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Mi, 10:41 Uhr
28.12.2011

Nur die halbe Wahrheit

Die Anzahl der Tiere, welche durch die Jagd getötet werden wird alljährlich vom Deutschen Jagdschutzverband veröffentlicht. Für Lovis Kauertz vom Verein Wildtierschutz Deutschland spiegelt die Jahresstrecke der Jäger allerdings nur die halbe Wahrheit wider...

Grafik (Foto: Wildtierschutz Deutschland) Grafik (Foto: Wildtierschutz Deutschland)

„Viele Tierarten wie Schwäne, Rabenvögel, Kormorane, aber auch Hunde und Katzen, werden in der Jagdstatistik gar nicht erst erfasst, ebenso wenig wie nicht aufgefundene, den Verletzungen erlegene Tiere oder Opfer, die aus Bequemlichkeit nicht erfasst werden“, erläutert der Vorsitzende von Wildtierschutz Deutschland.

Die Streckenstatistik des Jagdverbandes weist jährlich etwa fünf Millionen getötete Wildtiere aus, darunter auch ein Teil der durch Verkehrsunfälle umgekommenen Tiere. Die von Wildtierschutz Deutschland veröffentlichten Zahlen zählen über neun Millionen Jagdopfer – 25.000 tote Tiere pro Tag!

Der Sinn der Freizeitbeschäftigung Jagd wird nicht mehr nur von wenigen Jagdkritikern hinterfragt. Inzwischen gibt es breite gesellschaftliche Strömungen, welche eine grundsätzliche Reform der Jagdgesetzgebung fordern. Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen sieht man vor, die Jagd auf Hunde und Katzen zu unterbinden, die von vielen Seiten kritisierte Fallenjagd zu verbieten und die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren nicht mehr zu ermöglichen.

Ähnliche Planungen und Diskussionen stehen auf der politischen Tagesordnung im Saarland, in Schleswig-Holstein und selbst in Sachsen, wo die Fallenjagd eingeschränkt werden soll. Die Vergiftung von Mensch, Tier und Umwelt mit bleihaltiger Munition ist ein weiteres aktuelles Thema.

Nie hat es in Deutschland so viel Rehe und Wildschweine gegeben, wie im letzten Jahrzehnt. Während in den 1980er Jahren jedes Jahr noch etwa 800 – 900.000 Rehe und 150 – 250.000 Wildschweine erlegt wurden, waren es im letzten Jahrzehnt etwa 1 - 1,1 Millionen Rehe und 500 – 600.000 Wildscheine pro Jahr, Tendenz steigend. „Die Jagd wird ihrem Auftrag der Bestandsregulierung nicht gerecht“ erläutert Kauertz, „trotz der zunehmenden Intensivierung der Jagd, nicht selten in Armeestärke von 200 – 300 Mann, und trotz Aufhebung von Schonzeiten wird das Wild nicht weniger sondern mehr.“

Gründe liegen in der immensen Zuführung von Mastfutter durch Jäger und - wie Wildschweinkenner und Jäger Norbert Happ schon 2002 resümierte - in der jagdlichen Zerstörung der sozialen Ordnung der Tiere, die in unbejagten Beständen die Reproduktion in Grenzen hält. Zu diesem Schluss kommt auch eine Langzeitstudie von Wissenschaftlern um Sabrina Servanty, die 2009 im renommierten „Journal of Animal Ecology“ veröffentlicht wurde: je intensiver die Tiere bejagt werden, desto stärker vermehren sie sich und desto höher werden die Bestände.

Wildtierschutz Deutschland kritisiert ferner, dass es durch mangelndes Schießtraining und die Jagd in der Dämmerung oder während der Nacht regelmäßig zu schlechten Trefferquoten kommt. Untersuchungen zeigen, dass bei Gesellschaftsjagden auf Rehe, Hirsche oder Wildschweine nur jeder dritte bis vierte Schuss tödlich ist. Bei der Jagd auf Wasservögel wird durch die breite Streuwirkung des Schrots ein großer Teil der Tiere „nur“ verletzt und nicht sofort getötet.
Autor: nnz

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Kommentare
altmeister
28.12.2011, 11:24 Uhr
Ich bin kein Jäger...
aber ich muß mal anmerken, dass der Begriff "Freizeitbeschäftigung" im Zusammenhang mit der Jagd wohl eher zu vernachlässigen ist. Um als Jäger los gehen zu können ist eine nicht einfache Ausbildung mit Prüfung notwendig, ein Jäger hat mit der Übernahme eines Jagdgebietes eine nicht geringe Verantwortung übernommen.

