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Mo, 19:49 Uhr
07.11.2011

Rückschau gehalten

In der Rückschau auf Veranstaltungen des Panoramamuseums Bad Frankenhausen hat Fred Böhme sich u.a. dem Thema STEVE WAITT gewidmet...

Am 28. Oktober boten STEVE WAITT aus New York und seine Begleitband die MANSISTERS im Panorama Museum ein außerordentliches Konzert und sicher hat den etwa 90 Gästen dieser Abend mit seinen teilweise skurrilen Überraschungen sehr gefallen. Überraschend war für viele Besucher erst einmal, dass bei ihrem Eintreffen noch keine Instrumente auf der Bühne standen. Fünf Minuten nach dem eigentlichen Konzertbeginn trafen die Musiker endlich ein. Kurze Absprachen über die Platzierung der Instrumente und die notwendige Mikrofonierung. Dann wurde eilig aufgebaut und ein Minisoundcheck veranstaltet. Und all dem durften die Besucher interessiert beiwohnen und waren dann teilweise doch recht erstaunt gewesen, wie schnell und reibungslos das alles vonstatten ging.

Steve Waitt & The Mansisters (Foto: Karl-R. Lüttich) Steve Waitt & The Mansisters (Foto: Karl-R. Lüttich)

Foto: Steve Waitt & The Mansisters; Rechteinhaber: Karl-R. Lüttich

Innerhalb von einer halben Stunde war die Band startklar. Der Abend begann mit drei ungewöhnlichen Songs von Lesley Kernochan aus Colorado, die einerseits Mitglied der Tourband von Steve Waitt ist, andererseits ursprünglich als Supportkünstlerin den Auftakt machen sollte. Ihr Part wurde in die zwei Sets einfach integriert, was der Konzertdramaturgie letztlich gut bekam. Was Lesley bot, war musikalisch äußerst abwechslungsreich und gesanglich geradezu furios. Die ausgebildete Opernsängerin und versierte Entertainerin / Kabarettistin zelebrierte gesangliche Extravaganzen, wie sie im Panorama Museum bisher noch nie geboten wurden. Von zart lyrisch bis schrullig-schräg und alles mit großer Intensität vorgetragen. Das war ein umwerfender Auftakt. Ihr erster Song "Yes" erinnerte an eine sprachakrobatische Countrynummer, dann das "Love Me First" mit dem jazzig-holpernden Rhythmus und der ersten kuriosen Einlage mit singender Säge.

Das Publikum war ziemlich verblüfft. Und zu guter letzt noch das grell-blues-rockige "Ouch!" mit einer enthemmt kreischenden Lesley. Als dann Steve seinen Platz am Gesangsmikrofon einnahm, wurde erst einmal der Grundtenor etwas nachdenklicher und ruhiger. Er begann mit seinem berührenden "Coyote" von seiner Debüt-CD, einer Ballade über das überflutete New Orleans. Es folgten Stücke wie "Gong The Bear", "Revolutionary" oder "1800 Miles". Steve begleitete sich zumeist auf dem Keyboard, wobei er satte Fender-Rhodes-Klänge bevorzugte, aber hin und wieder auch mal exotischere atmosphärische Keyboard- und Synthesizerklänge nutzte. Bei zwei drei Stücken griff er auch mal zur akustischen Gitarre. Lesley übernahm nun den Backroundgesang oder unterstützte ihn am Synthesizer mit elektronischen Klängen. Zur Band gehörten außerdem Henning Luther, der als ehemaliges Mitglied der Ilmenauer Band PRO ART überaus sensibel an den Drums agierte, Mark Beumer mit seinem schön singenden Bass und Kirk Schoenherr mit den fingerflinken gleichsam sich stets ökonomisch in den Dienst des jeweiligen Songs stellende Licks auf der E-Gitarre. Es war überraschend, welch einen homogenen Bandsound die fünf Musiker kreierten, obwohl die Band doch extra für diese Tour erst von Steve zusammengestellt wurde und die beiden Mitglieder der Rhythmussektion vorher noch nie mit den restlichen Musikern zusammen gespielt hatten. Steves Songs zeichnen sich durch große dramatische Steigerungen aus, vielfältige Arrangements und - wie einer der sprachkundigeren Besucher betonte - durch poetische Texte mit großer Tiefe.

Im zweiten Set überwogen eher neuere Songs von Steve mit einer deutlich popigeren Note und hier teilte er sich des öfteren gleichberechtigt das Gesangsmikrofon mit Lesley, die auch hier ein paar urkomische, temperamentvolle Momente beisteuerte wie ihren Song über Johnny Cash und Bob Dylan "Bob Cash". Ansonsten waren es vor allem Steves engagierte Lieder wie "War On War", "Song For Hurrican" oder "A Ghost You Let In", die das restliche Konzert bestimmten. Insgesamt kam es mir vor, dass Steve eher ein erstaunlicher Arrangeur und Texter ist, während Lesley an seiner Seite die Erfinderin überraschender Melodien und die prägnantere Interpretin. Als Fazit bleibt nur zu sagen, dieses Konzert von Steve Waitt und seiner Band war musikalisch eines der eindrucksvollsten und abwechslungsreichsten des Konzertjahres 2011 im Panorama Museum und letztlich bestätigte das der begeisterte Applaus des Publikums wie auch zahlreiche verkaufte CDs.

Am vergangenen Freitagabend (4.11.) folgte dann in unserem StuKi 76 die ausverkaufte Woody-Allen-Komödie "Whatever Work - Liebe sich wer kann", eine skurrile Hommage an Allens Stadtneurotiker. Seinen Witz bezog der Film nicht nur aus seiner überraschenden Figurenkonstellation und den lustvoll- satirisch überzeichneten Figurenklischees, sondern auch aus dem Spiel mit dem Medium Film. Und es mutete schon sehr komisch an, wenn eine Figur auf einmal sein Filmpublikum im Zuschauersaal direkt anspricht und dabei so gebannt in die Kamera schaute, als sehe sie jetzt tatsächlich all die Leute, die zu dieser Aufführung gekommen waren.
Fred Böhme
Panoramamuseum Bad Frankenhausen
Autor: khh

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