Mi, 11:35 Uhr
05.10.2011
Stabile Thüringer Konjunktur
Der Aufschwung ist trotz neuerlicher Krisenerscheinungen recht robust. Die Unternehmen präsentieren sich in einer guten Verfassung: die Auftragsbücher sind gefüllt, Kapazitäten weitgehend ausgelastet, Umsatz und Ertrag liegen im Plus. Im Ergebnis der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt erreicht der Klimaindex,...
... der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Lage als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, 116 von 200 möglichen Prozentpunkten und stabilisiert sich auf hohem Niveau. Allerdings wachsen die Sorgenfalten der Unternehmer beim Blick auf die kommenden Monate. Angesichts fehlender Lösungen für die Schuldenkrise in einigen europäischen Ländern sind die Firmenchefs der rund 900 befragten Betriebe in Nord- und Mittelthüringen inzwischen etwas zurückhaltender in der Einschätzung ihrer künftigen Entwicklung.
Im Moment weiß niemand genau, wo die Reise hingeht. Die Bedenken der Unternehmer über wachsende Risiken, wie steigende Energiepreise oder die Entwicklung in den europäischen Schuldenstaaten nehmen weiter zu. Jeder Sechste rechnet künftig mit einem schlechteren Geschäftsverlauf, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die vorliegenden Daten.
Bei der Beurteilung der aktuellen Situation würden jedoch die positiven Einschätzungen überwiegen. Immerhin 43 Prozent der Manager berichteten von gut gehenden Geschäften und 46 Prozent zeigten sich noch weit-gehend zufrieden. Die Mehrzahl der Betriebe hat gefüllte Auftragsbücher und ausgelastete Kapazitäten. Sogar 87 Prozent der Befragten können Gewinne oder zumindest eine schwarze Null vorweisen, so der IHK-Chef. Dies eröffne die notwendigen Spielräume für neue Investitionen. So wollten über zwei Drittel der Firmenchefs ihr Investitionsbudget erhöhen oder wenigstens konstant halten.
Die auf vollen Touren laufende Produktion sorgt für zusätzliche Jobs in den Unternehmen. Noch immer plant die überwiegende Mehrzahl der Betriebe in den kommenden Monaten die Einstellung neuer Mitarbeiter oder geht von einem gleich bleibenden Personalbestand auf hohem Niveau aus, ist Grusser optimistisch.
Bereits zur Jahresmitte wären im Freistaat rund 14.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres registriert worden. Ein erfreulicher Trend, der nach Ansicht des IHK-Hauptgeschäftsführers auch bis zum Jahresende anhalten dürfte.
Die besten Beschäftigungsperspektiven biete die Industrie. Rund ein Viertel der Manager beabsichtige das Personal künftig weiter aufzustocken. Mehr als zwei Drittel der Firmen lasten ihre Kapazitäten nahezu aus. Für viele ist deshalb die Erweiterung der Produktion das Hauptinvestitionsmotiv, verweist Grusser auf neue Arbeitsplatzchancen.
Nach wie vor befinde sich die Industrie auf der Sonnenseite der Konjunktur. Lediglich 9 Prozent klagten über schleppende Geschäfte. Die ansteigende Verunsicherung an den Finanzmärkten werfe jedoch zunehmend Schatten auf die wirtschaftliche Entwicklung.
Dank steigender Investitionen habe auch das Baugewerbe wieder Anschluss an den Konjunkturzug gefunden. Immerhin würden 80 Prozent der Bauunternehmer ihre aktuelle Geschäftslage mit gut bis befriedigend bezeichnen, 23 Prozent verzeichneten ein Auftragsplus und nur noch jede fünfte Firma schreibe rote Zahlen.
Mittlerweile sind auch die Verbraucher eine wichtige Stütze der Konjunktur geworden. Die gute Arbeitsmarktlage hat das Vertrauen der Bürger gestärkt und den privaten Konsum stabilisiert, berichtet der IHK-Hauptgeschäftsführer. So dominiere im Einzelhandel und im Gastgewerbe verhaltener Optimismus. Das Votum der Befragten zur aktuellen Geschäftslage falle daher recht erfreulich aus. 28 Prozent der Händler und 32 Prozent der Gastronomen hielten den Daumen nach oben. Bei jedem Fünften habe sich die Ertragslage verbessert, jeder Dritte verzeichne sogar Gewinne.
Dennoch würden auch hier die Erwartungen für die Zukunft von einer gewissen Portijjon Unsicherheit bestimmt. Die täglichen Lebenshaltungskosten steigen und dämpfen die Einkaufsfreude, so Grusser. Jeder fünfte Einzelhändler rechne deshalb künftig mit Umsatzrückgängen.
Fazit des IHK-Chefs: Trotz aller Unkenrufe geht dem Aufschwung nicht die Luft aus. Allerdings schaltet die Konjunktur vom Sprint in eine langsamere Gangart zurück. Dies ist normal angesichts des rasanten Aufholtempos nach der Finanz- und Wirtschaftskrise. Zeit zum Ausruhen bleibt aber dennoch nicht. Die Wirtschaftspolitik muss nun schnellstmöglich ein überzeugendes Konzept zur Lösung der Staatsschuldenkrisen in Europa finden, um die sich immer schneller ausbreitende Verunsicherung bei Wirtschaft und Verbrauchern einzudämmen und die konjunkturellen Auftriebskräfte bei Investitionen und Konsum zu stabilisieren.
