Weiterbildung fördern
Mit einem Thüringer Weiterbildungsscheck unterstützt das Wirtschaftsministerium ab sofort die berufliche Qualifizierung der Thüringer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Das teilte Wirtschaftsminister Matthias Machnig heute in Erfurt mit...
Anders als bisher kann sich ein Beschäftigter mit dem Scheck individuell und unabhängig von seinem Unternehmen weiterbilden. Die Förderung ist auf 500 Euro pro Jahr begrenzt. Anträge auf die Weiterbildungsförderung nimmt ab sofort die Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung (GfAW) entgegen.
Wir brauchen neue Ansätze, um alle Qualifikations- und Beschäftigungsressourcen in Thüringen zu heben, sagte Machnig. Das sei notwendig, um den in den kommenden Jahren weiter wachsenden Fachkräftebedarf zu decken. Mit dem Weiterbildungsscheck geben wir Beschäftigten die Möglichkeit, ihre Qualifikation und damit ihre beruflichen Perspektiven zu verbessern.
Förderfähig sind alle sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten kleiner und mittelständischer Unternehmen ebenso wie Selbstständige mit Sitz in Thüringen. Der Weiterbildungsscheck setzt dort an, wo die Bildungsprämie des Bundes aufhört, nämlich bei einem Jahreseinkommen ab 25.600 bei Allein- und 51.200 Euro bei Zusammenveranlagten; die Obergrenzen liegen bei 40.000 Euro bzw. 80.000 Euro.
Wir schließen mit dem Weiterbildungsscheck also die Lücke im mittleren Einkommensbereich, der ebenfalls einen hohen Qualifizierungsbedarf aufweist, aber oft nicht über die Mittel verfügt, um in Weiterbildung zu investieren, sagte der Wirtschaftsminister. Derzeit zählen laut Landesamt für Statistik in Thüringen rund 140.000 Arbeitnehmer zur Zielgruppe des Weiterbildungsschecks. Das Wirtschaftsministerium geht von ca. 1.000 Förderfällen pro Jahr aus.
Gefördert werden berufliche Weiterbildungen aller Art, wie etwa Sprachkurse oder EDV-Lehrgänge, die bei geeigneten Fortbildungsträgern absolviert werden. Bei den Weiterbildungen kann es sich um Lehrgänge, Seminare oder auch Fernunterricht handeln. Die Förderung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Landes kann bis zu 50 Prozent der Weiterbildungskosten betragen, Beschäftigte ab dem 45. Lebensjahr oder Berufsrückkehrer können sogar bis zu 70 Prozent Zuschuss erhalten. Der Weiterbildungsscheck kann für Bildungsangebote im gesamten Bundesgebiet in Anspruch genommen werden.
Autor: nnz
Kommentare
H.Buntfuß
08.09.2011, 17:04 Uhr
Weterbildung
Dieser Artikel klinkt fast wie ein HOHN wenn man den Artikel,Kommentare und Stellungsnahme (RECHT AUF BILDUNG) gelesen hat. Herr Maching ich würde Ihnen und Ihren Ministerkollegen raten, dafür zu sorgen, dass unsere Kinder erst einmal eine gründliche Grundausbildung bekommen. das sind die Grundlagen für spätere Weiterbildung und Qualifikation.
Wenn jemand keine optimale Schulbildung bekommt, wie das in Thüringen anzunehmen ist,ist eine spätere Weiterbildung sehr schwer. ( Vielleicht reicht das ja für einen politischen Job, aber in der Wirtschaft fragt man nach einer guten Ausbildung)
Das Beispiel der Französischlehrerin aus Hessen zeigt sehr deutlich, wie Gleichgültig man in Thüringen mit der Bildung unserer Kinder umgeht.
Harzer_Wolf
09.09.2011, 07:46 Uhr
Herzlichen Glückwunsch
zur Weiterbildungsoffensive Thüringen. Da ist Herrn Machnig und seinen Assistenten nun der große Rundumschlag für ein gebildetes Thüringen gelungen. Oder etwa nicht?
1. Ich kann nicht nachvollziehen, wieso ein Single, der einen Bruttoverdienst von fast 4000 Euro hat ( damit käme er auf die Bemessungsgrenze von 40000 Euronen Netto ) auf Kosten des Steuerzahlers gefördert werden sollte? Nein - keine Neiddebatte - von mir aus darf jeder soviel verdienen. Aber mal im Ernst braucht so ein Mensch eine 500-Euro-Förderung (das wären 42 Euro im Monat )? Bei Verheirateten wäre das ein Einkommen von 7500 Euro im Monat.
2. 140000 Menschen wären antragsberechtigt. ok - wenn diese Zahl stimmt und man von 1000 Anträgen ausgeht, würden ungefähr 0,7 Prozent der Antragsberechtigten einen Bildungsgutschein des Landes Thüringen erhalten. Eine stolze Summe. Das Land würde dann übrigens 500000 Euro im Jahr dafür ausgeben.
3. Warum hat Herr Machnig eigentlich vergessen zu erwähnen, das dafür andere Förderungen ( vor allem für Geringverdiener ) gestrichen werden? Hört sich wohl nicht so gut an?
Irgendwie habe ich in letzter Zeit den Eindruck, das unser Wirtschaftministerium nur noch falsche Entscheidungen trifft. Überall wird gekürzt, nicht nur Bildung auf ein niedriges Level gefahren. Aber den Papst finanziert man großzügig, genauso wie zwei nicht nötige Fußballarenen in Erfurt und Jena für knapp 5000 Hanseln.
Wann bitte ist die nächste Wahl?
I.H.
