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Sa, 13:01 Uhr
14.07.2018
Aktion Abbiegeassistent

Gemeinsam gegen den Toten Winkel

Jedes Jahr kommen 30 Radfahrer bei Zusammenstößen mit Lkw ums Leben. Das sind mehr als zehn Prozent aller innerorts tödlich verunglückten Radfahrer. In jüngster Zeit haben sich derartige Unfälle sogar gehäuft. Der ADAC unterstützt deswegen die "Aktion Abbiegeassistent"...

Für Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer Anlass, die „Aktion Abbiegeassistent“ ins Leben zu rufen, die der ADAC voll und ganz unterstützt. Ziel ist es, Verbände, Unternehmen und Behörden dazu zu bewegen, die eigenen Flotten schnellstmöglich mit geeigneten Assistenzsystemen freiwillig nachzurüsten. Um die lebensrettenden Systeme verpflichtend einzuführen, ist eine EU-weite Regelung erforderlich. Dies ist aber erst für das Jahr 2022 vorgesehen.

Thomas Burkhardt, ADAC Vizepräsident für Technik: „Alle Maßnahmen, die die Entwicklung und Einführung verpflichtend vorgeschriebener Abbiegeassistenten für Lkw und Busse beschleunigen, sind sinnvoll und wichtig. Wichtig ist nun, vorhandene Systeme bei bestehenden Fahrzeugflotten einzusetzen und sie parallel technisch weiterzuentwickeln – auch über reine Warnsysteme hinaus. Dafür schafft die ‚Aktion Abbiegeassistent’ einen guten Impuls“.

Derzeit gibt es nach Angaben des Bundesverbands für Güterverkehr und Logistik (BGL) keinen Lkw-Hersteller, der Abbiegeassistenten anbietet, die im Gefahrenfall automatisch bremsen. Akustisch warnende Abbiegeassistenten bietet derzeit nur ein Hersteller an. Assistenten, die bei Gefahr automatisch bremsen, wären eine noch bessere Lösung als Systeme mit nur akustischem Signal.

Der ADAC unterstützt alle Maßnahmen, die die Entwicklung und Einführung verpflichtend vorgeschriebener Abbiegeassistenten für Lkw und Busse beschleunigen. Allerdings müssen Warnsysteme zuverlässig sein und dürfen den Lkw-Fahrer nicht durch häufige Fehlalarme irritieren. Die Hersteller sind gefordert, praxistaugliche und zuverlässige Systeme sowohl für Neu- als auch Bestandsfahrzeuge zu entwickeln und anzubieten.
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Kommentare