Autor: nnz... der sowohl die aktuelle wirtschaftliche Lage als auch die Erwartungen und Pläne berücksichtigt, 116 von 200 möglichen Prozentpunkten und stabilisiert sich auf hohem Niveau. Allerdings wachsen die Sorgenfalten der Unternehmer beim Blick auf die kommenden Monate. Angesichts fehlender Lösungen für die Schuldenkrise in einigen europäischen Ländern sind die Firmenchefs der rund 900 befragten Betriebe in Nord- und Mittelthüringen inzwischen etwas zurückhaltender in der Einschätzung ihrer künftigen Entwicklung.
Im Moment weiß niemand genau, wo die Reise hingeht. Die Bedenken der Unternehmer über wachsende Risiken, wie steigende Energiepreise oder die Entwicklung in den europäischen Schuldenstaaten nehmen weiter zu. Jeder Sechste rechnet künftig mit einem schlechteren Geschäftsverlauf, kommentiert IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser die vorliegenden Daten.
Bei der Beurteilung der aktuellen Situation würden jedoch die positiven Einschätzungen überwiegen. Immerhin 43 Prozent der Manager berichteten von gut gehenden Geschäften und 46 Prozent zeigten sich noch weit-gehend zufrieden. Die Mehrzahl der Betriebe hat gefüllte Auftragsbücher und ausgelastete Kapazitäten. Sogar 87 Prozent der Befragten können Gewinne oder zumindest eine schwarze Null vorweisen, so der IHK-Chef. Dies eröffne die notwendigen Spielräume für neue Investitionen. So wollten über zwei Drittel der Firmenchefs ihr Investitionsbudget erhöhen oder wenigstens konstant halten.
Die auf vollen Touren laufende Produktion sorgt für zusätzliche Jobs in den Unternehmen. Noch immer plant die überwiegende Mehrzahl der Betriebe in den kommenden Monaten die Einstellung neuer Mitarbeiter oder geht von einem gleich bleibenden Personalbestand auf hohem Niveau aus, ist Grusser optimistisch.
Bereits zur Jahresmitte wären im Freistaat rund 14.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres registriert worden. Ein erfreulicher Trend, der nach Ansicht des IHK-Hauptgeschäftsführers auch bis zum Jahresende anhalten dürfte.
Die besten Beschäftigungsperspektiven biete die Industrie. Rund ein Viertel der Manager beabsichtige das Personal künftig weiter aufzustocken. Mehr als zwei Drittel der Firmen lasten ihre Kapazitäten nahezu aus. Für viele ist deshalb die Erweiterung der Produktion das Hauptinvestitionsmotiv, verweist Grusser auf neue Arbeitsplatzchancen.
Nach wie vor befinde sich die Industrie auf der Sonnenseite der Konjunktur. Lediglich 9 Prozent klagten über schleppende Geschäfte. Die ansteigende Verunsicherung an den Finanzmärkten werfe jedoch zunehmend Schatten auf die wirtschaftliche Entwicklung.
Dank steigender Investitionen habe auch das Baugewerbe wieder Anschluss an den Konjunkturzug gefunden. Immerhin würden 80 Prozent der Bauunternehmer ihre aktuelle Geschäftslage mit gut bis befriedigend bezeichnen, 23 Prozent verzeichneten ein Auftragsplus und nur noch jede fünfte Firma schreibe rote Zahlen.
Mittlerweile sind auch die Verbraucher eine wichtige Stütze der Konjunktur geworden. Die gute Arbeitsmarktlage hat das Vertrauen der Bürger gestärkt und den privaten Konsum stabilisiert, berichtet der IHK-Hauptgeschäftsführer. So dominiere im Einzelhandel und im Gastgewerbe verhaltener Optimismus. Das Votum der Befragten zur aktuellen Geschäftslage falle daher recht erfreulich aus. 28 Prozent der Händler und 32 Prozent der Gastronomen hielten den Daumen nach oben. Bei jedem Fünften habe sich die Ertragslage verbessert, jeder Dritte verzeichne sogar Gewinne.
Dennoch würden auch hier die Erwartungen für die Zukunft von einer gewissen Portijjon Unsicherheit bestimmt. Die täglichen Lebenshaltungskosten steigen und dämpfen die Einkaufsfreude, so Grusser. Jeder fünfte Einzelhändler rechne deshalb künftig mit Umsatzrückgängen.
Fazit des IHK-Chefs: Trotz aller Unkenrufe geht dem Aufschwung nicht die Luft aus. Allerdings schaltet die Konjunktur vom Sprint in eine langsamere Gangart zurück. Dies ist normal angesichts des rasanten Aufholtempos nach der Finanz- und Wirtschaftskrise. Zeit zum Ausruhen bleibt aber dennoch nicht. Die Wirtschaftspolitik muss nun schnellstmöglich ein überzeugendes Konzept zur Lösung der Staatsschuldenkrisen in Europa finden, um die sich immer schneller ausbreitende Verunsicherung bei Wirtschaft und Verbrauchern einzudämmen und die konjunkturellen Auftriebskräfte bei Investitionen und Konsum zu stabilisieren.