Mi, 16:50 Uhr
14.09.2011
Scharfe Kritik vom Landrat
Die heutige Sitzung des Kreistages begann mit einer scharfen Kritik von Landrat Peter Hengstermann (CDU) an der Außendarstellung des Kyffhäuserkreises...
Die Kreistagssitzung begann wieder mit der Rede des Landrates zu den Ereignissen seit der letzten Kreistagssitzung. Zuerst ging er auf den Stand der Arbeitslosigkeit ein. Die Arbeitslosigkeit ist von Juli auf August 2011 nahezu konstant geblieben (von 5.301 Personen auf 5.322 Personen - ein Zuwachs von 21 Personen). Somit belief sich die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen im August auf 12,8%.
Die Zahl zu senken hat oberste Priorität, so der Landrat. Diese Zahl wurde in den vergangenen Monaten und Jahren stark gesenkt, was ein Verdienst und die Anstrengung vieler Beteiligter war. Es erfordert weitere Anstrengungen, fuhr er fort.
Was dem Landrat aber ganz übel aufstieß, ist die öffentliche Darstellung wie zuletzt mit einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 06.08.2011 von Frau Hummel, in der der Landkreis als letzte Absteige geschildert wird…
Dort wird unter dem Thema "Abwanderung von Frauen"… Arbeitslosigkeit und Alkoholismus als typisches Erscheinungsbild des Kyffhäuserkreises am Beispiel einzelner arbeitsloser Alkoholiker dargestellt.
Wir waren nach dem Zusammenbruch der Kali-, Elektro- und Maschinenbauindustrie im Kreis von Anfang an gezwungen, kleine Brötchen zu backen, so der Landrat. Viele kleine Erfolge führen bekanntlich auch zum Ziel, allerdings muss man dafür auch gewillt sein, dass Glas immer halb voll zu sehen. Nun flatterte vor ein paar Tagen aus dem Wirtschaftsministerium aus Erfurt ein "Trendatlas" aus dem Berater-Haus Roland Berger ins Haus.
Und auch hier erlebte der Landrat sein sprichwörtliches "blaue Wunder". So wird der Landkreis unter anderem bei der Darstellung von Betrieben und Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten mit Null aufgeführt, obwohl in dem Bericht auf das Landesamt für Statistik Thüringen verwiesen wird, in dem drei Betriebe benannt sind , u.a. Wago mit 1200.
"So kann man auch einen Trend setzen", so der Landrat, "das ist aber weder meiner noch unserer Anspruch und ich kann nur hoffen, dass die Damen und Herren Landtagsabgeordnete ihren Einfluss geltend machen und die Richtigstellung des Bildes ihres Wahlkreises verlangen".
Weiter sagte er: "Ich kann Ihnen aber schon jetzt versichern, dass ich mit der dargestellten "Abkopplung" des Kyffhäuserkreises, ja sogar Nordthüringens, nicht einverstanden bin und dagegen aktiv werde. Wie gesagt, immer mal etwas wegzulassen, kann nicht die Politik zur Investorengewinnung sein."
Der Landrat hat mit Schreiben vom 12.09.2011 an Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) in einem Brief gebeten, mit dem Kyffhäuserkreis und der LEG Thüringen über die Fortsetzung des Regionalmanagements und der Wachstumsinitiative zu reden und dabei insbesondere die Industriegroßfläche und die Autobahnanbindung in den Focus unserer weiteren Bemühungen zu setzen, da bereits mehrfach in öffentlichen Darstellungen zum Thema Industriegroßflächen/ Artern in schöner Regelmäßigkeit weggelassen wurde. Das darf so nicht weitergehen, sagte der Landrat abschließend zu diesem Thema.
Warum der Landrat allerdings die Imagekampagne von Wirtschaftsminister Matthias Machnig nicht in die Kritik mit einbezog, ist aus dem gesagten etwas verwunderlich. Hier hatte kn nicht mit Kritik gespart: (Angemerkt: Am Kabinett vorbei?) und (Ist das Thüringen?), da der Norden Thürinfgens bei dieser Kampagne völlig ausgegrenzt worden war.
