Mo, 11:29 Uhr
26.09.2011
Auf einen Toast
Eine lange Tafel, etwas zu trinken, etwas zu essen, gute Gespräche. In diesem simplen Setting entwickeln die Gastgeberinnen und Gastgeber von Dramazone (Bad Frankenhausen) in "Auf einen Toast": Einar Schleef einen Abend, der um Formen von Heimat und Erinnerung kreist, sich im einzelnen Gespräch verliert und sich in gemeinsamen Hymnen wieder bündelt....
Die Gastgeber des Theaterkollektivs Dramazone laden in der Theaterperformance Auf einen Toast zum Austausch von Erinnerungen an eine festlich geschmückte Tafel. Am 8. Oktober 2011 um 20.00 Uhr feiert die Performance im Rahmen des Festivals Vor uns das verhießene Land ihre Premiere im Spengler-Museum Sangerhausen. Dieses Festival findet anlässlich des 10. Todestages des Theaterregisseurs, Fotografen, Bühnenbildners, Malers und Schriftstellers Einar Schleef statt, der in Sangerhausen geboren wurde. Da sich Schleef in seinem Schaffen immer wieder auf Sangerhausen bezog, steht diese Verbindung im Mittelpunkt der Performance Auf einen Toast:
Einar Schleef. Das Kollektiv Dramazone bittet seine Gäste, Erinnerungen an Schleef sowie an Sangerhausen als ihrer Heimat auf eine Papiertischdecke zu schreiben. Ausgehend von diesen Erinnerungen entspinnen sich Gespräche, die die Gastgeber von Dramazone über Toasts als Trinksprüchen zusammenführen und verbinden. Dazu wird Toastbrot in drei Gängen serviert.
In Auf einen Toast: Einar Schleef lädt das thüringische Theaterkollektiv Sangerhäuserinnen und Sangerhäuser zum Austausch und interessiert sich für deren Expertenwissen. Es geht Dramazone nicht um das Wissen aus Büchern oder um akademische Kenntnisse über Schleef, sondern die Gastgebenden interessieren sich für die Erinnerungen vor Ort an ihren Schleef und ihr Sangerhausen. Dabei interessiert sich Dramazone vor allem für die Spuren Schleefs und seine Hinterlassenschaft, nachdem er in diesem Jahr bereist seit zehn Jahren tot ist. Was bleibt für die folgenden Generationen und was wird vergessen? Der Theaterabend wird ein ganz eigenes Gedächtnis aller schaffen – eine Ansammlung voller Erinnerungen an das eigene Zuhause, aber auch und vor allem an Einar Schleef, an die Region Sangerhausen und deren Umland. Plötzlich werden Schleefs Erinnerungen vielleicht auch zu den Erinnerungen der Gäste und der Gastgebenden – und wird Schleef selbst möglicherweise Teil dieses Zuhauses, das ebenso ambivalent wie Willkommen heißend sein wird.
Seit dem Jahr 2008 arbeitet Dramazone immer wieder an der Form einer gesellschaftlichen Tafel als simplem thetralen Setting für eine Performance und hat diese Idee in einer Performance Lecture und in einem Workshop am Jungen Staatstheater Braunschweig stetig weiter entwickelt.
In Sangerhausen wird aus dieser Idee nun ein Performancestück, das zu unterschiedlichen Themen stattfinden kann und so beispielsweise für 2012 als Gastspiel in Bad Frankenhausen zum Thema Thomas Müntzer geplant ist.
Dramazone ist eine Theater- und Performancekollektiv mit Produktionssitz im thüringischen Bad Frankenhausen, das auch in Hamburg, Erlangen, Basel u.a. aufführt. Die Mitglieder arbeiten mit ihren eigenen Biografien und Erinnerungen als Material und stellen sich stellvertretend für die Zuschauer einem zumeist intimen Thema – Heimat, berufliche Ängste, Niederlagen etc. Zielist es, für den Moment der Theateraufführung Gemeinschaften ins Leben zu rufen, die im Gedächtnis bleiben. Auf einen Toast ist das zwölfte Projekt der Gruppe.
BESETZUNG
Konzept: Dramazone
Von und mit: Sascha Förster, Malte van Haastrecht, Franziska Ruhl, Lea-Sophie Schiel, Dorothea
Schmans, Carolin Schneider
Bühne: Dramazone
Dramaturgie: Kaja Jakstat
Eine Produktion von Dramazone in Koproduktion mit Vor uns das verhießene Land
AUSBLICK
Am 05. November 2011 um 19.00 Uhr zeigt das Theaterkollektiv Dramazone seine Theaterperformance Schlagerliederabend im Regionalmuseum Bad Frankenhausen und am 19. November 2011 um 20.00 Uhr im Kulturhaus III&70 in Hamburg. Das Projekt hatte am 8. September in der Kaserne Basel im Rahmen der Treibstoff Theatertage Basel Premiere. Dazu wurde das Konzept als eine von sieben Realisierungen aus über 100 Einsendungen für die Koproduktion ausgewählt und geht nun in Deutschland auf Tour. Dramazone freut sich dabei im Besonderen, wieder nach Nordthüringen zurückzukehren.
