Fr, 10:18 Uhr
06.01.2012
Vorhaben 2012 (2)
Thüringens Landesentwicklungsminister Carius stellt die Vorhaben 2012 vor. Heute Teil 2 – Bau, der unter der Überschrift steht: "Energetischer Stadtumbau 2025"
Auch am Wohnungsmarkt und beim Stadtumbau müssen wir im Jahr 2012 die Energieeffizienz erhöhen, um die Energiewende entschieden voranzubringen. Dabei gilt es, auch die Veränderungen durch den demografischen Wandel im Blick zu haben. Wir müssen unsere Städte und Orte zukunftsfest machen, sagte heute der Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius, bei der Vorstellung der Themen 2012.
Im Rahmen einer Energieeffizienz-Offensive starten wir 2012 auch unser Projekt ‚Energetischer Stadtumbau 2025’. Zur Erhöhung der Energieeffizienz ist nicht nur die weitere energetische Sanierung einzelner Gebäude und die frühzeitige Anwendung des Passivhausstandards erforderlich, sondern auch die ganzheitliche Entwicklung energetischer Stadtumbaukonzepte. Der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien in unseren eigenen Gebäuden geht einher mit den erhöhten Anforderungen zum Ausbau dieser Energien im Bereich der Landesplanung, sagte Minister Carius. Auch der demografische Wandel betrifft den Stadtumbau und die Wohnungswirtschaft. Unser Wohnungsmarktbericht wird 2012 analysieren, welche Anforderungen die demografische Entwicklung für den Wohnungsmarkt bedeutet. Mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) wollen wir zusätzlich Impulse geben, um diesen Wandel aktiv zu gestalten.
Das Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr veröffentlicht in einer dreiteiligen Folge ausgewählte Vorhaben für das Jahr 2012:
Heute: Teil 2 – Bau; Teil 3 – Landesentwicklung (6. Januar);
Teil 1 – Verkehr – erschien bereits am 4. Januar 2012.
Das Bauministerium wird 2012 eine Energieeffizienz-Offensive voranbringen. Hierzu gehört das Projekt Energetischer Stadtumbau 2025. Es ist dabei notwendig, nicht nur die Energiebilanz einzelner Gebäude zu betrachten, sondern ganzheitliche energetische Stadtentwicklungskonzepte voranzutreiben. Das Ziel bis 2025 ist es, durch zinsgünstige Darlehen der vom Bund finanzierten Kreditanstalt für Wiederaufbau und einen zusätzlichen Bürgschaftsrahmen der Thüringer Aufbaubank von jährlich 45 Millionen Euro bis zu 3,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Investitionen auszulösen.
Als erstes der neuen Bundesländer wird Thüringen 2012 mit einem Wohnraumfördergesetz die bisherigen Regelungen des Bundes durch landesspezifische Lösungen ersetzen. Neben wohnungspolitischen Aspekten wird das Gesetz auch Herausforderungen des Klimaschutzes, der demografischen Entwicklung und den Erhalt sozial stabiler Bewohnerstrukturen sowie städtebauliche Aspekte berücksichtigen. Ein Thüringer Wohnungsbauvermögen soll ab 2012 aus den bis 2019 befristeten Finanzhilfen des Bundes gebildet werden. Durch Darlehen mit Rückflussbindung soll die Wohnraumförderung für die Zukunft verstetigt werden. Ein Wohnungsmarktbericht, der Anfang 2012 vorgestellt werden wird, wird neben einer Bestandsaufnahme auch zukünftige Probleme und Entwicklungen analysieren. Verschiedene Faktoren wie alternative Energien, altersgerechtes Bauen, Haushaltsgrößen und Wohnstandorte werden dabei berücksichtigt. Ziel ist es, allen Akteuren ein Instrument an die Hand zu geben, das künftige Entwicklungen aufzeigt und mögliche Lösungen erarbeitet.
Im Bauhaushalt stehen 2012 für Investitionen 98 Millionen Euro zur Verfügung (2011: 104,4 Mio.). Haushaltsmäßige Schwerpunkte sind die Kosten für die Fortführung der Bauarbeiten an der Jugendstrafanstalt Arnstadt (15 Mio.) und der Polizeiliegenschaft in Erfurt (13,9 Mio.). Begonnen werden neue Baumaßnahmen am Amtsgericht Mühlhausen, am Universitätsklinikum Jena und an zahlreichen Hochschulstandorten. Die Landesinitiative Photovoltaik (PV) auf Landesdächern wird dabei fortgesetzt. 2011 wurde die installierte Leistung auf 840 KW verdreifacht und 500 Tonnen Kohlendioxid vermieden. Bis 2015 soll die Stromerzeugung von 0,2 % auf 2,0 % verzehnfacht werden. 2012 werden drei weitere Liegenschaften mit PV-Anlagen ausgestattet (Universität Erfurt, Justizvollzugsanstalt Suhl-Goldlauter, Landwirtschaftsamt Hildburghausen). Im Rahmen des Thüringer Bioenergieprogramms wurde der Anteil der Bioenergie im Wärmebereich 2011 von acht auf zehn Prozent gesteigert. Bis 2015 soll er sich auf 16 Prozent verdoppeln. Der Passivhausstandard soll im Neubau bis 2014 erreicht werden.
