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Fr, 22:15 Uhr
14.09.2018
Meldung aus der Wirtschaftswelt

Nachhaltige Beschaffung in Thüringer Kommunen

Umfrage zeigt großen Nachhol- und Schulungsbedarf; Ergebnisse sollten im neuen Vergabegesetzentwurf Beachtung finden. Dazu diese Meldung vom Verein Zukunftsfähiges Thüringen e.V....

Rund 60% der teilnehmenden Kommunen haben noch nie ökologische bzw. soziale Kriterien bei einer Beschaffung berücksichtigt!

Die Ergebnisse der Umfrage finden sich in einer Kurzfassung auf der Webseite des Projektes „Thüringer Beschaffungsallianz fair und nachhaltig“ unter: www.nachhaltige-beschaffung-thueringen.de

Im Rahmen des Projektes „Thüringer Beschaffungsallianz fair und nachhaltig“, das von der Engagement Global gGmbH, einem Tochterunternehmen des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, gefördert wird, wurde von Mai bis August 2018 eine Umfrage in Thüringer Kommunen zu nachhaltiger Beschaffung durchgeführt.
Zum ersten Mal überhaupt wurde hier in Thüringen ein aktueller IST-Stand zur nachhaltigen Beschaffungspraxis ermittelt und die spezifischen Bedürfnisse sowie eventuellen Hinderungsgründe der Kommunen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Beschaffung erfasst.

Die Umfrage wurde in Kenntnis und Abstimmung mit dem Gemeinde- und Städtebund Thüringen sowie dem Thüringer Landkreistag an Kommunen mit hauptamtlicher Verwaltung adressiert.
Die Fragen richteten sich an die für Beschaffung Verantwortlichen. Ziel war es, den IST-Stand der nachhaltigen Beschaffung zu ermitteln sowie den Vor-Ort-Schulungsbedarf in diesem Thema zu erheben. Von den 211 betrachteten Kommunen (Landkreise, Städte, Verwaltungsgemeinschaften und Gemeinden) haben sich 82 an der Umfrage beteiligt. Mit dieser rund 40%igen Rücklaufquote können die Ergebnisse durchaus als signifikant für die Thüringen Kommunen bezeichnet werden. Basis- und Hintergrundinformationen zum Beschaffungsumfeld konnten gut analysiert werden.

Die Ergebnisse sind spannend und aufschlussreich zugleich und sollten, vor dem Hintergrund des gerade veröffentlichen Entwurfs zum neuen Thüringer Vergabegesetz (ThürVgG), mit besonderer Wahrnehmung jetzt noch im aktuellen Gesetzgebungsverfahren Beachtung finden.
Nur 40 % der teilnehmenden Kommunen haben schon einmal bei mindestens einer Ausschreibung ökologische u./o. soziale Kriterien berücksichtigt, d.h. rund 60 % noch nie!
Noch gravierender sieht es bei der Einbeziehung von Lebenszykluskosten aus mehr als 75% haben diese noch nie berücksichtigt!

Als größte Hinderungsgründe für nachhaltige Beschaffung werden neben fehlenden finanziellen und personellen Ressourcen vor allem auch fehlende Sachinformationen benannt. Deshalb geben auch rund 30% der Teilnehmenden einen akuten Schulungsbedarf zu nachhaltiger Beschaffung an und wünschen sich neben der zur Verfügungstellung von mehr diesbezüglichem Informationsmaterial auch eine stärkere Vernetzung sowie einen aktiveren Austausch innerhalb Thüringens zum Thema. Folgerichtig möchten sich rund 60% an der noch in diesem Jahr geplanten Informationsplattform zum Erfahrungsaustausch zu nachhaltiger Beschaffung, die vom Projekt „Thüringer Beschaffungsallianz fair und nachhaltig“ erstellt wird, beteiligen.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass nicht nur großer Nachholbedarf für eine nachhaltige Beschaffung in den Kommunen besteht, sondern auch, im Hinblick auf die aktuelle Gesetzesvorlage des ThürVgG, Handlungsbedarf in Verantwortung des Gesetzgebers.
Es wäre aus unserer Sicht wünschenswert, wenn die Ergebnisse der Umfrage jetzt noch in das neu zu fassende Gesetz einfließen könnten, um die Kommunen durch geeignete Rahmenbedingungen (sowohl gesetzliche Vorgaben, als auch durch entsprechende Schulungsangebote) in die Lage zu versetzen, den Anteil nachhaltiger Beschaffung deutlich zu erhöhen.
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