Inhalt:
Eine lange Tafel, etwas zu trinken, etwas zu essen, gute Gespräche.
Auf einen Toast (Foto: Ann-Brit Keck)
In diesem simplen Setting entwickeln die Gastgeberinnen und Gastgeber von Dramazone in Auf einen Toast: Einar Schleef einen Abend, der um Formen von Heimat und Erinnerung kreist, sich im einzelnen Gespräch verliert und sich in gemeinsamen Hymnen wieder bündelt.
Ausgangspunkt der Uraufführung von Auf einen Toast wird der 1981 erschienene Fotoband Zuhause sein, in dem Einar Schleef seine Geburts- und Heimatstadt Sangerhausen fotografisch in den Blick nimmt und das teils triste, teils liebevolle Porträt einer ostdeutschen Kleinstadt präsentiert. Dramazone wird Schleefs Verhältnis zu Sangerhausen untersuchen, aber dafür auch
die andere Seite zu Wort kommen lassen: Was denken die Sangerhäuser über Schleef, diesen (verlorenen? ungeliebten?) Sohn der Stadt? Was denken sie selbst über Sangerhausen als ihr Zuhause? An der gemeinsamen Tafel werden Erinnerungen zu Schleef und Sangerhausen, zu dem Wechselverhältnis der beiden und dem Begriff der Heimat ausgetauscht. Dabei geben auch die Gastgeberinnen und Gastgeber von Dramazone ihre Erinnerungen mit in diesen Abend hinein. Im Spiel mit den gesellschaftlichen Normen und Konventionen, die ein solcher Abend an einer Tafel birgt, kommt die Tafelgemeinschaft immer wieder zu Gesprächen in kleiner Runde zurück, darf weiter essen oder bekommt mehr Gänge präsentiert.
Die Gäste und Gastgebenden schaffen an diesem Abend ihr ganz eigenes Gedächtnis: eine Ansammlung voller Erinnerungen an das eigene Zuhause, aber auch und vor allem an Einar Schleef, an die Region Sangerhausen und deren Umland. Plötzlich werden Schleefs Erinnerungen vielleicht auch zu den Erinnerungen der Gäste und der Gastgebenden – und wird Schleef selbst möglicherweise Teil dieses Zuhauses, das ambivalent sein wird, aber ebenso Willkommen heißend.
Im Web: www.dramazone.de
Dramazone
Fotografin: Ann-Brit Keck
Autor: khhDie Gastgeber des Theaterkollektivs Dramazone laden in der Theaterperformance Auf einen Toast zum Austausch von Erinnerungen an eine festlich geschmückte Tafel. Am 8. Oktober 2011 um 20.00 Uhr feiert die Performance im Rahmen des Festivals Vor uns das verhießene Land ihre Premiere im Spengler-Museum Sangerhausen. Dieses Festival findet anlässlich des 10. Todestages des Theaterregisseurs, Fotografen, Bühnenbildners, Malers und Schriftstellers Einar Schleef statt, der in Sangerhausen geboren wurde. Da sich Schleef in seinem Schaffen immer wieder auf Sangerhausen bezog, steht diese Verbindung im Mittelpunkt der Performance Auf einen Toast:
Einar Schleef. Das Kollektiv Dramazone bittet seine Gäste, Erinnerungen an Schleef sowie an Sangerhausen als ihrer Heimat auf eine Papiertischdecke zu schreiben. Ausgehend von diesen Erinnerungen entspinnen sich Gespräche, die die Gastgeber von Dramazone über Toasts als Trinksprüchen zusammenführen und verbinden. Dazu wird Toastbrot in drei Gängen serviert.
In Auf einen Toast: Einar Schleef lädt das thüringische Theaterkollektiv Sangerhäuserinnen und Sangerhäuser zum Austausch und interessiert sich für deren Expertenwissen. Es geht Dramazone nicht um das Wissen aus Büchern oder um akademische Kenntnisse über Schleef, sondern die Gastgebenden interessieren sich für die Erinnerungen vor Ort an ihren Schleef und ihr Sangerhausen. Dabei interessiert sich Dramazone vor allem für die Spuren Schleefs und seine Hinterlassenschaft, nachdem er in diesem Jahr bereist seit zehn Jahren tot ist. Was bleibt für die folgenden Generationen und was wird vergessen? Der Theaterabend wird ein ganz eigenes Gedächtnis aller schaffen – eine Ansammlung voller Erinnerungen an das eigene Zuhause, aber auch und vor allem an Einar Schleef, an die Region Sangerhausen und deren Umland. Plötzlich werden Schleefs Erinnerungen vielleicht auch zu den Erinnerungen der Gäste und der Gastgebenden – und wird Schleef selbst möglicherweise Teil dieses Zuhauses, das ebenso ambivalent wie Willkommen heißend sein wird.
