Do, 10:59 Uhr
21.01.2010
Keine Panik
Das erdbebenartigen Ereignis vom Mittwoch in Sondershausen hatte ein sehr lokales Auftreten und war nur in einigen Teilen der Stadt zuspüren. Hier kn mit einigen Einzelheiten...
Gestern Vormittag kurz vor 08:00 Uhr hat es in einigen Wohngegenden stärkere Erschütterungen gegen. Während es sich oben in Jechaburg anhörte, als sei wieder ein Schneelawine mit lautem Plumps vom Dach gefallen, hörte es sich im Jechaburger Weg schon etwas gefährlicher an. In der Gerhard-Hauptmann-Straße in Stockhausen war eine starke Erschütterung im ganzen Haus zu spüren, als wenn ein schwerer LKW vor einem Haus vorbei donnern würde.
Schon am Markt in Sondershausen (Landratsamt) haben Mitarbeiter nichts bemerkt gehabt. Im Östertal von Sondershausen, wo die Redaktion von kn ihren Sitz hat, war keinerlei Erschütterung oder ähnliches zu spüren. Auch unser Bergbauexperte Hans-Jürgen Schmidt, ein Frühaufsteher, der schon oft für nnz/kn zu Bergbau und ähnlichen Themen berichtet hatte, konnte im Borntal von Sondershausen keinerlei Ereignisse bemerken.
Da er selbst nicht bemerkt hat, hörte sich Hans-Jürgen Schmidt bei den Experten auf diesem Gebiet um und erfuhr, dass die Erschütterungen nichts mit der Bergbautätigkeit zu tun haben. Hier sein Bericht dazu:
Vorneweg bemerkt ist es normal, dass die Menschen nach den Ereignissen in Haiti sensibel sind, wenn sie Erschütterungen bemerken. Jedoch sollte man jegliche Panik vermeiden. Das Ereignis am gestrigen Tage hat im Grunde nichts mit dem Bergbau zu tun. Nach Ansicht der Experten lag das Zentrum des Ereignisses zirka 400 bis 500 m unter der Lagerstätte und nach über Tage angezeigt, lag es zwischen dem Beginn Schachtstraße und der alten B 4 in Stockhausen.
In diesem Bereich gibt es die sogenannte Wippertaler Störungszone, so Diplomgeophysiker Thomas Schlicht von der K-UTEC in Sondershausen. Sicherlich kann nach einem Tag noch nicht entgültige Aussagen getroffen werden, jedoch es wurde übereinstimmend gesagt, dass das Ereignis nichts mit Bergbau zu tun hat. In diesem Bereich wurde in die Abbaue und Strecken Versatz eingebracht.
In Zusammenarbeit mit den Geologen ist damit zu rechnen, dass das Ereignis weiter untersucht wird und endgültige Ergebnisse bekannt gegeben werden können. Das es tektonische Ereignisse in unserer Gegend immer wieder gibt, ist normal. Betrachtet man allein die Kalilagerstätte, die tektonisch im Lauf der Jahrmillionen bearbeitet wurde, welches sich in zum Beispiel in Auffaltungen und Verwerfungen zeigt. Die Überwachung der Lagerstätte ist jedoch gewährt. kn hat dazu Ende 2009 dazu berichtet.
Hier ein kurzer Ausschnitt aus dem Artikel: Da es kaum eine Bergbautätigkeit ohne seismische Ereignis gibt, werden die Kontrolltätigkeiten intensiv fortgeführt. Dazu wurden über 15 Messstellen unter Tag sowie 2 über Tage eingerichtet.
Über Tage befinden sich eine Messstelle im Bereich des Autohauses Hannig und ein Messstelle in Großfurra im Bereich unterhalb des Sportplatzes. Untertage sind sie über das gesamte Grubenfeld verteilt. Die zur Zeit gemessenen seismischen Ereignisse stellen gegenwärtig keine Gefahr dar. Die Magnituden (vergleichbar mit Richterskala für Erdbeben) bewegen sich zwischen Null und 0,5. Ab einer Magnitude 1 muss dies der Bergbehörde gemeldet werden. Die meisten seismische Ereignisse sind in einem Feldesteil, dass über 1000 m Deckgebirge aufweist, also im wesendlichen im Bereich des Frauenberges, so dass man eventuell in Jechaburg und Großfurra etwas bemerken könnte.
Unter Tage sind es die Bereiche Südfeld I und V. Und wenn man bedenkt, dass es noch sogenannte mobile Erschütterungsmessstellen gibt, so kann man festhalten, dass die bergbauliche Tätigkeit unter einer souveränen Kontrolle steht.
Hans-Jürgen Schmidt
Bilder: Hans-Jürgen Schmidt
Autor: khhGestern Vormittag kurz vor 08:00 Uhr hat es in einigen Wohngegenden stärkere Erschütterungen gegen. Während es sich oben in Jechaburg anhörte, als sei wieder ein Schneelawine mit lautem Plumps vom Dach gefallen, hörte es sich im Jechaburger Weg schon etwas gefährlicher an. In der Gerhard-Hauptmann-Straße in Stockhausen war eine starke Erschütterung im ganzen Haus zu spüren, als wenn ein schwerer LKW vor einem Haus vorbei donnern würde.
