eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Sa, 00:19 Uhr
19.11.2011

Letzte Frist für schiefen Turm läuft aus

Am kommenden Freitag endet die letzte Frist zur Rettung des höchsten schiefsten Turmes der Welt. Die Landesregierung weiß um die Frist und kommuniziert dennoch nicht mit der Stadt Bad Frankenhausen, so die letzte Meldung, die kn aus dem Rathaus von Bad Frankenhausen erhielt...

Jahrzehnte lang gekämpft, monatelang gehofft und am Ende wegen 530 T€ verloren, abgerissen, verschwunden, ein einzigartiges kulturhistorisches Baudenkmal aus Thüringen, aus Deutschland.

Nachfolgende Generation wird das Erleben eines bedeutenden Bauwerkes versagt, sie werden nur aus Büchern und Broschüren vom Turm erfahren, der deutlich schiefer war als der von Pisa. Und weiterhin werden die Menschen nach Pisa reisen, um sich den schiefsten Turm der Welt anzuschauen, denn der höchste schiefste Turm der Welt, welcher in Thüringen stand, wurde aufgegeben. So könnte das Szenario sich abspielen, wenn bis zum kommenden Freitag die Thüringer Landesregierung sich nicht zu einer möglichen Förderung des schiefen Turmes bekennt.

Letzte Frist für schiefen Turm läuft aus (Foto: Stadt Bad Frankenhausen)
Letzte Frist für schiefen Turm läuft aus (Foto: Stadt Bad Frankenhausen)
Letzte Frist für schiefen Turm läuft aus (Foto: Stadt Bad Frankenhausen)


Denn am 25. November 2011 endet die letzte Frist seitens der Landeskirche. Die Stadt Bad Frankenhausen kann den Turm nur übernehmen, wenn das Land sich an den Mehrkosten von 800 T€ beteiligt.

„Wir haben alles menschenmögliche getan, um dieses besondere Bauwerk zu retten. Menschen haben gekämpft, Menschen haben sich engagiert, eine Region ist zusammen gerückt, doch am Ende bekamen wir von der Thüringer Landesregierung bisher keine Unterstützung und so wird wahrscheinlich demnächst der Abrissbagger anrollen und unser Wahrzeichen, einen touristischen Leuchtturm und ein besonderes Baudenkmal abreißen. Allein der Gedanke stimmt mich wütend und traurig zugleich“, so der Bürgermeister der Kurstadt Bad Frankenhausen Matthias Strejc (SPD).

Die Stadt Bad Frankenhausen hat in dieser Woche nochmals einen Brandbrief an Frau Ministerpräsidentin Lieberknecht geschickt, mit der Bitte, alles erdenkliche zu unternehmen, um den Abriss zu verhindern.

Bis Ende Oktober hatte die Stadt Bad Frankenhausen einen sehr guten Informationsaustausch mit dem federführenden Thüringer Bauministerium. Doch seit einigen Wochen herrscht Funkstille und die Kommune hat das Gefühl, dass die Thüringer Bauministerium die Problematik aussitzen will und bewusst Fristen verstreichen lässt. „Wenn das Land Thüringen nicht fördern will oder kann, dann bitte schön sollen auch die Verantwortlichen des Mut und die Courage haben, dies öffentlich zu kommunizieren. Diese jetzige Verfahrensweise ist für mich unverständlich, zumal das Bauministerium uns klare Zusagen zum Verfahrensweg gegeben hat, die nun nicht eingehalten werden“, so Matthias Strejc.
In den letzten Monate kämpfte geschlossen die Kyffhäuser-Region für den Erhalt des Wahrzeichens. Es gab einen Spenden-Marathon, indem 120 T€ gesammelt wurden und weltweit wurde über den schiefen Turm berichtet.

„Wir als Stadt sind bereit, unseren Anteil für die Rettung aufzubringen, und mit Hilfe von Bundesmitteln, wäre auch für das Land die Finanzierung der Mehrkosten überschaubar, sofern man es will. Aber der Wille fehlt wahrscheinlich einigen Damen und Herren im Bauministerium. Wir bräuchten als das Geld nicht sofort, sondern in 3 Jahresscheiben über 263 T€ bis 2014. Aber dennoch sitzt man das Thema aus“, so der Bürgermeister Matthias Strejc.

