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Mo, 19:40 Uhr
16.04.2018
kn-Forum

Die Stichwahl Gehen Sie wählen! Stefan vs. Steffen

Unter dieser Überschrift lotet der Leser Jürgen Müller die beiden Bürgermeisterkandidaten Sondershausen aus seiner Sicht aus....

Nach einem doch zum Schluss sehr emotionalen Wahlkampf haben, für mich wenig überraschend, zwei Kandidaten den Einzug in die Stichwahl gewonnen.


So zogen der Sondershäuser Hauptamtsleiter Stefan Schard mit 4060 Stimmen (40,8%) und der Sondershäuser Polizist Steffen Grimm mit 2333 Stimmen (23,5 %) in die finale Abstimmung um das Amt des Bürgermeisters ein.

In meinen vorherigen Betrachtungen zur Bürgermeisterwahl habe ich zum Schluss meiner Ausführungen immer meine persönliche Meinung zu den Kandidaten geäußert. Das möchte ich heute gar nicht tun. Mein Respekt gilt beiden Kandidaten, haben sie es doch auf demokratischem Wege geschafft, zusammen fast zwei Drittel (64,30%) der abgegebenen Stimmen hinter sich zu versammeln. Allein dieser Sachverhalt ist einer großen Anerkennung wert, die sich sowohl Herr Schard, als auch Herr Grimm respektvoll verdient haben.

Ich will nachstehend versuchen, beide Optionen fürs Amt mal etwas näher zu beleuchten, um eine Entscheidungsfindung des geneigten Lesers zu unterstützen.

Stefan Schard

Seit 2009 Hauptamtsleiter der hiesigen Verwaltung. In dieser Funktion mit der Personalführung der Verwaltung betraut. Verheiratet, zwei Kinder. Lebt und arbeitet seit vielen Jahren in Sondershausen.

Führte bislang einen sehr engagierten Wahlkampf, sicherlich auch, um seine regionale Bekanntheit zu erhöhen. Bisher auch durch gute Mitwirkung an allen Diskussionsrunden in Erscheinung getreten. Man kann ihm den unbedingten Willen, Bürgermeister werden zu wollen, glaubhaft abnehmen.


Vorteile:

- durch seine langjährige Tätigkeit in der Sondershäuser Verwaltung kennt er diese Materie besser, als jeder andere

- benötigt keinerlei Einarbeitungszeit, da die Bürgermeisterstelle nur eine Erweiterung seiner bisherigen Tätigkeit darstellt, dadurch könnten dem Stadthaushalt Kostenvorteile entstehen, da hier eine halbe Personalstelle eingespart werden könnte

Nachteile:

- sein Bekanntheitsgrad ist deutlich geringer, als der von Steffen Grimm

- als Personalchef ist er natürlich nicht bei jedem Mitarbeiter der Verwaltung der Vorgesetzte mit den höchsten Beliebtheitswerten, das liegt einfach in der Natur der Dinge

Steffen Grimm

Ein stadtbekannter Bürger und fleißiger Polizist, der tief mit seiner Heimatstadt Sondershausen verwurzelt ist und der sich zutraut, die Stadt Sondershausen weiter nach vorne zu bringen. Seine bisherigen Auftritte in Diskussionsrunden waren sachlich und unaufgeregt. Er sagt selbst, dass er über viele Sachverhalte keine Auskunft geben kann, da diese mit seinem bisherigen Betätigungsfeld nichts oder nur wenig zu tun haben. Man kauft ihm den Willen, ein guter Bürgermeister sein zu wollen, glaubhaft ab.

Vorteile:

- bekannter Sondershäuser, der mit seiner Art die Dinge anzugehen, viele Sympathien hat

- profunder Kenner der Sicherheitslage in Sondershausen, da beruflich damit involviert

Nachteile:

- geringe Kenntnis über die Abläufe sowohl in der Stadtverwaltung, als auch über die Arbeit und Funktionsweise des Stadtrates, darüber hinaus schwierige Mehrheitsbildung im Stadtrat, da keine eigene Fraktion

- benötigt mit hoher Wahrscheinlichkeit erstmal eine längere Eingewöhnungsphase, um sich in den vielschichtigen Arbeitsalltag eines Bürgermeisters einzuarbeiten



Sie sehen selbst, eine Entscheidung ist wirklich nicht einfach. Deshalb möchte ich heute wirklich in keine Richtung tendieren. Das Allerwichtigste ist jedoch, dass wirklich viele am 29. April oder vorher per Briefwahl ihre Stimme abgeben. Demokratie lebt vom Mitmachen eines jeden Einzelnen. Dafür haben sind wir auch hier 1989 auf die Straße gegangen. Um die Personen wählen zu können, denen wir Ämter am meisten anvertrauen wollen oder die wir einfach für uns am besten finden.