Die Städtebauförderung ist ein Instrument, um in Zeiten des demografischen Wandels innerstädtische Brachflächen zu entwickeln und die Leitlinie Städte von innen nach außen zu entwickeln zu fördern. Größere Vorhaben waren beispielweise in den vergangenen Jahren das Collegium Maius in Erfurt, die Vogtlandhalle in Greiz und das Theater in Meiningen. Derzeit wird die Kulturbibliothek in Nordhausen errichtet. Gefördert werden 2012 z.B. der Stadtplatz in Oberhof und das Jugendstilbad in Gotha.
Das Thüringer Kabinett hat im Sommer 2011 der Durchführung einer Internationalen Bauausstellung (IBA) in Thüringen unter dem Motto Wandel wird Kulturlandschaft zugestimmt. Die IBA soll Antworten auf die Herausforderungen des demografischen, energetischen und soziokulturellen Wandels erarbeiten. In diesem Kontext möchte die IBA Thüringen neue, modellhafte Lösungen beispielsweise im Bereich der Daseinsvorsorge entwickeln. Wir konzentrieren uns dabei nicht nur auf den demografischen Wandel. Auch Energieeffizienz und die breite Palette der erneuerbaren Energie sind wichtige Themenfelder im IBA-Prozess. Bei der Umsetzung des ambitionierten Projekts werden wir uns nicht auf die Städte begrenzen. Wir wollen ganz Thüringen zur IBA-Bühne machen, sagte Minister Carius. Nach der Gründung der IBA Thüringen GmbH wird 2012 ein erster Projektaufruf den IBA-Prozess lebendig werden lassen. Der Errichtung einer IBA-Werkstatt an der Bauhaus-Universität Weimar werden weitere Werkstätten in Kooperation mit Thüringer Hochschulen folgen. In Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk BAU Hessen-Thüringen wird im September ein weiteres studentisches IBA-Seminar auf Schloss Ettersburg stattfinden. Die IBA Thüringen wird insgesamt ein 12-jähriger Prozess sein und im Jahr 2023 enden, dem Jahr des Jahrhundert-Jubiläums der ersten großen Bauhaus-Ausstellung.
Autor: khhAuch am Wohnungsmarkt und beim Stadtumbau müssen wir im Jahr 2012 die Energieeffizienz erhöhen, um die Energiewende entschieden voranzubringen. Dabei gilt es, auch die Veränderungen durch den demografischen Wandel im Blick zu haben. Wir müssen unsere Städte und Orte zukunftsfest machen, sagte heute der Minister für Bau, Landesentwicklung und Verkehr, Christian Carius, bei der Vorstellung der Themen 2012.
Im Rahmen einer Energieeffizienz-Offensive starten wir 2012 auch unser Projekt ‚Energetischer Stadtumbau 2025’. Zur Erhöhung der Energieeffizienz ist nicht nur die weitere energetische Sanierung einzelner Gebäude und die frühzeitige Anwendung des Passivhausstandards erforderlich, sondern auch die ganzheitliche Entwicklung energetischer Stadtumbaukonzepte. Der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien in unseren eigenen Gebäuden geht einher mit den erhöhten Anforderungen zum Ausbau dieser Energien im Bereich der Landesplanung, sagte Minister Carius. Auch der demografische Wandel betrifft den Stadtumbau und die Wohnungswirtschaft. Unser Wohnungsmarktbericht wird 2012 analysieren, welche Anforderungen die demografische Entwicklung für den Wohnungsmarkt bedeutet. Mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) wollen wir zusätzlich Impulse geben, um diesen Wandel aktiv zu gestalten.
Das Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr veröffentlicht in einer dreiteiligen Folge ausgewählte Vorhaben für das Jahr 2012:
Heute: Teil 2 – Bau; Teil 3 – Landesentwicklung (6. Januar);
Teil 1 – Verkehr – erschien bereits am 4. Januar 2012.
Das Bauministerium wird 2012 eine Energieeffizienz-Offensive voranbringen. Hierzu gehört das Projekt Energetischer Stadtumbau 2025. Es ist dabei notwendig, nicht nur die Energiebilanz einzelner Gebäude zu betrachten, sondern ganzheitliche energetische Stadtentwicklungskonzepte voranzutreiben. Das Ziel bis 2025 ist es, durch zinsgünstige Darlehen der vom Bund finanzierten Kreditanstalt für Wiederaufbau und einen zusätzlichen Bürgschaftsrahmen der Thüringer Aufbaubank von jährlich 45 Millionen Euro bis zu 3,5 Milliarden Euro an zusätzlichen Investitionen auszulösen.
