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Mi, 20:35 Uhr
26.10.2011

Durchaus positive Aspekte gesehen

Major André Haider, Standortältester des Bundeswehrstandortes Sondershausen und Bürgermeister Joachim Kreyer luden heute Nachmittag zu einer Pressekonferenz in die Karl-Günther-Kaserne in Sondershausen ein...

Zuerst ergriff Major Haider das Wort. Über die Entscheidungen des Verteidigungsministers wurden die Kommandeure und Dienststellenleiter der Standorte heute Morgen um 10.00 Uhr in Kenntnis gesetzt. Danach informierte Major Haider den Bürgermeister persönlich über die Zukunft der Karl-Günther-Kaserne. informiert. Unmittelbar vor diesem Pressetermin wurden auch die Soldatinnen und Soldaten über die Standortentscheidungen unterrichtet.

Durchaus positive Aspekte gesehen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Um es militärisch kurz zu fassen: der Standort Sondershausen wird bestehen bleiben, er wird lediglich ein anderes Gesicht bekommen so die kurzen Worte. Die einzelnen Maßnahmen erläuterte er wie folgt:

Das derzeit in Sondershausen beheimatete Raketenartilleriebataillon 132 wird aufgelöst und in die verbleibenden vier Artillerieverbände der Bundeswehr aufgehen. Die Standorte der Artillerie der Bundeswehr werden sein: Munster, Weiden, Idar-Oberstein und Stetten. Diese Artillerieverbände werden gemischte Bataillone mit allen Waffensystemen der deutschen Artillerie sein. Derzeit sind die Artilleriebataillone der Bundeswehr meist "reinrassig" bewaffnet. Wir gehen derzeit davon aus, dass je eine Batterie des Bataillons in die vier neuen Standorte verlegen wird. Die Feinplanung der neuen Struktur des Heeres wird den Kommandeuren nächste Woche Donnerstag durch den Inspekteur des Heeres vorgestellt.

Durchaus positive Aspekte gesehen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Zeitlich betrachtet - und das gilt auch für alle anderen Maßnahmen der Umstrukturierung - werden diese Maßnahmen in einem Fenster von bis zu 6 Jahren vollzogen. Wie früh oder wie spät wir Artilleristen uns aus Sondershausen verabschieden, steht also noch nicht fest, so Major Haider. Fest steht jedoch, dass wir Artilleristen uns schweren Herzens örtlich neu orientieren müssen.

Am Standort Sondershausen wird das Unteroffizier- und Feldwebelanwärterbataillon l in Gänze neu aufgestellt werden. Hier wird analog zu den Offizieren der Bundeswehr, der Unteroffizier- und Feldwebelnachwuchs ausgebildet werden. Darüber hinaus wird das Kraftfahrausbildungszentrum Erfurt nach Sondershausen verlegt. Die Karl-Günther-Kaserne Sondershausen wird zukünftig also von einem Lehrgangsbetrieb geprägt sein und somit neben dem festgelegten Dienstpostenumfang von 220 Dienstposten Stammpersonal eine hohe Zahl an stets wechselnden Lehrgangsteilnehmern beheimaten.

Wie hoch der Anteil an Lehrgangsteilnehmern sein wird kann ich derzeit nicht beziffern, sicher sagen kann ich nur, dass in der Regel der Anteil an Auszubildenden nicht kleiner ist, als der Anteil der Ausbilder.

Durch diese Neuorientierung des Dienstbetriebes in der Karl-Günther-Kaserne wird sich auch das Bild der Bundeswehr in Sondershausen ändern. Das Konsum- und Freizeitverhalten eines nur wochen- bzw. monatsweise zukommandierten Lehrgangsteilnehmers wird sicherlich von dem eines dauerhaft stationierten Soldaten abweichen, so Major Haider. Dies meine ich im Hinblick auf die örtlichen Gastronomie und Freizeitangebote durchweg positiv. Ebenso wird sich die Fahrschulausbildung sicherlich auf die eine oder andere Art im Stadt- und Straßenbild bemerkbar machen. Und zu guter Letzt werden sicherlich auch die Sondershäuser Sportstätten bei ständig wechselnden Lehrgängen reger und intensiver genutzt werden als dies bisher der Fall war.

Durchaus positive Aspekte gesehen (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Mit Erleichterung wurde in der Kaserne aufgenommen, dass nun die Entscheidungen bekannt sind. Auch Bürgermeister Joachim Kreyer stellte fest, wir sind als Stadt nochmals mit einem blauen Auge davon gekommen. Traurig zeigte sich Kreyer wegen der Auflösung des Raketenartilleriebataillon 132. Hier, so Kreyer, hatte sich eine intensive Partnerschaft entwickelt. Auch er verwies auf die lange Übergangszeit, so das nicht alle Verbindungen sofort reißen.

Froh zeigte sich Kreyer über die Aufstellung des Kraftfahrausbildungszentrum. Auch er sieht positive Aspekte für die Satdt Sondershausen. Ganz besonders zufrieden zeigte er sich, dass mit der Erhaltung des Standortes auch eine andere wirtschaftlich sehr wichtige Entscheidung gefallen sei. Die Stadtwerke Sondershausen haben bisher über fünf MW Leistung für die Kaserne bereitgestellt. Das sei auch für die Stadtwerke ein nicht zu unterschätzender Posten gewesen.

Abschließend sagte Kreyer, die Stadt Sondershausen wird auch mit einer neuen militärischen Leitung die bisher gepflegte Zusammenarbeit weiterführen. Darin gebe es keine Abstriche, so Kreyer.
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