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Lizenz zum Senden

Montag, 13. Dezember 2010, 15:50 Uhr
Das Nordhäuser Bürgerradio OKN geht ins zweite Jahrzehnt seines Bestehens. Darauf verständigte sich die Versammlung der TLM in Erfurt. nnz hat beim Leiter des Sender Olaf Schulze nachgefragt.


Ein ereignisreiches Jahr geht auch im Offenen Kanal Nordhausen zu Ende. Während das Frühjahr geprägt war von den Feierlichkeiten und Aktionen zum 10-jährigen Sendejubiläum, stand in der zweiten Jahreshälfte die Beantragung einer neuerlichen Sendelizenz für das Bürgerradio durch den Trägerverein „Offener Kanal Nordhausen e. V.“ im Mittelpunkt des Geschehens. In der vergangenen Woche erteilte die Versammlung der Thüringer Landesmedienanstalt den Nordhäusern für weitere zwei Jahre die Lizenz zum Senden.

nnz online: Der OKN hat letzte Woche erneut die Lizenz als Radiosender in Nordhausen erhalten. Eine reine Formalität für einen gestandenen Sender wie den OKN?

Schulze: Nein, absolut nicht. So rasant wie sich die Medienlandschaft ändert und sich Schwerpunkte verlagern, war es in diesem Jahr eine echte Herausforderung, ein neues Konzept einzureichen. Auch unsere Prämissen haben sich in den letzten Jahren deutlich verschoben.

nnz online: In welche Richtung?

Schulze: Vom einstigen klassischen Bürgersender, der die Tür offen hält für alle und jeden und wartet, was da passiert haben wir uns gewandelt zu einem Sender mit dem Anspruch, den Radiomachern Medienkompetenz auf hohem Niveau zu vermitteln und eine ergänzende publizistische Funktion in der regionalen Medienlandschaft wahrzunehmen.

nnz online: Wie schätzen Sie nach 10 Jahren Betrieb die Entwicklung des Senders ein?

Schulze: Nach einer anfänglichen Euphorie mit sehr vielen und schnellen Formaten hat sich immer mehr der Qualitätsgedanke durchgesetzt. Die meisten unserer Radiomacher produzieren ihre Sendungen in unseren Räumen ganz in Ruhe vor und erreichen dadurch wesentlich bessere Sendungen mit hohem inhaltlichen Niveau. In der öffentlichen Wahrnehmung in der Stadt hat sich der OKN im Laufe der Jahre gut etabliert, werden partnerschaftliche Beziehungen zu Vereinen, dem Theater, der FH, zu Sportvereinen etc. gepflegt und nicht zuletzt ja auch zur nnz online, aus der wir unsere tägliche Nachrichtensendung speisen. Wir werden inzwischen als wichtiges Medium in der Region wahrgenommen. Besonders erfolgreich ist die Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt, hier funktioniert das gegenseitige Geben und Nehmen sehr gut.

nnz online: Wie sieht diese Zusammenarbeit konkret aus?

Schulze: In den letzten Jahren war das Öffentlichkeitsprojekt des Lokalen Aktionsplans (LAP) des Bundesprogramms „Vielfalt tut gut“ im OKN angesiedelt und wir durften zum diesjährigen Rolandsfest zwei Vormittage lang eine Bühne betreiben und von dort aus übertragen. Das war ein großer Vertrauensbeweis und für uns eine tolle Werbeaktion. Das soll im nächsten Jahr übrigens wiederholt werden.

nnz online: Vorsitzender des Trägervereins ist nach wie vor der CDU-Politiker Dr. Klaus Zeh. Ist das eher ein Segen oder manchmal auch ein Fluch für den Sender?

Schulze: Unbedingt ein Segen. Dr. Zeh ist nicht nur ein versierter Politiker mit vielen guten Kontakten, sondern auch ein glühender Verfechter des Bürgerfunk-Gedankens. In den ganzen 10 Jahren hat es von seiner Seite niemals eine inhaltliche Einflussnahme auf das Geschehen im Sender gegeben. Ganz im Gegenteil legt er seine Funktion als Vereinsvorsitzender dahingehend aus, uns als Mitarbeitern im Sender immer den Rücken zu stärken und neue Ansätze unterstützend zu begleiten.

nnz online: Welche neuen Ansätze gibt es in der nächsten Lizenzierungsperiode?

Schulze: Wir werden uns aktiv den neuen Medien im Internet stellen und sie in unsere Arbeit einbeziehen. Und wir wollen noch mehr Nordhäuser zur Mitarbeit bewegen, indem wir auch kleinere Formate und kürzere Beiträge intensiv ins Programm integrieren. Schwerpunkte bleiben die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, aber in der nächsten Zeit wünsche wir uns auch eine schlagkräftige Seniorenredaktion, die sich den Belangen ihrer Heimatstadt widmet. Oberste Priorität hat aber nach wie vor die Zugangsfreiheit zum Sender für alle, die gern mal ihre eigene Sendung zu ihrem speziellen Thema produzieren und später auch im Radio hören wollen.

nnz online: Dann wünschen wir dem OKN alles Gute für die nächste Dekade.