Unkontrollierte Verbreitung
Die gentechnisch veränderten Organismen (GVO) sind kaum mehr zu stoppen. Dem gestrigen Urteil des Europäischen Gerichtshofes zufolge darf zwar künftig Honig, der auch nur geringe Mengen an gentechnisch veränderten Pollen enthält, nicht mehr ohne neue Zulassung verkauft werden. Doch ÖKO-TEST weist darauf hin, dass viel mehr Produkte mit Gentechnik verunreinigt sind...
Eine aktuelle Untersuchung in der September-Ausgabe des ÖKO-TEST-Magazins zeigt, dass etwa auch in therapeutischer Säuglingsnahrung gen-technisch verändertes Soja nachzuweisen ist. Fündig wurde ÖKO-TEST in drei Produkten. Die Untersuchungen des Frankfurter Verbrauchermagazins zeigen zudem, dass gentechnisch veränderte Bestandteile in Fleischersatz, Senf, Diätprodukten, Babynahrung, Maischips, Nuss-Nougat-Cremes und Sojaprodukten zu finden ist.
Verbraucher müssen mittlerweile immer damit rechnen, dass Gen-Technik im Einkaufswagen landet, selbst wenn auf dem Etikett nichts davon steht.
Autor: nnz
Kommentare
Bodo Schwarzberg
08.09.2011, 09:00 Uhr
Gentechnik: nur der Profit zählt - Risiken uninteressant
Hat hier jemand allen Ernstes geglaubt, die Gentechnik sei aufzuhalten? Ich jedenfalls nicht. Die Möglichkeiten, den Gewinn zu steigern, lassen jede Vorsicht in den Hintergrund treten. Dabei weiß niemand genau,ob es zu Auswirkungen auf die Entwicklung des Lebens auf der Erde kommt, und wenn ja, was dann geschieht. Niemand weiß. ob die Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen nicht zum Beispiel mit einem Mal in der Lage sind,von der Natur gegebene Kreuzungsbarrieren zu überwinden.
Dabei wird wieder eines deutlich: Die Machtlosigkeit des Bürgers, der natürlich alles wieder murrend oder auch unwissend hinnimmt, inklusive aller Risiken.
Und zugleich zeigt die Gentechik, wie sehr die Politik mal wieder vor der Pharma- und Getreidelobby und ihren Interessen eingeknickt ist.
Auf der anderen Seite verschwinden alte, bewährte Kulturpflanzensorten von der Erde, Pflanzen, die unter ganz spezifischen, z.T. extremen Bedingungen gedeihen und Ertrag bringen. In Zeiten des Klimawandels sollte man derartige Chancen aber nicht ungenutzt lassen und das Aussterben der alten Sorten verhindern, zumal deren Einsatz im Gegensatz zur Gentechnik unbedenklich ist.
In Zeiten des Klimawandels könnte eine Renaissance der alten Sorten nach unterschiedlichen Studien Milliarden sparen und einen Beitrag zur Sicherstellung der Ernährung auch in recht unfruchtbaren Regionen leisten, wofür sie ursprünglich ja auch gezüchtet wurden. Aber wir brauchen ja nur vor die eigene Haustür zu schauen. Derzeit vergammeln wie in jedem Jahr Pflaumen, Äpfel und Birnen an alten Hochstammsorten in Feld und Flur.
Kaum jemand macht sich noch die Mühe, diese echten Biofrüchte zu pflücken und sich für den Erhalt der alten heimischen Sorten einzusetzen. Stattdessen kauft der Verbraucher Äpfel aus Chile. Er hat wieder einmal versagt. Denn er hätte es in der Hand, Massensorten, die immer mehr gentechnisch verändert sind, im Regal liegen zu lassen.
Die Industrie setzt genau auf diese Unbeweglichkeit und auf das Unwissen der Verbraucher. Und so siegt die Gentechnik und die einfache, langfristig aber sehr fragwürdige "Lösung".
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