Die Kurstadt Bad Frankenhausen hat die allerletzte Hoffnung, dass sich Frau Ministerpräsidentin Lieberknecht noch einmal in das Thema einschaltet und das eine einvernehmliche Lösung mit allen Beteiligten bis kommenden Freitag gefunden wird. Denn in der vergangenen gab es oft weitere Fristen, doch nun ist die letzte Frist für den schiefen Riesen aus Bad Frankenhausen.


Anbei der offene Brief an Frau Ministerpräsidentin Lieberknecht:

Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Lieberknecht,

in den letzten Wochen und Monaten haben wir Sie stets über die Entwicklungen zur Rettung des höchsten schiefsten Turmes der Welt informiert und wir standen auch im engen Kontakt mit der Thüringer Landesregierung. Auch Sie persönlich haben sich in das Engagement zur Rettung eines einzigarten kulturhistorischen Baudenkmals in Thüringen, eines der zukünftigen touristischen Leuchttürme eingeschaltet und die Aktivitäten unterstützt.


Allerdings muss ich zu unserem Bedauern mitteilen, dass seit über 2 Wochen der Informationsaustausch zwischen der Kommune, dem Förderverein und dem Thüringer Bauministerium abgebrochen ist und wir keinerlei Informationen zum aktuellen Stand bzw. zum weiteren Verfahren bekommen und dass in den Tagen, wo die letzte Frist demnächst verstreicht. Auch wurden die Zusage, dass nach Prüfung des Verwendungsnachweises umgehend ein Expertengespräch mit dem zuständigen Prüfstatiker Dr. Trabert durchgeführt werden soll, bislang nicht eingehalten.


Dieser Sachverhalt wäre nicht ganz so schmerzlich, wenn die Zeit nicht drängen würde. Die Landeskirche Thüringen hat uns mitgeteilt, wenn die Stadt sich bis zum 25. November 2011 nicht bereit erklärt, den Turm zu übernehmen, wird am 29. November 2011 das Kollegium der Landeskirche den Auftrag zum Abriss auslösen.


Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin Lieberknecht, die Zeit drängt und wir haben das Gefühl, dass bewusst das Thüringer Bauministerium das Thema „aussitzt“ und Fristen verstreichen lassen möchte.


Daher bitte ich Sie beide eindringlich, sich noch einmal der Thematik anzunehmen und der Stadt Bad Frankenhausen, den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Mitgliedern des Fördervereins und der breiten Presse eine Entscheidung bis zum 25. November 2011 mitzuteilen.


In den letzten Wochen und Monaten herrschte ein gutes Klima untereinander vor und wir sollten alles daran setzen, dass wir auf den letzten Wegen zur Entscheidung das gute Miteinander fortsetzen und nicht Probleme aussitzen.


Es soll wohl eine Kabinettsvorlage geben, welchen Inhalt aber wir nicht kennen und den Sachverhalt auch nur aus der Presse erfahren haben.

Wir stehen Ihnen jederzeit für ein persönliches Gespräch bereit, um hoffentlich einen gemeinsamen Lösungsweg zu finden. Ich teile Ihnen noch einmal mit, wenn das Land Thüringen signalisiert, in den kommenden 3 Jahren die 800 T€ an Mehrkosten zu fördern, dann wird die Kommune noch in diesem Jahr Eigentümer, führt auch ihre Kosten die ersten Sicherungsmaßnahmen für 97 T€ durch und wir haben dann Zeit, in 3 Jahresscheiben den Turm zu stabilisieren.


Im Rahmen der Haushaltsberatung auf Bundesebene wurde für das kommende Jahr der Titel 894 11 – 195 (Substanzerhaltung und Restaurierung von unbeweglichen Kulturdenkmälern von internationaler Bedeutung, Zuschüsse für nationale bedeutsame Kulturinvestitionen) im Vergleich zum Vorjahr um 30 Mio. Euro aufgestockt. Hier könnten wir gemeinsam einen Initiative starten, um Bundesmittel für die Rettung des weltweit einmaligen Baudenkmals einzuwerben. Damit wird die Finanzierung für uns alle überschaubar.

Wir sehen Lösungsansätze, die in unserem Bundesland Thüringen einen besonderen touristischen Leuchtturm nachfolgenden Generation erhält, für zusätzliche Touristen und Gäste sorgen wird und das Bundesland Thüringen weiter bekannter wird.


Für weitere Informationen oder bei Rückfragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Matthias Strejc
Bürgermeister
Autor: khh

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)