Schon am Markt in Sondershausen (Landratsamt) haben Mitarbeiter nichts bemerkt gehabt. Im Östertal von Sondershausen, wo die Redaktion von kn ihren Sitz hat, war keinerlei Erschütterung oder ähnliches zu spüren. Auch unser Bergbauexperte Hans-Jürgen Schmidt, ein Frühaufsteher, der schon oft für nnz/kn zu Bergbau und ähnlichen Themen berichtet hatte, konnte im Borntal von Sondershausen keinerlei Ereignisse bemerken.
Da er selbst nicht bemerkt hat, hörte sich Hans-Jürgen Schmidt bei den Experten auf diesem Gebiet um und erfuhr, dass die Erschütterungen nichts mit der Bergbautätigkeit zu tun haben. Hier sein Bericht dazu:
Vorneweg bemerkt ist es normal, dass die Menschen nach den Ereignissen in Haiti sensibel sind, wenn sie Erschütterungen bemerken. Jedoch sollte man jegliche Panik vermeiden. Das Ereignis am gestrigen Tage hat im Grunde nichts mit dem Bergbau zu tun. Nach Ansicht der Experten lag das Zentrum des Ereignisses zirka 400 bis 500 m unter der Lagerstätte und nach über Tage angezeigt, lag es zwischen dem Beginn Schachtstraße und der alten B 4 in Stockhausen.
In diesem Bereich gibt es die sogenannte Wippertaler Störungszone, so Diplomgeophysiker Thomas Schlicht von der K-UTEC in Sondershausen. Sicherlich kann nach einem Tag noch nicht entgültige Aussagen getroffen werden, jedoch es wurde übereinstimmend gesagt, dass das Ereignis nichts mit Bergbau zu tun hat. In diesem Bereich wurde in die Abbaue und Strecken Versatz eingebracht.
In Zusammenarbeit mit den Geologen ist damit zu rechnen, dass das Ereignis weiter untersucht wird und endgültige Ergebnisse bekannt gegeben werden können. Das es tektonische Ereignisse in unserer Gegend immer wieder gibt, ist normal. Betrachtet man allein die Kalilagerstätte, die tektonisch im Lauf der Jahrmillionen bearbeitet wurde, welches sich in zum Beispiel in Auffaltungen und Verwerfungen zeigt. Die Überwachung der Lagerstätte ist jedoch gewährt. kn hat dazu Ende 2009 dazu berichtet.
Hier ein kurzer Ausschnitt aus dem Artikel: Da es kaum eine Bergbautätigkeit ohne seismische Ereignis gibt, werden die Kontrolltätigkeiten intensiv fortgeführt. Dazu wurden über 15 Messstellen unter Tag sowie 2 über Tage eingerichtet.
Über Tage befinden sich eine Messstelle im Bereich des Autohauses Hannig und ein Messstelle in Großfurra im Bereich unterhalb des Sportplatzes. Untertage sind sie über das gesamte Grubenfeld verteilt. Die zur Zeit gemessenen seismischen Ereignisse stellen gegenwärtig keine Gefahr dar. Die Magnituden (vergleichbar mit Richterskala für Erdbeben) bewegen sich zwischen Null und 0,5. Ab einer Magnitude 1 muss dies der Bergbehörde gemeldet werden. Die meisten seismische Ereignisse sind in einem Feldesteil, dass über 1000 m Deckgebirge aufweist, also im wesendlichen im Bereich des Frauenberges, so dass man eventuell in Jechaburg und Großfurra etwas bemerken könnte.
Unter Tage sind es die Bereiche Südfeld I und V. Und wenn man bedenkt, dass es noch sogenannte mobile Erschütterungsmessstellen gibt, so kann man festhalten, dass die bergbauliche Tätigkeit unter einer souveränen Kontrolle steht.
Hans-Jürgen Schmidt
Bilder: Hans-Jürgen Schmidt
- Bild 1: Grafik zur Sinkgeschwindigkeit von Beginn des Carnallititabbaues bi zur Vollendung der Versatztätigkeit im Ostfeld der Grube I
- Bild 2: Seismische Ereignisse im Ostfeld der Grube I bis 1992
- Bild 3: Seismische Ereignisse im Ostfeld der Grube I im Jahre 2007
- Bild 4: Messstelle über Tage in der Nähe des Autohauses Hannig
- Bild 5: "Innenleben" der Messstelle
- Bild 6, 7: Messstellen unter Tage
- Bild 8: Herdlagen der seismischen Ereignisse von 12/2008 bis 02/2009. Hier im Bereich unter dem Frauenberg, im Bereich Südfeld I und Südfeld V der Grube Schacht I und V.