15.07.2018, 11.36 Uhr
Paulinchen | Ganz sicher würde diese Technik...
...Unfälle mit Radfahrern reduzieren. Aber das Interesse an Sicherheit von Seiten des Gesetzgebers fehlt doch offensichtlich. Hinzu kommt dann noch das Desinteresse vom Gesetzgeber an einem Mehr an Sicherheit im Straßenverkehr, wenn ich mir z. B. das Nothaltesystem an den LKW`s betrachte. Hier hat doch der Profit der Spediteure Vorfahrt und nicht die Verkehrssicherheit, oder der Mensch, welcher bekanntlich jederzeit ersetzbar ist. Dieses System ist zwar gesetzlich in jedem Brummi der Neuzeit inzwischen Vorschrift, aber eben leider vom "Ritter der Landstraße" individuell ABSCHALTBAR. WARUM nur???? Verlangen nicht die vielen, schweren Unfälle mit den Brummis auf den Autobahnen, endlich die uneingeschränkte Funktionsfähigkeit dieser Technik? Kommt die Vorschrift erst, nachdem ein Brummi ein Regierungsfahrzeug samt Insassen platt gewalzt hat?
15.07.2018, 17.27 Uhr
trabijuergen | Wieder mal einseitig
wird hier die Sache betrachtet. Abbiegeassistent und Nothaltesystem sind gute und wichtige Erfindungen um Menschenleben zu retten, daran besteht absolut kein Zweifel. Aber in keinem der Berichte über diese Problematik höre ich, daß auch Radfahrer ihren Teil dazu beitragen können, nicht vom LKW überrollt zu werden. Ich selbst bin ein "Ritter der Landstraße", aber auch in meinem LKW gibt es die genannten Hilfssysteme nicht, wie in vielen anderen LKW's auch. Weil sie eben nur bei Neuwagen Pflicht sind. Deshalb habe ich nur die Spiegel zur Verfügung, um direkt neben mir stehende Radfahrer zu sehen. Und genau da ist das Problem. Wieso muß ich mich als Radfahrer direkt neben einen LKW stellen, der rechts blinkt und ich also weiß, daß er rechts abbiegen wird? Kann ich da nicht einfach hinter dem LKW stehen bleiben, statt mich dieser Gefahr auszusetzen? Aber wer von Straße auf Fußweg wechselt, weil er auf der Straße rot hätte, aber auf dem Fußweg ungehindert weiter fahren kann, der drängelt sich auch neben einen LKW, weil er ja vermeintlich schneller weg kommt. Klar gibt es auch Radfahrspuren direkt neben der rechten Fahrspur, aber oft ist es halt so, daß sich der Radfahrer bis vordrängelt, um schnell weiter zu kommen. Und sich dann wundert, daß er vom LKW-Fahrer übersehen wird. Jeder Radfahrer sollte mal LKW fahren, um zu merken, wie schnell man im "toten" Winkel landen kann als Radfahrer. Aber sicher wird sich der eine oder andere finden, der meine Meinung schlecht machen kann, oder wieder alles auf die LKW's schiebt.
15.07.2018, 18.21 Uhr
AktenzeichenXY | Genau trabijuergen,
So sehe ich das auch (bin auch Radler), aber in den Medien sieht man leider so & schiebt alles allein auf den LKW Fahrer - schade.
Bis das richtig überall Eingebaut & funktioniert, wird es mit den Unfällen wohl weiter gehen.
Von Aufwand und Kosten mal abgesehen.
16.07.2018, 17.14 Uhr
Kobold2 | @ Paulinchen
Nicht nur nachplappern was man von den Medien vorgesetzt bekommt,
sondern sich mal live mit der Sache beschäftigen.
Es gibt reichlich Kraftfahrer in SDH und Umland. Die Parkplätze am Wochende sind auch sichtbar und bekannt.
Einfach mal die Jungs ansprechen, wie die Praxis wirklich ist.
Die meisten freuen sich, wenn man Interesse für ihren Job zeigt.
Es ergibt sich meist auch noch der ein, oder andere erhellende Moment.
Die Branche darf gern für Vieles herhalten. Verfehlte Politik und unzureichende Verkehrsplanung ist ein Punkt.
Verzerrung der Realität und der Einfluss bestimmter Lobbyisten ein weiterer.

Oder ist z.B. der Lkw Verkehr auf der B4, seit Ausweitung der Maut auf Bundesstraßen weniger geworden.
Andersrum gefragt, hat das wirklich jemand geglaubt?
Die Einführung zum 1.4. wäre passender gewesen, als jene zum 1.7. ;)
16.07.2018, 21.00 Uhr
Paul | Toter Winkel
Was soll dieser totale Schwachsinn eigentlich mit dauernd irgendwelchen noch und noch neueren Sicher heitssystemen. Jedes Auto hat inzwischen soviele Sicherheitssysteme die kennt noch nicht mal der eigene Besitzer oder geschweige weiß er wozu sie überhapt sind. Es werden mit Sicherheit auf beiden Seiten viele Fehler gemacht. Und im Grunde fehlt es heute einfach an gegenseitigem Respekt. Und da meine ich nicht zwischen Auto und Rad. Aus eigenen Beobachtungen verhalten sich Rad - o. Autofahrer beide oft rücksichslos. Wobei ich mir manchmal nicht so sicher bin ob alle Radfahrer sich mit der StvO überhaupt auskennen oder zumindest Grundkenntnisse von Verkehrsregeln haben. Bei Autofahrern sollte man das ja voraussetzen können. Es wäre sicher sicherer, zumindest Radfahrern die keine Fahrerlaubnis besitzen, an gewissen Verkehrsteilnehmerschulungen die Grundregeln im Straßenverkehr bei zu bringe. War früher mal so und sogar kostenlos !!
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