Egal wie, bitte verschenken sie nicht ihre Stimme.

Jürgen Müller
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare

16.04.2018, 19.59 Uhr
tannhäuser | Sehr gut, Herr Müller!
Damit ist alles gesagt.

Hoffen wir auf eine sehr grosse Wahlbeteiligung.

Ich bin mal gespannt, ob sich nun diejenigen noch mal melden, die beide Kandidaten zuletzt niedergeschrieben haben.

Für wen sollten sie sich auch entscheiden oder die Werbetrommel rühren?

Das lässt nun wieder Zweifel an der Resonanz zur Stichwahl keimen.

Wie auch immer: Es bleibt spannend!
17.04.2018, 01.19 Uhr
Thor8318 | die wahl der qual
Ja welche Wahl bleibt einen? Entweder einen CDU kandidaten der tausende Euro in Wahlplakate und verschönerte spenden an Kindereinrichtungen macht oder einen unpolitischen Kandidaten, der weniger in die Öffentlichkeitsarbeit investiert, aber evtl mehr für das Volk macht wie ein etablierter!
17.04.2018, 10.38 Uhr
Walter List | Wahl ?
Was für eine Wahl ? Das Ergebins stand doch schon vor Wochen fest . Es wurde über " Wahlplakate " lediglich auf die Netzhaut geschweist !
Sehr bemerkenswert finde ich auch , dass sich meine Kommentare schneller verflüchtigen als Benzin in einem Formel 1 Rennwagen !!!
17.04.2018, 16.30 Uhr
Parsifal | @ Jürgen Müller - Sehr gute Einschätzung der Situation
tannhäuser hat es ihnen ja schon bestätigt, danke für die gelungene Zusammenfassung.

Leider (oder zum Glück) bin ich durch diesen Sachstand auch ein wenig ins Dilemma geraten. Beide waren meine Wunschkandidaten für die Stichwahl. Aber die Entscheidung fällt jetzt schwer. Grundsätzlich kann ich mir schon beide Konstellationen vorstellen, aber welche ist dann die zielführendere?

Vielleicht äußerst sich Herr Grimm ja bezüglich seiner konkreten Vorstellungen für die Stadt noch mal öffentlich, eventuell hier bei kn oder auch auf fb. Speziell bei ihm vermisse ich noch so einen definierten Handlungsstrang, der mich in die Lage versetzt, mir ihn als 1. Bürger dieser Stadt vorstellen zu können. Momentan ist mir das einfach noch zu schwammig.
Bei Meister Schard kann ich mir das sehr wohl vorstellen, der ist was das angeht schon Profi, aber kann er mein Bauchgefühl für sich einnehmen? Wenn einer der beiden Verstand und Bauch für mich in Einklang bringen kann, wird meine Wahlentscheidung fallen. Zum Glück haben wir ja noch ein paar Tage Zeit.

Unterschreiben möchte ich natürlich den Aufruf von Jürgen Müller und tannhäuser, eine große Wahlbeteiligung ist auch in der Stichwahl wichtig.
18.04.2018, 14.32 Uhr
tannhäuser | Na Herr List?
War die Landratswahl auch schon vor Wochen entschieden und gekauft?

Passt irgendwie nicht, weil sich CDU und SPD beim Aufwand nicht viel genommen haben, oder?

Haben Sie denn auch eine Begründung parat, dass Herr Krautwurst heute seine CDU-Karriere beendete, die zu Ihren alternativen Fakten zur BM-Wahl passen?

Also Herr Krautwurst sieht sich als Merkel-Opfer (Und nicht Hochwind-Bevorzugung)! Die Damen Bressem und Pfefferlein fielen sozusagen Wahlbetrug durch viel finanziellem Aufwand der Konkurrenten (Besonders Herr Grimm investierte wohl ein halbes Jahresgehalt, stimmt's?) zum Opfer. Aber nicht der lausigen Landes- und Bundespolitik?

Merken Sie was? Hoffentlich nicht, zuviel Humor und Verschwörungstheorie in so kurzer Zeit hält des geschätzten Kollegen Parsifal angeschlagenes Zwerchfell nicht aus!
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