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Do, 16:59 Uhr
24.11.2011

DAK-Gesundheitsreport 2011

Mehr Kranke im Landkreis Nordhausen und Kyffhäuserkreis. Kreislauferkrankungen steigen stark an. Spezielle Gesundheitsprobleme bei jungen Arbeitnehmern, so kann man die Schwerpunkte nennen die beim heutigen DAK-Gesundheitsreport 2011 in Sondershausen vorgestellt wurden..

Der Krankenstand im Landkreis Nordhausen und Kyffhäuserkreis ist 2010 gestiegen, so begann Uwe Burkhardt, der Leiter Service der DAK-Krankenkasse für Thüringen seine Ausführungen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen um 0,2 Prozentpunkte zu. Mit 4,3 Prozent liegt die Region jetzt knapp über dem Landesdurchschnitt von 4,2 Prozent. Damit waren an jedem Tag des Jahres von 1.000 DAK-versicherten Arbeitnehmern 43 krankgeschrieben. Der niedrigste Wert im Land wurde mit 3,6 Prozent in Jena verzeichnet. Den höchsten Wert hatten die Stadt Gera sowie Eisenach und der Wartburgkreis mit je 4,5 Prozent.

DAK-Gesundheitsreport 2011 (Foto: DAK) DAK-Gesundheitsreport 2011 (Foto: DAK)

Wie aus dem aktuellen DAK-Gesundheitsreport für den Landkreis Nordhausen und den Kyffhäuserkreis hervorgeht, sind im Vergleich zum Vorjahr die Kreislauferkrankungen stark gestiegen. Mit einem Plus von rund 74 Prozent verzeichneten Bluthochdruck und Herzleiden den stärksten Anstieg bei den Ursachen für Ausfalltage. Die Region lag bei diesen Diagnosen klar über dem Landesschnitt. Zudem verursachten Verletzungen und Vergiftungen einen Anstieg um fast 48 Prozent. Dagegen sanken die Ausfalltage aufgrund von Krankheiten des Verdauungssystems wie die Magen-Darm-Grippe um mehr als 18 Prozent. Auch Beschwerden der Atemwege wie Erkältungen und Bronchitis gingen um über sechs Prozent zurück.

"Die Entwicklung des Krankenstandes in unserem Landkreis insgesamt ist ein Signal zum Handeln", kommentierte Uwe Burkhardt die Ergebnisse. "Auf dem Weg zu einem gesünderen Leben sind Bewegung, Entspannung und die richtige Ernährung wichtig. Wenn es um den Krankenstand in einem Unternehmen geht, können auch die Arbeitgeber handeln. In Sachen betrieblicher Prävention bieten wir unsere Beratung und Kompetenz an." Einen besonderen Akzent setzt die DAK in diesem Jahr mit einer Aufklärungskampagne zu speziellen Gesundheitsproblemen bei jungen Arbeitnehmern.

Nach einer repräsentativen Befragung beurteilen zwar 74 Prozent der erwerbstätigen Thüringer unter 30 Jahren ihre Gesundheit als gut oder sehr gut. "Gleichzeitig fühlt sich mehr als die Hälfte der Befragten in ihrem Job unterfordert, was langfristig zu Stress und Krankheiten führen kann", erklärte Uwe Burkhardt. "Junge Menschen wollen ihr Potential ausschöpfen, was Arbeitgeber beim Einsatz ihrer Mitarbeiter beachten sollten. Motivierte Kollegen sind in der Regel weniger krank."

Im Freistaat empfinden 20 Prozent der befragten jungen Erwerbstätigen ihren Arbeitsalltag als "sehr belastend". Stress und dauerhaft starke Anforderungen können die Belastbarkeit überstrapazieren und gesundheitliche Beschwerden hervorrufen. Nach der DAK-Studie hatten junge Arbeitnehmer in Thüringen in den vergangenen zwölf Monaten vor allem Muskelverspannungen (47 Prozent), Kopfschmerzen (33 Prozent) oder Konzentrationsschwierigkeiten (23 Prozent).

Junge Arbeitnehmer in Thüringen häufiger krank als ältere, diese Feststellung kam doch etwas überraschend. Die Erklärung folgte.
Junge Arbeitnehmer werden im Vergleich zu ihren älteren Kollegen häufiger krankgeschrieben, dafür aber meist nur aufgrund von kurzen und akuten Erkrankungen wie Erkältungen oder Magen-Darm-Infekten. Auffällig: Psychische Erkrankungen betreffen zunehmend auch Jüngere. Hier ist die häufigste Diagnose bei den 15- bis 29-Jährigen die "Somatoforme Störung", unter der fast jeder zehnte junge Erwerbstätige leidet. Bei diesem Krankheitsbild kann z.B. für körperliche Beschwerden wie Schmerzen oder Herzprobleme keine organische Ursache gefunden werden. Begleitet sind diese Störungen oft von Depressionen, die bereits bei sechs Prozent der jungen Arbeitnehmer in Thüringen festgestellt wurden.

