Unterbeschäftigt
Wie immer wollen nnz und kn auch für den Monat August 2011 die Zahlen des Arbeitsmarktes für Nordthüringen ein "wenig vervollständigen". Damit wird der Blick auf die Zahlen des realen Arbeitsmarktes im Landkreis Nordhausen und im Kyffhäuserkreis ein wenig fokussierter...
Im Landkreis Nordhausen sollen in diesem Monat offiziell 4.568 (4.543) Frauen und Männer ohne Beschäftigung gewesen sein. Das mag auf den ersten Blick auch so seine Richtigkeit haben und viele Medien werden das heute und morgen berichten. Doch zu dieser Zahl sind zum Beispiel noch diejenigen zu addieren, die sich in einer beruflichen Eingliederung befinden, oder diejenigen, die Ein-Euro-Jobber sind und sich beruflich weiterbilden oder die einen Gründungszuschuss erhalten.
Dann rechnet sich die Ausgangszahl für den Landkreis Nordhausen ganz schnell auf 6.444 (6.491) zusammen, also noch 1.876 (1.948) Frauen und Männer mehr, die vielleicht gern einem sozialversicherungspflichtigen Job nachgehen würden, es aus den unterschiedlichsten Gründen nicht dürfen oder können.
Der Blick in den Kyffhäuserkreis. Da werden nach unserer Rechnung aus den 5.322 (5.301) Frauen und Männern, die im Kyffhäuserkreis offiziell als arbeitslos ausgewiesen werden, dann beim inoffiziellen Addieren plötzlich 7.041 (7.126). Auch da gibt es eine Differenz von 1.719 (1.825).
In Klammern die Zahlen von Juli 2011
Autor: nnz
Kommentare
Retupmoc
01.09.2011, 08:11 Uhr
Lügen
Sehr positiv, das die Redaktion die wahren Zahlen veröffentlicht. Aber warum veröffentlicht man dann die ganzen Lügengebilde der Ämter? Können wir nicht einmal gegen diese Leute ankämpfen? Wie lautete doch der Schöbel - Wende - Titel:
Wir brauchen keine Lügen mehr ! Geben wir diesen Zahlenverdrehern und Zahlenfalschkommentaren keine Plattform. Ich würde mir wünschen, das die NNZ ab Oktober nur noch die realen Zahlen veröffentlicht!
Nordhäuser0815
01.09.2011, 09:36 Uhr
NNZ kein CHAT und Lügen
Auch wenn das hier kein Chat ist und dieser Kommentar warscheinlich wieder nicht veröffentlicht wird weil er angeblich nicht zum Thema gehört bin ich der Meinung das die NNZ wie alle Medien Teil eines Staatlichen Lügengebildes ist und diese "geschönten" Zahlen veröffentlichen muß.
I.H.
01.09.2011, 10:27 Uhr
Na klaro, Lügen,
überall Lügen, wo man hinguckt Lügen. Alles staatlich gesteuert, sogar nnz. Habt ihr heute schon mal an den Himmel geguckt? Heut nacht waren wieder die Flugscheiben unterwegs, überall Chemtrails am Himmel. Jetz rieselt uns das Zeug wieder auf den Kopf.
Leider kann man diese Regierung und die Ämter für die falschen Zahlen nich verbieten, da sitzen nämlich überall V-Leute drin. Aber die Idee von Zensuro 62rew'ler is gut. Einfach nix mehr veröffentlichen von den Bilderbergern. Das macht dann bestimmt die Zeitung unheimlich lesenswert!
Verschwörungsfan - Jupp
Harzer_Wolf
01.09.2011, 11:26 Uhr
Nicht lustig
Sehr geehrter Jupp, ich finde das nicht so lustig, wie Sie das so schreiben. Sicher gibt es keine Verschwörungstheorien. Nur eins möchte ich anmerken: Zu DDR - Zeiten wurden durch Betriebe, Sportvorstände, Wahlvorstände usw. Zahlen so geschönt, das diese für die Statistik der Regierung passten. Und Honni hat diese dann im Parlament und in der Aktuellen Kamera der Bevölkerung freudestrahlend verkündet. Jeder in der DDR, der ein bisschen denken konnte, wusste das das alles Unsinn ist.
Warum also bitte Jupp müssen wir uns als Bundesbürger den gleichen Hohn wieder gefallen lassen? Das sind keine V - Männer, sondern Menschen die mit Tastatur und PC einfach Dinge zurecht biegen wie es ihnen passt und das die Verantwortlichen (in dem konkreten Fall) die allseits unbeliebte Ursula nicht im schlechten Licht dastehen.
Dagegen sollte man schon etwas tun.
