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Do, 11:25 Uhr
06.10.2011

Jeder Dritte in atypischer Beschäftigung

31 Prozent aller Arbeitsverhältnisse im Kyffhäuserkreis waren 2010 atypisch, darauf weist der DGB Kreisverbandsvorsitzende Dieter Ostwald anlässlich des Tages der menschenwürdigen Arbeit am Freitag, den 7. Oktober hin.

Vollzeit, unbefristet und fest angestellt – das typische Normalarbeitsverhältnis ist zwar im Kyffhäuserkreis immer noch die Regel – doch sogenannte atypische Beschäftigungsverhältnisse, wie Minijobs, Teilzeit oder Leiharbeit, legen zu, das ergibt eine Sonderauswertung der Hallenser Regionalstelle des Instituts für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB).

„Atypische Arbeitsverhältnisse bringen oft Einkommensverluste, Karrierenachteile und eine geringere Beschäftigungssicherheit mit sich“, betonte DGB Kreis-Chef Ostwald. Menschen, die aufgrund dieser Arbeitsbedingungen keine Perspektive im Kyffhäuserkreis sehen, würden in Regionen abwandern, die attraktivere Arbeitsplätze zur Verfügung stellen.

In klassischer Teilzeit arbeiten im Kyffhäuserkreis 15,4 Prozent der Erwerbstätigen. 85 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten in Thüringen sind Frauen. Verschiedene Untersuchungen des IAB ergeben, dass circa 50 Prozent der Frauen in Teilzeit lieber Vollzeit arbeiten würden. Gesellschaft und Politik müssten Bedingungen schaffen, die Frauen einen besseren Zugang zu Vollzeitstellen ermöglichen, fordert Ostwald.

Weiter arbeiten im Kyffhäuserkreis ganze 14,6 Prozent aller Beschäftigten in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen, 1,7 Prozent in 1-Euro-Jobs und 0,9 Prozent in Leiharbeit. Von gleicher Entlohnung seien Leiharbeitskräfte weit entfernt. Der Medianlohn sei in der Leiharbeit in Thüringen 2009 mit 1.100 Euro Bruttolohn um 40% niedriger im Vergleich zu allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Vollzeit.

Ostwald sieht die Gefahr, dass die Erwerbsbiographie vieler Menschen von einem Teufelskreis aus Minijobs, befristeter Beschäftigung, Leiharbeit und Arbeitslosigkeit geprägt ist. Arbeit müsse wieder einen Wert haben. Gerade vor dem Hintergrund des bevorstehenden Fachkräftemangels könnten wir uns diese Politik nicht länger leisten.
Autor: nnz

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