09.09.2011, 09:11 Uhr
Mehr Brutto vom Netto
Der Weiterbildungscheck des Wirtschaftsministeriums für die angedachten Einkommensbereiche ist eine hervorragende Sache. Gerade die Menschen dieser Einkommensbereiche sind in ihrem Job oft auf Weiterbildung angewiesen.
Gerade diese Leute sind schon gut in die Steuerprogression gerutscht und zahlen an den oberen Rändern der Beitragsbemessungsgrenzen von Renten- und Krankenversicherung. Sie sind die Melkkühe der Nation und haben oft nur geringfügig mehr Netto heraus, als die unteren Einkommensbereiche.
Wenn ich im Kommentar sowas lese - " Ich kann nicht nachvollziehen, wieso ein Single, der einen Bruttoverdienst von fast 4000 Euro hat ( damit käme er auf die Bemessungsgrenze von 40000 Euronen Netto ) auf Kosten des Steuerzahlers gefördert werden sollte?" - krempeln sich mir die Fussnägel hoch.
Abgesehen davon, dass es rechnerischer Unsinn ist, es ist noch eine vollkommene Verkennung einer guten Arbeitsmarktpolitik und natürlich ist es eine Neiddebatte, was denn sonst?
In einem anderen Beitrag gab es ein gutes Stichwort dazu. Frei nach Dieter Nuhr: "wenn man keine Ahnung hat - einfach mal Fresse halten".
will auch mehr Brutto vom Netto - Jupp (nee, ich gehöre nich zu den Betroffenen)
Harzer_Wolf
09.09.2011, 12:11 Uhr
Ich mache mir grad Sorgen um Fußnägel,
aber meine Rechnung ist völlig korrekt. Und wenn Sie sich dann bitte einmal richtig informieren, werden Sie feststellen, das in nicht langer Zeit ( nämlih noch dieses Jahr ) die Förderung für Menschen, die unter den dort angegebenen Bemessungsgrenzen liegen , ausläuft. Heißt im Klartext: Wer unter 25600 Euro als Single verdient bekommt nix mehr , aber wer mehr verdient bekommt.
Ich finde, das dies eine Farce ohnegleichen ist. Aber reden Sie nur alles schön. Willkommen im Wunderland.
Peppone
09.09.2011, 17:09 Uhr
Wird auch Zeit,
dass man sich mal mit denen beschäftigt, die den ganzen "Laden" am Laufen halten. Machnig macht auf mich einen guten Eindruck, der Mann denkt nach und schwimmt auch mal gegen den Strom. Genau so etwas braucht das Land. Auch seine Maßnahmen zur Rückdrängung der Zeitarbeit gefallen mir sehr gut. Brauchbarer Mann!
Diese bis 25600 Euro Förderung des Bundes ist zwar gut, aber nicht besonders effizient. Der Betonfacharbeiter mit Englisch Kurs ist zwar nice to have, aber der Sachbearbeiter im Vertrieb braucht den Kurs dringender. Und dass der Konstrukteur einen CAD Kurs dringender braucht als der Gebäudereiniger, dürfte auch klar sein.
@Harzer_Wolf, woher haben Sie denn die Aussage, dass der Bund nicht mehr die bis 25600 Einkommen fördert? Würde mich mal interessieren, habe darüber noch nichts gehört. Ihr seltsames Beispiel vom 4000 Euro Single ist übrigens wirklich Unsinn, der verdient nämlich mehr als 40000 Euro Brutto im Jahr, welches die Bemessungsgrenze für diese Weiterbildung ist. Aber Brutto und Netto, das kann man schon mal verwechseln...
Harzer_Wolf
10.09.2011, 12:34 Uhr
Bodenlose Frechheit
was man da von @ Hubertus lesen muss. Ihr Kommentar ist eine Frechheit gegenüber Niedrig - bzw. Normalverdienern. Auch ein Betonfacharbeiter benötigt Englischkenntnisse. Und der Sachbearbeiter im Vertrieb kommt auch bestimmt kaum an die Bemssungsgrenze.
Jedenfalls nicht im Billiglohnland Nr. 1: Thüringen. Und glauben Sie mir, ich weiß wovon ich spreche, da ich selbst in der Bildungsbranche arbeite und ab und zu die betreffenden Finanzen einsehen kann. Manchmal treibt es einen die Tränen in die Augen mit was manche Menschen trotz 40 - h - Woche im Monat auskommen müssen. Deshalb ist diese Aussage ein Affont gegen unsere Bürgerinnen und Bürger.
Entweder arbeiten Sie bei der Arge oder Sie sind FDP - Mitglied. Andere Menschen würden so eine sinnlose Diskussion nicht beginnen.
Zu Ihrer Frage, wie gesagt ich arbeite in der Branche und muss deshalb das die staatliche Förderung für die Einkommen unter 25600 / 51200 Euro am 30.11.11 ausläuft. Wenn Sie mir nicht glauben rufen Sie einfach die kostenlose Hotline des Ministeriums an unter :
0800 2623-000 . Dort wird man Ihnen das bestätigen.
PS: Mein Rechenbeispiel war natürlich nicht auf den Cent genau, weil man ja dann noch berücksichtigen muss ob Kinder vorhanden sind u.a. Dinge. Nur Fakt ist, wenn jemand 40000 Euro Brutto im Jahr hat , dann hat er jeden Monat ca. 3500 Euro Brutto. Wer verdient das den in Thüringen? Machnig geht selber von 140000 Antragsberechtigten aus. Bei 2,2 Millionen Einwohnern ist dass ca. jeder 18. der evtl. Anspruch hat. Tolle Förderung! Und wie gesagt, die Normalverdiener schauen bald in die Röhre.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.