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Di, 00:23 Uhr
13.09.2011

Einen Rückblick gemacht

Auf die Veranstaltungen im Panorama Museum hat Fred Böhme wie gewohnt 3inen Rückblick und wertete kritisch den Film "Die Friseuse" aus...

Mit Beginn des neuen Schuljahres sind auch die Kurse im Panorama Museum wieder gestartet. Während der Erwachsenenkurs sich einer erfreulich großen Nachfrage erfreut, könnte der Kinderkurs ruhig noch etwas Verstärkung gebrauchen. Momentan lernen die Kinder in einem zweidimensionalen Bild die Illusion von Volumen und Räumlichkeit darzustellen, was sich bekanntlich durch feinste Hell-Dunkel-Abstufungen erreichen lässt. Und das soll in verschiedenen Techniken ausprobiert werden, ob nun in der Bleistift- oder der Federzeichnung bis hin zur Malerei.

Falls Eltern möchten, dass ihre Kinder eine gezielte Förderung im Bildnerischen erhalten, sollten sie sie einfach für diesen stets montags zwischen 15:30 und 17:00 Uhr stattfindenden Kurs anmelden, der übrigens noch ein kostenloses Förderangebot ist.

Am Freitag, dem 2. September startete auch das StuKi 76 wieder sein Programm mit dem Doris-Dörrie-Streifen "Die Friseuse". Das Kino war gut gefüllt und die Anwesenden hatten offensichtlich Spaß an dieser über lange Strecken recht unterhaltsamen, im Ostberliner Milieu angesiedelten Tragikomödie. Nach vielen Katastrophen, seltsamen Verwicklungen und vergeblichen Bemühungen hatte eine übergewichtige Stehaufmännchen-Powerfrau letztlich doch Erfolg, den der mitfühlende Zuschauer dieser komischen und zugleich sympathischen Person auch wünschte. Trotzdem konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sich Doris Dörrie in ihrem Film auch gleich mal aller westdeutschen Klischeevorstellungen über das ostdeutsche Prekariat bediente. Da ist "Kathi aus dem Plattenbau-Marzahn", natürlich schwer übergewichtig, etwas naiv und trotzdem lebensfroh.

Natürlich hat diese Frau mit den kullerrunden Augen kein Gespür für Stil und Geschmack. Im hautengen grünen Kleid, all ihre Speckfalten vorführend, mit überdimensionierten Plastikschmuck aufgedonnert, geht sie zum Vorstellungsgespräch in den "Hairstylingsalon" dieser überschminkten, dem westlichen Schlankheitswahn verpflichteten, ältlichen Eigentümerin. Selbstverständlich sind es "ästhetische" Gründe, weswegen Kathi die ersehnte Stelle nicht bekommt. Unübersehbar wurde hier lustvoll überzeichnet, allerdings oft auf Kosten körperlicher Gebrechen der Hauptdarstellerin. Und so gipfelte das Ganze in einer grotesken Liebesszene zwischen der dicken Kathi und einem schmächtigen Vietnamesen, in der die Kamera geradezu voyeuristisch über die verzückten Fleischmassen streifte.

Meines Erachtens bediente sich Doris Dörrie aus Unkenntnis ostdeutscher Lebenswirklichkeit dieser Klischees und hat mit "Die Friseuse" letztlich kein filmisches Meisterwerk abgeliefert.
Fred Böhme
Autor: khh

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