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Mo, 09:10 Uhr
02.01.2012

Vollgepumpt mit Antibiotika

Putenfleisch gilt als gesunde Alternative zu Schwein und Rind und kommt auch bei denen auf den Tisch, die Hähnchenfleisch wegen der unwürdigen Haltungsbedingungen ablehnen. Das ist jedoch eine Illusion, wie die aktuelle Untersuchung von ÖKO-TEST zeigt. Fast jede der getesteten Puten wurde zumeist mehrfach mit Antibiotika behandelt, auch die meisten Bio-Puten...


Teilweise waren die Antibiotikagaben zudem zu kurz für eine effektive Krankheitsbehandlung. Dadurch entsteht die Gefahr, dass ein Teil der vorhandenen Krankheitskeime überlebt und sich resistente Keime entwickeln, gegen die im Ernstfall auch beim Menschen keine Mittel mehr helfen. Tatsächlich waren die meisten gefundenen Keime resistent gegen Penicillin, Tetracylin und andere Antibiotika. In einer Probe fand sich ein MRSA-Keim, der gegen fast alle Antibiotika resistent ist, in einer anderen Probe Salmonellen, die noch auf alle Medikamente ansprachen.

Schlimm sind auch die Lebensbedingungen der Tiere. Das Tierschutzgesetz verbietet das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen eines Wirbeltieres. Die Praxis sieht anders aus: Den konventionell aufgezogenen Küken werden kurz nach der Geburt die Schnäbel gekürzt. In der Folgezeit verursachen die durchtrennten Nervenbahnen bei jeder Berührung Schmerzen. Das Abschneiden der Schnäbel ist die Regel, weil die Tiere auf engstem Raum zusammengepfercht werden.

Üblich sind in der konventionellen Mast über 50 Kilogramm Lebendgewicht auf einem Quadratmeter, was fast drei ausgewachsenen Hähnen oder fast sechs weiblichen Hennen entspricht. Diese Enge macht die Tiere nicht nur krankheitsanfällig, sondern auch aggressiv – sich hacken sich gegenseitig tot.

ÖKO-TEST rät deshalb von konventionellem Putenfleisch ab. Bio-Putenfleisch kostet zwar deutlich mehr, dafür unterstützt man aber eine artgerechtere Tierhaltung. Diese Puten erhalten hochwertigeres Futter, leben in kleineren Beständen, haben mehr Stallfläche zur Verfügung und dürfen ins Freie. Außerdem werden ihnen die Schnäbel nicht beschnitten.

Das ÖKO-TEST-Magazin Januar 2012 gibt es ab sofort im Zeitschriftenhandel. Das Heft kostet 3,80 Euro.
Autor: djd1

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Kommentare
fuerTiere
04.01.2012, 20:20 Uhr
am besten kein Fleisch essen !!!
Ähnlich wie Masthühner werden auch Puten in der sog. Bodenhaltung aufgezogen. Dabei sind 7000 Tiere pro Stall keine Ausnahme. Die Oberschnäbel werden mit heißen Messern oder Laserbehandlung entfernt, um dem Problem des Kannibalismus entgegen zu wirken.
Janko
05.01.2012, 16:03 Uhr
kein fleisch essen...
...halte ich für überzogen. ich denke, man sollte bewusst fleisch essen. den tieren zuliebe (so seltsam das klingt in dem zusammenhang) lieber etwas teurer einkaufen - auch beim fleischer, der weiß, wo's herkommt - als beim diskounter nach den günstigsten preisen schauen. denn günstig bedeutet hier in den meisten fällen, dass es den tieren zuvor nicht gut gegangen ist.
Wolfi65
05.01.2012, 18:28 Uhr
Billiges Fleisch
kann aber auch bedeuten, dass es dem Menschen nach dem Verzehr dessen nicht mehr gut geht.
Je mehr aber ein Produkt in der Marktwirtschaft eine Hochzeit erlebt, wird nur noch auf Teufel komm heraus produziert. Der Umsatz steht an erster Stelle. War früher aber auch so.

Das hieß dann, dass der Bedarf der Werktätigen gedeckt werden muss. Solche Methoden haben schon zu Überzüchtung und zur Ausrottung ganzer Pflanzen- und Tierarten geführt. Es ist eben so auf Erden.
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