiversität, Nutzen der Holznutzung und anderen Themen mit namhaften Wissenschaftlern, Professoren und Autoren durch.

Artenschutzreport, Buchenwälder und mehr (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Artenschutzreport, Buchenwälder und mehr (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Den Auftakt machte gestern mit einer Buchvorstellung im Carl Corbach Club der Referent/ Autor: Hr. Martin Görner ( u. a. im „Artenschutzreport„, Buchenwälder, Totholz – Lebensraum xylobionter Käfer) den Anfang.

Dem Verein warist es gelungen den Träger des Bundesverdienstkreuzes von 2017 Martin Görner zu uns nach Sondershausen zu locken. Leider hätte der Vortrag einige Besucher mehr verdient, besonders aber aus einigen Parteien und Organisationen.

Görner stellte den Artenschutzreport Heft 37 /2017 vor. Aber allein der Einführungsvortrag war schon einen gesonderten Vortrag wert. Einige Stichpunkte hat kn notiert.

Er stellte fest, das Thema Waldentwicklung hat das Problem, es der Bevölkerung nahe zu bringen, da es sehr vielschichtig ist. Leider wird das Thema immer mehr ideologisiert, was oft zu starren Haltungen führt.

Es gibt 250 Jahre Forstwirtschaft, aber es ist eben wohl nicht gelungen in den letzten 25 Jahre die Vorgänge in der Natur verständlich darzustellen, auf die Region bezogen, die Abläufe in den Buchenwäldern.

Übrigens ist die Buche erst vor 7.000 bis 9.000 Jahre in unsere Wälder eingezogen und hat sich breit gemacht. Das geschah so schnell, so Görner, dass die natürliche Evolution mit Pflanzen und Tieren gar nicht mithalten konnte.
Breit gemacht ist der richtige Ausdruck, denn die Buche wächst sehr schnell und macht später mit ihrem dichten Blätterdach oben zu und andere Baumarten haben praktisch kein Chance darunter zu wachsen.

Artenschutzreport, Buchenwälder und mehr (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Artenschutzreport, Buchenwälder und mehr (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Nur im Frühjahr, wenn die Buche noch nicht Laub getrieben hat, haben einige Pflanzen die Möglichkeit noch genügend Licht zu bekommen. Durch das dichte Blätterdach kommt wohl so wenige Sonnenstrahlen durch, dass sich der Waldboden schlecht erwärmen kann, so andere Tiere (Insekten usw.) und Pflanzen Probleme bekommen.

Görner: Förster können an Hand der Standortanforderungen entsprechend andere Baumarten fördern. Klare Ansage von Görner:
Aus der Sicht des Artenschutzes hat der bewirtschaftete Buchenwald mehr Arten als ein unbewirtschafteter Buchenwald!
Hier sollte die Politik zu hören.

Eine interessante Aussage von Görner: Wir brauchen in den Wäldern sogar Kahlschlagflächen, keine neun hektargroße Fläche, aber Flächen die groß genug sind, damit die Sonne auch die Chance hat, größere Flächen zu bescheinen, für mehr andere Pflanzen und nicht nur für die Buchen. Eigentlich brauchten wir auch Eichenwälder aber darüber spricht keiner.

Interessant deshalb die Frage die Groner aufwarf brachen wir eine Waldwildnis und geht das überhaupt, Wald ohne Einfluss von Menschen.
Der Einfluss ist aber allgegenwärtig. Pro Jahr gehen auf einen Hektar durch den Umweltschmutz 90 kg Stickstoff über den Wäldern nieder. Wirkung: Vegetation wächst schneller, Natur wird dichter und die Sonne kommt nicht mehr tief genug in den Wald. Und auch hier sind die Buchen wieder im Vorteil

Artenschutzreport, Buchenwälder und mehr (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Artenschutzreport, Buchenwälder und mehr (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Und dieses Bild gibt zu denken, dass er aus einem unbewirtschafteten Buchenwald in Rumänien zeigte, viel andere Pflanzen kommen nicht durch, nur keiner der reinen Waldwildnisbefürworter wollen das sehen!

Leider musste kn wegen anderer Termine vorzeitig diesen sehr interessanten Vortrag verlassen, der aber zu denken geben sollte.

Artenschutzreport, Buchenwälder und mehr (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Artenschutzreport, Buchenwälder und mehr (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Zu Beginn der Veranstaltung waren bereits weitere Vorträge namhafter Wissenschaftler angekündigt worden.

Termintipp 1

Fachvortrag: Prof. Helmut Witticke am 15.November 2017 in der Cruciskirche in Sondershausen
Prof. Helmut Witticke wird am 15.11.2017 um 18:00 Uhr in der Cruciskirche in Sondershausen einen Vortrag über die Entwicklung und Bewirtschaftung von Buchenwäldern im mittel- und nordthüringischen Raum mit Schwerpunkt Hainleite halten.

Alle Mitglieder, Freunde, interessierte Bürger und Förderer unseres Vereines sind hierzu recht herzlich eingeladen.

Der Eintritt ist frei. Einlass um 17:30 Uhr.

Termintipp 1

Prof. Dr. Christian Ammer wird kommen – sein Forschungsinteresse sind

- intra- und interspezifische Konkurrenzprozesse in Verjüngungen
- Biomassenallokation von Verjüngungen in Abhängigkeit von Ressourcenverfügbarkeit und Ontogenese
- waldbauliche Möglichkeiten zur Anpassung von Waldbeständen an den Klimawandel
- Umwandlung von Nadelholzreinbeständen in Mischbestände
- Kohlenstoffspeicherung von Wäldern
- - Altholzwurzelkonkurrenz
- Waldstrukturanalyse
- Forstliche Bewirtschaftungsintensität und Biodiversität
- Mischbestandsforschung
- Naturnaher Waldbau

Prof. Christian Ammer wird am 11.Januar 2018 nach Sondershausen kommen. Nähere Informationen zu Ort und Uhrzeit werden später bekanntgegeben.
Artenschutzreport, Buchenwälder und mehr (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Artenschutzreport, Buchenwälder und mehr (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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