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Mi, 00:45 Uhr
15.11.2017
Neues aus Sondershausen

"Kriegerisch" AufgeSCHLOSSen

Der Referent des gestrigen Abends, Historoker Dr. Manfred Ohl, Museumsleiter i.R., unternahm unter dem Vortragstitel „Schlachten, Alltag, Episoden“ einen Streifzug durch die Militärgeschichte der Schwarzburger und des Hauses Schwarzburg-Sondershausen und fand viel interessierte Zuhörer.

Schlossmuseum Sondershausen, Förderkreis Schloss & Museum Sondershausen e.V. und Geschichts- und Altertumsverein für Sondershausen und Umgebung e.V. laden seit diesem Jahr zur Vortragsreihe AufgeSCHLOSSen ein.

"Kriegerisch" AufgeSCHLOSSen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Und das Interesse des Publikums war groß und man hatte den richtigen Riecher die Gäste in den Carl-Schroeder-Saal einzuladen und nicht wie sonst in den "Rosa Salon" von Schloss Sondershausen.
Die Begrüßung der Gäste über nahm Hauptamtsleiter Stefan Schard.

Dr. Ohl machte gleich zu Beginn klar, es ging nicht darum eine Abfolge von kriegerischen Ereignissen zu bringen. Es ging um Hintergründe, denn

- Militärwesen ist auch ein Abbild der jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnisse und
- große Geschichte hat im Hintergrund immer viele kleine Geschichten.

"Kriegerisch" AufgeSCHLOSSen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
"Kriegerisch" AufgeSCHLOSSen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)


Dr. Ohl schlug dabei den Bogen vom Heerwesen des Mittelalters bis ins 19. Jahrhundert. So erfuhr man, dass erst seit dem 13. Jahrhundert das Militärwesen der Schwarzburger nachgezeichnet werden kann.
Die Rolle Schwarzburger Grafen und Fürsten, wie z.B. die von Graf Günther XLI. von Schwarzburg („Der Streitbare“) oder von Fürst Heinrich von Schwarzburg-Sondershausen wurde in den militärischen Auseinandersetzungen ihrer Zeit beleuchtet.

Mit konkreten Beispielen für Werbung, Musterung, Strafen usw. wird der Referent das Soldatenleben früherer Zeit illustrieren. Schönes Beispiel wie er schilderte, dass wenige Hand voll Krieger damlas mit einem Tross von 60 Planwagen in den Krieg zog, davon waren 30 Wagen mit Bier und zwei mit Wein beladen. Das war nicht weil man so "trunksüchtig" war, sondern man unterwegs das Wasser meist nicht genießen konnte, weil in vielen Orten die Kloake neben dem Brunnen war, und das Wasser kaum genießbar.

Es war ein sehr interessanter Vortrag, was die Gäste mit viel Beifall belegten.
Die nächste Veranstaltung ist am 12.12.2017 mit dem Thema Einblicke/Ausblicke, Projekte des Schlossmuseums 2017/2018. Sicher interessant mit Hinblick auf die Schäden im Schloss.
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