Autor: khhDie Kreistagssitzung begann wieder mit der Rede des Landrates zu den Ereignissen seit der letzten Kreistagssitzung. Zuerst ging er auf den Stand der Arbeitslosigkeit ein. Die Arbeitslosigkeit ist von Juli auf August 2011 nahezu konstant geblieben (von 5.301 Personen auf 5.322 Personen - ein Zuwachs von 21 Personen). Somit belief sich die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen im August auf 12,8%.
Die Zahl zu senken hat oberste Priorität, so der Landrat. Diese Zahl wurde in den vergangenen Monaten und Jahren stark gesenkt, was ein Verdienst und die Anstrengung vieler Beteiligter war. Es erfordert weitere Anstrengungen, fuhr er fort.
Was dem Landrat aber ganz übel aufstieß, ist die öffentliche Darstellung wie zuletzt mit einem Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 06.08.2011 von Frau Hummel, in der der Landkreis als letzte Absteige geschildert wird…
Dort wird unter dem Thema "Abwanderung von Frauen"… Arbeitslosigkeit und Alkoholismus als typisches Erscheinungsbild des Kyffhäuserkreises am Beispiel einzelner arbeitsloser Alkoholiker dargestellt.
Wir waren nach dem Zusammenbruch der Kali-, Elektro- und Maschinenbauindustrie im Kreis von Anfang an gezwungen, kleine Brötchen zu backen, so der Landrat. Viele kleine Erfolge führen bekanntlich auch zum Ziel, allerdings muss man dafür auch gewillt sein, dass Glas immer halb voll zu sehen. Nun flatterte vor ein paar Tagen aus dem Wirtschaftsministerium aus Erfurt ein "Trendatlas" aus dem Berater-Haus Roland Berger ins Haus.
Und auch hier erlebte der Landrat sein sprichwörtliches "blaue Wunder". So wird der Landkreis unter anderem bei der Darstellung von Betrieben und Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten mit Null aufgeführt, obwohl in dem Bericht auf das Landesamt für Statistik Thüringen verwiesen wird, in dem drei Betriebe benannt sind , u.a. Wago mit 1200.
"So kann man auch einen Trend setzen", so der Landrat, "das ist aber weder meiner noch unserer Anspruch und ich kann nur hoffen, dass die Damen und Herren Landtagsabgeordnete ihren Einfluss geltend machen und die Richtigstellung des Bildes ihres Wahlkreises verlangen".
Weiter sagte er: "Ich kann Ihnen aber schon jetzt versichern, dass ich mit der dargestellten "Abkopplung" des Kyffhäuserkreises, ja sogar Nordthüringens, nicht einverstanden bin und dagegen aktiv werde. Wie gesagt, immer mal etwas wegzulassen, kann nicht die Politik zur Investorengewinnung sein."
Der Landrat hat mit Schreiben vom 12.09.2011 an Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) in einem Brief gebeten, mit dem Kyffhäuserkreis und der LEG Thüringen über die Fortsetzung des Regionalmanagements und der Wachstumsinitiative zu reden und dabei insbesondere die Industriegroßfläche und die Autobahnanbindung in den Focus unserer weiteren Bemühungen zu setzen, da bereits mehrfach in öffentlichen Darstellungen zum Thema Industriegroßflächen/ Artern in schöner Regelmäßigkeit weggelassen wurde. Das darf so nicht weitergehen, sagte der Landrat abschließend zu diesem Thema.
Warum der Landrat allerdings die Imagekampagne von Wirtschaftsminister Matthias Machnig nicht in die Kritik mit einbezog, ist aus dem gesagten etwas verwunderlich. Hier hatte kn nicht mit Kritik gespart: (Angemerkt: Am Kabinett vorbei?) und (Ist das Thüringen?), da der Norden Thürinfgens bei dieser Kampagne völlig ausgegrenzt worden war.