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Di, 16:43 Uhr
05.12.2017
Arbeitsagentur wirbt für Inklusion

Handicap muss kein Hindernis sein

Ob körperliche, geistige oder seelische Einschränkung, die Teilhabe am Arbeitsleben hat für auch für Menschen mit Handicaps einen hohen Stellenwert. Denn sie bildet eine wesentliche Voraussetzung für ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben. Die Nordhäuser Arbeitsagentur setzt sich daher gezielt für Menschen mit Behinderung ein...

Über 26.000 Menschen mit Behinderung leben in den drei nördlichsten Landkreisen Thüringens. Rund 1.700 Menschen mit Handicaps gehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Das sind nur gut zwei Prozent der Gesamtbeschäftigten in Nordthüringen. So geht es aktuell aus den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit und des Thüringer Landesamtes für Statistik hervor.

"Die Arbeitsmarktlage ist ausgesprochen gut. Das nutzen wir und werben bei Unternehmen kontinuierlich für die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung", sagt Karsten Froböse, Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur. Wir haben Menschen mit hoher Motivation und guten Kenntnissen dabei, deren Beeinträchtigung gar nicht immer erkannt würde. Neben der Unternehmensansprache sei aber auch die Beratung der Betroffenen wichtig. "Ängste und Sorgen hinsichtlich einer Arbeitsaufnahme müssen ernst genommen werden. Selbstvertrauen ist ein wichtiger Aspekt im Bewerbungsverfahren."

Bei der Beschäftigungsquote liegt Nordthüringen mit 4,3 Prozent unter dem Landesdurchschnitt (4,5). Die Quote betrifft alle Unternehmen, die regelmäßig mindestens 20 Arbeitnehmer beschäftigen. Diese Betriebe müssen fünf Prozent der Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten besetzen. Doch leider ist das noch nicht überall selbstverständlich. Menschen mit Handicap müssen nach wie vor manche Schwelle nehmen.

Die Arbeitsagentur kann die Einstellung von Schwerbehinderten mit unterschiedlichen Mitteln fördern. Über Eingliederungszuschüsse können Unternehmer mit bis zu 70 Prozent des Arbeitsentgelts unterstützt werden, wenn ein Schwerbehinderter eingestellt wird. Froböse empfiehlt zudem auch die Probebeschäftigung im Unternehmen. "Beide Seiten können ohne Risiko die Auswirkung der Behinderung auf den Arbeitsplatz testen." Weiterer Vorteil: Unternehmen können Zuschüsse für eine behindertengerechte Ausgestaltung des Arbeitsplatzes erhalten.

640 Menschen mit Behinderungen waren Ende November in Nordthüringen ohne Arbeit, über 12 Prozent weniger als vor einem Jahr.

Informationen erteilt der Arbeitgeber-Service unter 0800 4 5555 20 (gebührenfrei)
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Kommentare

05.12.2017, 21.41 Uhr
tannhäuser | Muss nicht! Ist es aber!
Es gibt nicht nur Arbeitsagenturen, sondern auch Jobcenter.

Und dort hat man soviel Ahnung von den Rechten der Behinderten wie eine Katze vom Gefühlsleben einer Maus.

Wenn sich die monatlichen warmen Worte des Herrn Froböse in Brot verwandeln würden, gäbe es keinen Hunger mehr auf der Welt.
05.12.2017, 22.06 Uhr
Gothe | Froböses Märchenstunde
Aus eigenen Erfahrungen weiß ich das man als behinderter oder gleichgestellter von der Agentur für Arbeit in Nordhausen so gut wie gar nicht gefördert wird. Was das Jobcenter in Nordhausen unter Förderung versteht sind sinnlose Maßnahmen damit die Leute aus der Statistik fallen. Sowie man längere Zeit krank ist zählt man auch nicht mehr als arbeitssuchend und wird quasi abgeschrieben. Ich kenne nicht einen Arbeitgeber der 70% förderung bekommen hat und ich kenne einige Arbeitgeber die versucht haben behinderte oder gleichgestellte einzustellen. Es ist für Arbeitgeber ein harter Verhandlungskampf mit dem Arbeitgeberservice eine vernünftige Förderung auszuhandeln. Teilweise hat man das Gefühl das die Agentur die Leute gar nicht in Arbeit bringen will. Als Arbeitgeber kann man froh sein ein halbes Jahr 50% gefördert zu bekommen.
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