Seit dem Jahr 2008 arbeitet Dramazone immer wieder an der Form einer gesellschaftlichen Tafel als simplem thetralen Setting für eine Performance und hat diese Idee in einer Performance Lecture und in einem Workshop am Jungen Staatstheater Braunschweig stetig weiter entwickelt.
In Sangerhausen wird aus dieser Idee nun ein Performancestück, das zu unterschiedlichen Themen stattfinden kann und so beispielsweise für 2012 als Gastspiel in Bad Frankenhausen zum Thema Thomas Müntzer geplant ist.
Dramazone ist eine Theater- und Performancekollektiv mit Produktionssitz im thüringischen Bad Frankenhausen, das auch in Hamburg, Erlangen, Basel u.a. aufführt. Die Mitglieder arbeiten mit ihren eigenen Biografien und Erinnerungen als Material und stellen sich stellvertretend für die Zuschauer einem zumeist intimen Thema – Heimat, berufliche Ängste, Niederlagen etc. Zielist es, für den Moment der Theateraufführung Gemeinschaften ins Leben zu rufen, die im Gedächtnis bleiben. Auf einen Toast ist das zwölfte Projekt der Gruppe.
BESETZUNG
Konzept: Dramazone
Von und mit: Sascha Förster, Malte van Haastrecht, Franziska Ruhl, Lea-Sophie Schiel, Dorothea
Schmans, Carolin Schneider
Bühne: Dramazone
Dramaturgie: Kaja Jakstat
Eine Produktion von Dramazone in Koproduktion mit Vor uns das verhießene Land
AUSBLICK
Am 05. November 2011 um 19.00 Uhr zeigt das Theaterkollektiv Dramazone seine Theaterperformance Schlagerliederabend im Regionalmuseum Bad Frankenhausen und am 19. November 2011 um 20.00 Uhr im Kulturhaus III&70 in Hamburg. Das Projekt hatte am 8. September in der Kaserne Basel im Rahmen der Treibstoff Theatertage Basel Premiere. Dazu wurde das Konzept als eine von sieben Realisierungen aus über 100 Einsendungen für die Koproduktion ausgewählt und geht nun in Deutschland auf Tour. Dramazone freut sich dabei im Besonderen, wieder nach Nordthüringen zurückzukehren.
Inhalt:
Eine lange Tafel, etwas zu trinken, etwas zu essen, gute Gespräche.
Auf einen Toast (Foto: Ann-Brit Keck)
In diesem simplen Setting entwickeln die Gastgeberinnen und Gastgeber von Dramazone in Auf einen Toast: Einar Schleef einen Abend, der um Formen von Heimat und Erinnerung kreist, sich im einzelnen Gespräch verliert und sich in gemeinsamen Hymnen wieder bündelt.Ausgangspunkt der Uraufführung von Auf einen Toast wird der 1981 erschienene Fotoband Zuhause sein, in dem Einar Schleef seine Geburts- und Heimatstadt Sangerhausen fotografisch in den Blick nimmt und das teils triste, teils liebevolle Porträt einer ostdeutschen Kleinstadt präsentiert. Dramazone wird Schleefs Verhältnis zu Sangerhausen untersuchen, aber dafür auch
die andere Seite zu Wort kommen lassen: Was denken die Sangerhäuser über Schleef, diesen (verlorenen? ungeliebten?) Sohn der Stadt? Was denken sie selbst über Sangerhausen als ihr Zuhause? An der gemeinsamen Tafel werden Erinnerungen zu Schleef und Sangerhausen, zu dem Wechselverhältnis der beiden und dem Begriff der Heimat ausgetauscht. Dabei geben auch die Gastgeberinnen und Gastgeber von Dramazone ihre Erinnerungen mit in diesen Abend hinein. Im Spiel mit den gesellschaftlichen Normen und Konventionen, die ein solcher Abend an einer Tafel birgt, kommt die Tafelgemeinschaft immer wieder zu Gesprächen in kleiner Runde zurück, darf weiter essen oder bekommt mehr Gänge präsentiert.
Die Gäste und Gastgebenden schaffen an diesem Abend ihr ganz eigenes Gedächtnis: eine Ansammlung voller Erinnerungen an das eigene Zuhause, aber auch und vor allem an Einar Schleef, an die Region Sangerhausen und deren Umland. Plötzlich werden Schleefs Erinnerungen vielleicht auch zu den Erinnerungen der Gäste und der Gastgebenden – und wird Schleef selbst möglicherweise Teil dieses Zuhauses, das ambivalent sein wird, aber ebenso Willkommen heißend.
Im Web: www.dramazone.de
Dramazone
Fotografin: Ann-Brit Keck