Was da im Zusammenhang mit Hege und Pflege notwendig ist kann allerdings ein solcher Jäger wohl besser rüberbringen.
Interessant finde ich auch, dass hier angeführt wird, dass durch eine intensive Bejagung der Bestand sogar größer wird!
Das widerspricht allerdings unseren Erkenntnissen, dass die unkontrollierte Jagd schon zu so manchem Fall von beinahe oder tatsächlicher Ausrottung geführt hat!
Argumente können aber, wie man sieht, immer den Erfordernissen angepaßt werden.

Zum Thema Fütterung werden in den Medien oft genug Beispiele gebracht, dass zum einen z.B. unsere Bioabfälle ein gefundenes Fressen sind und u.a. auch durch "tierliebende" Mitmenschen noch eine Fütterung, sogar von Wildschweinen oder Waschbären, nahe oder sogar in Wohngebieten erfolgt.

Und wenn dann der Garten durch eine Wildschweinrotte umgegraben, die Biotonne oder die gelben Säcke durch Waschbären durchwühlt werden, dann kommt der Ruf nach Hilfe!
Wolfi65
28.12.2011, 12:33 Uhr
Schöner Braten
Also die Wildschweine haben sich wohl in den letzten Jahren sehr vermehrt, und deshalb ist wohl der Schutz dieser Art des Wildes nicht nötig. Im Gegenteil könnte man sich so ein Tier an einem Spieß vorstellen um es mit Freunden und Verwandten kulinarisch zu entsorgen.

Ob man Waschbären essen kann, weiß ich nicht genau, aber Biodiesel könnte man aus den Plagegeistern des Waldes bestimmt herstellen, um eine Jagt auf diese wirtschaftlich erscheinen zu lassen.
Bedauerlich ist die Tatsache, dass keine Essensreste mehr an Hausschweine im großen Stil verfüttert werden dürfen und somit diese unter dem Vorwand der Tierliebe und der allgemeine Bequemlichkeit an Wiltiere, speziell Schweine verfüttert werden.

Ich bin mal gespannt, wann die ersten Wildschweine in NDH durch die Altstadt ziehen, um dort auf Nahrungssuche zu gehen. Wahrscheinlich wacht dann die Jägerschaft auf. Waidmanns Heil!
Peppone
28.12.2011, 22:25 Uhr
Tri. tra, trallala,
der Lovis, der ist wieder da! Ich hatte schon Angst, in Zukunft den "Eulenspiegel" oder die "Titanic" kaufen zu müssen, um mal wieder richtig über den Lovis und seine Sach- und Fachgeschichten lachen zu können.:-)

Saure Gurkenzeit zwischen Fest und Neujahr läßt sogar die Lovis' Blüten über irgend einen Newsticker wieder sprießen. Und das ist auch schön so. Der Junge ist einfach nur genial!:-) Das die Wildtiere immer mehr werden, liegt natürlich nur daran, dass sie durch Jäger scharf bejagd werden. Woran denn sonst?!

Die Welt wird natürlich von Bären, Wölfen, Luchsen, Walen, amerikanischen Bison's, europäischen Wisenten ... etc überbevölkert, weil die alle so scharf bejagd wurden wie die Wildschweine und Rehe heute in Deutschland.

Lieber Lovis, falls du deinen Tickerkram selbst mitliest, was ich wirklich nicht glaube: ich habe gestern drei Wutze über die Regenbogenbrücke geschickt, im eigenen Saft geschmort geben die mit Birne Helene 'ne super leggare Mahlzeit ab!;-)

Wer mal wisssen will , wer der "Wildexperte" Lovis ist kann spaßenshalber mal hier nachschauen: http://www.antiveganforum.com/wiki/JagdAberfair

Lovis meint übrigens auch, dass Füchse im Stadtgebiet immer Vorfahrt haben. Und damit hat er doch recht, oder?!;-)
Frankledig
29.12.2011, 08:47 Uhr
@hubertus Daumen hoch!!!
Schaut euch wirklich mal den Link von Hubertus an... Was haben solche Leute in einer lokalen Ecke wie hier verloren.....
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