PS:
Das Bündnis der Bilderberger gibt es wirklich und Sie können sicher sein, das diese Mächtigen auch die Regierungen kontrollieren. Das sollte man definitiv nicht ins Lächerliche setzen. Beobachten Sie weiter Ihre Himmelsscheibe, ich halte mich eher an Fakten.
Herr Taft
01.09.2011, 15:30 Uhr
jeden Monat die gleiche Diskussion...
Die öffentlichen Zahlen haben ihren Adressaten nicht in uns, die wir alle wissen, dass die tatsächliche Arbeitslosigkeit höher ist. die Zahlen dienen der Vergleichbarkeit im europäischen und internationalen Maßstab.
Da die Sozialsysteme und die Maßnahmen in den verschiedenen Ländern unterschiedlicher nicht sein könnten, muss eben der kleinste gemeinsame Nenner gefunden werden und das ist eben nunmal die Menge der Nichtbeschäftigten (ohne Minijob und Maßnahme).
Nein, ich arbeite nicht für Frau v.d.L....
Es gibt im Statistischen Bundesamt ebenfalls eine Auswertung über die Menschen, die unter dem definierten Existenzminimum leben müssen - da dieses jedoch in jedem Land - wenn überhaupt - anders definiert ist, ist hier ein aussagekräftiger Vergleich nicht möglich.
Das hat nichts mit Lügen zutun. Offizielle Zahlen werden kommuniziert. Bitte liebe Kommentatoren - bitte vor jeder Polemik erstmal die Tatsachen ergründen.
Peppone
01.09.2011, 20:56 Uhr
Das ist wie in der Klippschule,
oder der Koranschule, jeden Monat bzw. fast täglich wiederholt sich die selbe Leier.
Man sollte eigentlich meinen, das nach 8 Jahren Agenda 2010, noch von Schröder's SPD und Grünen gemacht, so langsam jeder begriffen haben sollte, dass beim Zählen der Erwerbslosen nur die berücksichtigt werden, die auch Erwerbslos sind!
Die Jenigen, die in Maßnahme sind oder Minijob haben und damit Arbeit suchen werden gesondert aufgeführt. Das ist ja auch kein Geheimnis. Wer das genau wissen will, braucht nur die veröffentlichten Zahlen mit etwas guten Willen betrachten. Zum Zusammenrechnen braucht es keine Journalisten von der nnz, das bekommt jeder Grundschüler eigentlich selber hin, wenn er das will!
Aber ich bin mir sicher, Ende September stellen hier die selben "Experten" die selben Fragen zum selben Thema.
Es bleibt also spannend.
Retupmoc
02.09.2011, 08:09 Uhr
Nicht jeder hat es begriffen
Anscheinend hat es nicht jeder begriffen das Erwerbslos (ohne Maßnahme) das gleiche ist wie Erwerbslos (mit Bewerbungstraining als Beispiel). Meine Mutter (79) denk auch immer, wie toll das ist das nur noch 3 Millionen Menschen ohne Arbeit sind. Wenn ich ihr dann erkläre, das 6,4 Menschen Peter-Hartz4 beziehen, glaubt die mir das fast nicht. " Die im Fernsehen sagen doch immer unter 3 Millionen ist die Antwort der älteren Frau ". Glauben Sie mir, wir, die uns damit beschäftigen - wir können das Konstrukt auseinanderhalten, manch einfacher Bürger kann es nicht. Aber solche Zahlen beeinflussen z. B. dessen Wahlverhalten.
Und noh ein Satz zu @ Nussbaum: Die Zahlen sollen also den europäischen Maßstab wiederspiegeln? Selbst wenn das so sein sollte, kann man dann nicht beim Arbeitsamt Nordhausen mit den reellen Zahlen an die Presse gehen? Oder glauben Sie das in Finnland jemand die Zahlen aus der NNZ mit den Zahlen des finnischen AA vergleicht?
Ja es ist jedesmal dasselbe. Die Ämter und Regierungen wollen uns Monat für Monat für dumm verkaufen. Gehen Sie einfach mal jetzt auf das Arbeitsamt in Nordhausen und schauen wieviel Leute dort am Thresen oder in den Wartebereichen sitzen. Dann wissen Sie wie hoch die wahren Zahlen sind. Und vergessen Sie dann nicht, das diese Arbeitslosen es als Hohn empfinden müssen, wenn Sie die Zeitung aufschlagen und lesen müssen, das es fast keine Arbeitslosen mehr gibt. Jedes einzelne Schicksal ist eines zuviel.
Vergessen Sie das mal lieber nicht - es könnte auch Sie mal treffen - vielleicht in 5 Jahren wenn ein Sprecher der Regierung dann Vollbeschäftigung bekannt gibt. Aber 9 Millionen Hartz4 beziehen.
Schönes Wochenende !