DAK-Gesundheitsreport 2011 (Foto: DAK) DAK-Gesundheitsreport 2011 (Foto: DAK)

Für viele Befragte gehört regelmäßiger und starker Alkoholkonsum dazu, um sich nach der Arbeit zu entspannen. Beliebt ist das "Rauschtrinken": 32 Prozent der jungen Erwerbstätigen in Thüringen trinken mindestens einmal im Monat fünf oder mehr alkoholische Getränke in kurzer Zeit. Zahlen, die erschrecken. Bundesweit waren es mit 34 Prozent etwas mehr. "Der Start ins Berufsleben ist für viele junge Menschen offensichtlich mit größeren körperlichen und psychischen Belastungen verbunden", betonte Uwe Burkhardt. "Der Schlüssel zur Gesundheit liegt neben Elternhaus und Schule in dieser Lebensphase auch immer im Betrieb." Außer der betrieblichen Gesundheitsförderung empfiehlt die DAK jungen Arbeitnehmern neue Internetangebote zur Entspannung und zur besseren Bewältigung des Alltags. Informationen gibt es in jedem DAK-Servicezentrum oder unter www.dak.de

Die DAK hat rund 152.000 Versicherte im Land Thüringen, davon fast 12.000 im Landkreis Nordhausen und dem Kyffhäuserkreis. Auch für 2011 ist wieder ein Gesundheitsreport geplant.
DAK-Gesundheitsreport 2011 (Foto: DAK)
DAK-Gesundheitsreport 2011 (Foto: DAK)
DAK-Gesundheitsreport 2011 (Foto: DAK)
DAK-Gesundheitsreport 2011 (Foto: DAK)
DAK-Gesundheitsreport 2011 (Foto: DAK)
DAK-Gesundheitsreport 2011 (Foto: DAK)
Autor: khh

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
25.11.2011, 19:10 Uhr
Autopflege geht oft vor Gesundheitspflege
Die Tatsache, dass ich der bisher einzige Kommentator zu dem Beitrag bin, spricht allein schon für sich. Wenn es DIREKT um das Geld der Bürger geht, wird fleißiger kommentiert. Wenn also z.B. in der Überschrift gestanden hätte "Krankenkassenbeiträge steigen", wären es garantiert 10 bis 20 Kommentare hier! Dabei ist doch der Beitrag sehr erschreckend: Wir müssen keinen Hunger leiden, haben eine herrliche Umgebung für alle Arten der Outdoorbetätigung und werden trotzdem immer kränker. Die Unvernunft vieler Zeitgenossen aber müssen wir alle mit bezahlen. Das aber steckt in dem Beitrag nur indirekt, und schon kommentiert keiner mehr.
Unser Straßenbild ist doch aber ein erschreckender Spiegel des Gesundheitsbewusstseins: Bei Männern ist mehr als jeder zweite übergewichtig. Zigtausende künstliche Gelenke werden alljährlich eingepflanzt, Diabetes selbst bei Kindern explodiert und alle damit verbundenen Folgeerkrankungen von Blindheit, über Amputationen und Infarkte ebenso. Während die Leute sich oft stundenlang Zeit nehmen, um ihr Auto zu putzen, das sie aber nach ein paar Jahren verschrotten lassen, nehmen sich nur wenige Menschen auch nur eine viertel Stunde täglich Zeit für ihre Gesundheitspflege. Das Auto ist ersetzbar, der eigene Körper hingegen nicht. Dieses Missverhältnis im Denken und Handeln ist mir mehr als schleierhaft.
Ärzte schlugen jüngst Alarm wegen der Diabetes-Lawine, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt, aber die Politik bleibt stumm: Statt Bonuszahlungen für gesundes Leben sollte es "Strafzahlungen" für ungesundes Verhalten geben, wenn die Leute schon nicht selbst auf etwas so Lebenswichtiges wie Gesundheitspflege kommen. Hier brauchen wir durchaus einige diktatorische Elemente, damit sich das Land, dass ja von den Menschen lebt, nicht selbst aufhängt. Hier hat das Solidarsystem meiner Meinung nach komplett versagt und ausgespielt. Die UNO hat gerade die Staaten der Welt aufgefordert, etwas gegen die Diabeteslawine als menschheitsbedrohenses Phänomen zu unternehmen!
Dabei steht es doch in jeder Boulevardzeitschrift, was jeder kostenlos füpr seine Gesundheit tun kann: vom täglichen Spaziergang oder Lauf bis hin zu gesunder Ernährung: In den Märkten gibt es doch alles und trotzdem kaufen die Leute Ungesundes ein? Wo bleiben die Grenzen, die die Politik der Lebensmittelindustrie setzt, bei Zuckergehalten, Fettgehalten und allen möglichen Fehlinformationen auf den Verpackungen? Wenn der Bürger die Mündigkeit nicht besitzt, all das zu erkennen, dann ist die Politik gefordert. Wer den Weg zu seinem eigenen Wohl nicht beschreiten will, der muss in seinem eigenen Interesse und in dem der Zukunft unserer Gesellschaft dazu gebracht werden. Denn eine Demokratie kann nur so gesund sein, wie die Einstellung ihrer einzelnen Glieder zu sich selbst.
Dass wir uns nicht falsch verstehen: Auch mich kann es treffen, auch schlanke und halbwegs gesund lebende Menschen wie mich. Niemand weiß, was sein persönliches genetisches Programm vorsieht: Aber bekannt ist auch, dass es oft erst bestimmte Eimflüsse sind, die die "Bomben" im Körper aktivieren (Genexpression). Und das hat jeder oftmals (nicht immer) selbst in der Hand.
Nehmen Sie sich ganz einfach nur die Zeit, die eine Wascheinheit bei Ihrem Auto dauert, oder die Zeit bis zum Füllen eines Tanks. Zählen Sie dann noch die Zeit, die Sie täglich auf Grüm an den Ampeln warten, alles also Zeiten der Passivität: Und schenken Sie sich diese Zeit in gleicher Höhe als aktive, bewegungsreiche Wohltat, vielleicht noch ergänzt durch zehn Prozent der Zeit, die der Durchschnittsdeutsche täglich passiv vor dem Fernseher sitzt (2 Stunden). Das wäre schonmal ein ganz kleiner Anfang für eine Entwicklung, die obige Statistiken hoffentlich in Zukunft unmöglich macht.
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