Herr Taft
02.09.2011, 14:04 Uhr
@ rwe ganz recht - nicht jeder hat begriffen
bitte beschäftigen Sie sich etwas mehr mit der Thematik, anstatt hier in Polemik und Anfeindungen zu verfallen. Ihrer geehrten Mutter sei es verziehen, dass sie die Zusammenhänge nicht erschließt. Allerdings wird auch die Fraktion der geBILDeten Menschen (also, die deren einzige BILDung aus dem gleichnahmigen Wurstblatt kommt)immer größer.Ich finde es nur bedenklich, dass die nnz ähnlich reißerisch von unvollständigen Zahlen spricht.
Natürlich kann das Arbeitsamt Nordhausen nur die Zahlen veröffentlichen, die auch in die offiziellen Statistiken einfließen. Es könnte sie um weitere ergänzen - keine Frage. Ich bin auch sicher, dass die Zahlen über die in Maßnahmen befindlichen Menschen dem Amt vorliegen und diese auch herausgegeben werden. Wie sonst, glauben Sie kommt die nnz an diese ?
Es wird also niemand für dumm verkauft, der in der Lage ist, die Zahlen zu interpretieren. Im Umkehrschluss ist also derjenige dumm, der es nicht kann...oder nicht in der Lage ist, es zu hinterfragen...(Ihre verehrte Frau Mutter natürlich ausgenommen, da ihr offenbar jemand fehlt, der es ihr erklären könnte)
Ebenfalls ein schönes Wochenende
freundlichst...
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Anmerkung der Red: Die Diskussion zu diesem Artikel ist beendet
Bodo Schwarzberg
02.09.2011, 15:25 Uhr
Hubertus: nicht "Klippschule", sondern Beschönigung
Lieber Hubertus,
niemand zieht doch in Zweifel, dass die Zahlen zur Arbeitslosigkeit von jedem anders interpretiert werden, dass es eine offizielle Zählweise gibt und eine "Volkszählung", die auch jene Menschen einbezieht, die in "Maßnahmen" gesteckt wurden, arbeitsplatzmangelbedingt in den vorzeitigen Ruhestand versetzt werden u.s.w. Den meisten Schreibern geht es doch aber im Kern darum, dass mit der offiziellen Zählweise ein Problem kaschiert wird, das zunehmend an Brisanz gewinnt.
Wenn gerade von der Politik frohlockt wird, die Arbeitslosigkeit sei auf dem niedrigsten Stand seit 20 (?) Jahren, so müsste man konsequenterweise hinzufügen, dass wir eine zumindest in der Tendenz stark steigende Anzahl geringfügig Beschäftigter haben, die oftmals zusätzlich noch die soziale Grundsicherung in Anspruch nehmen müssen, um ihre Existenz zu sichern. Während doch in jedem Monat die offiziellen Arbeitslosenzahlen verkündet werden, lässt man die Zahlen, die Auskunft über die zunehmende Armut im Land geben, all zu oft unter den Tisch fallen. Letztere aber kennzeichnen die Unfähigkeit des Systems aber viel treffender, seine sozialen Probleme in den Griff zu bekommen.
Diese Menschen werden vom öffentlichen Leben ähnlich ausgegrenzt, wie die ALG II-Empfänger, was für den Zusammenhalt der Gesellschaft nicht gut ist. Wie so oft, lieber Herr Hubertus, wird die Wahrheit doch erst deutlich, wenn man hinter die Zahlen schaut und wenn man jene betrachtet, die von offizieller Seite nur all zu selten veröffentlicht werden.
Die Halbwahrheit "sinkende Arbeitslosigkeit" hilft uns aber nicht weiter. Das ist eine Form des "Den Kopf in den Sand steckens".
Eines jedoch ist generell festzuhalten: In Deutschland jammern wir auf einem hohen Nievau. Unser Sozialsystem bleibt immer noch eines der besten in der Welt und das ist keineswegs selbstverständlich! Das sollte niemand vergessen und zwar auch jener oder jene nicht, der bzw. die arbeitslos oder geringfügig beschäftigt ist.
TeeEff
02.09.2011, 15:27 Uhr
Aufstocker!
Das dabeizwischen 30 und 50% der Hartz4-Empfänger Aufstocker sind - also Leute die Vollzeit arbeiten, davon aber ihre Familie nicht ernähren können - ist das Schlimmste!
Daher: MINDESTLOHN!
Wolfi65
03.09.2011, 07:38 Uhr
Jetzt
Es gibt kein wenn und aber.
Mindestlohn jetzt und in allen Einkommensbereichen.
Aber die da oben machen sowieso was sie wollen.
Bis zum Zahltag, denn dann wird abgerechnet!
Mit freundlichem Gruß
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