Als erstes der neuen Bundesländer wird Thüringen 2012 mit einem Wohnraumfördergesetz die bisherigen Regelungen des Bundes durch landesspezifische Lösungen ersetzen. Neben wohnungspolitischen Aspekten wird das Gesetz auch Herausforderungen des Klimaschutzes, der demografischen Entwicklung und den Erhalt sozial stabiler Bewohnerstrukturen sowie städtebauliche Aspekte berücksichtigen. Ein Thüringer Wohnungsbauvermögen soll ab 2012 aus den bis 2019 befristeten Finanzhilfen des Bundes gebildet werden. Durch Darlehen mit Rückflussbindung soll die Wohnraumförderung für die Zukunft verstetigt werden. Ein Wohnungsmarktbericht, der Anfang 2012 vorgestellt werden wird, wird neben einer Bestandsaufnahme auch zukünftige Probleme und Entwicklungen analysieren. Verschiedene Faktoren wie alternative Energien, altersgerechtes Bauen, Haushaltsgrößen und Wohnstandorte werden dabei berücksichtigt. Ziel ist es, allen Akteuren ein Instrument an die Hand zu geben, das künftige Entwicklungen aufzeigt und mögliche Lösungen erarbeitet.
Im Bauhaushalt stehen 2012 für Investitionen 98 Millionen Euro zur Verfügung (2011: 104,4 Mio.). Haushaltsmäßige Schwerpunkte sind die Kosten für die Fortführung der Bauarbeiten an der Jugendstrafanstalt Arnstadt (15 Mio.) und der Polizeiliegenschaft in Erfurt (13,9 Mio.). Begonnen werden neue Baumaßnahmen am Amtsgericht Mühlhausen, am Universitätsklinikum Jena und an zahlreichen Hochschulstandorten. Die Landesinitiative Photovoltaik (PV) auf Landesdächern wird dabei fortgesetzt. 2011 wurde die installierte Leistung auf 840 KW verdreifacht und 500 Tonnen Kohlendioxid vermieden. Bis 2015 soll die Stromerzeugung von 0,2 % auf 2,0 % verzehnfacht werden. 2012 werden drei weitere Liegenschaften mit PV-Anlagen ausgestattet (Universität Erfurt, Justizvollzugsanstalt Suhl-Goldlauter, Landwirtschaftsamt Hildburghausen). Im Rahmen des Thüringer Bioenergieprogramms wurde der Anteil der Bioenergie im Wärmebereich 2011 von acht auf zehn Prozent gesteigert. Bis 2015 soll er sich auf 16 Prozent verdoppeln. Der Passivhausstandard soll im Neubau bis 2014 erreicht werden.
Die Städtebauförderung ist ein Instrument, um in Zeiten des demografischen Wandels innerstädtische Brachflächen zu entwickeln und die Leitlinie Städte von innen nach außen zu entwickeln zu fördern. Größere Vorhaben waren beispielweise in den vergangenen Jahren das Collegium Maius in Erfurt, die Vogtlandhalle in Greiz und das Theater in Meiningen. Derzeit wird die Kulturbibliothek in Nordhausen errichtet. Gefördert werden 2012 z.B. der Stadtplatz in Oberhof und das Jugendstilbad in Gotha.
Das Thüringer Kabinett hat im Sommer 2011 der Durchführung einer Internationalen Bauausstellung (IBA) in Thüringen unter dem Motto Wandel wird Kulturlandschaft zugestimmt. Die IBA soll Antworten auf die Herausforderungen des demografischen, energetischen und soziokulturellen Wandels erarbeiten. In diesem Kontext möchte die IBA Thüringen neue, modellhafte Lösungen beispielsweise im Bereich der Daseinsvorsorge entwickeln. Wir konzentrieren uns dabei nicht nur auf den demografischen Wandel. Auch Energieeffizienz und die breite Palette der erneuerbaren Energie sind wichtige Themenfelder im IBA-Prozess. Bei der Umsetzung des ambitionierten Projekts werden wir uns nicht auf die Städte begrenzen. Wir wollen ganz Thüringen zur IBA-Bühne machen, sagte Minister Carius. Nach der Gründung der IBA Thüringen GmbH wird 2012 ein erster Projektaufruf den IBA-Prozess lebendig werden lassen. Der Errichtung einer IBA-Werkstatt an der Bauhaus-Universität Weimar werden weitere Werkstätten in Kooperation mit Thüringer Hochschulen folgen. In Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk BAU Hessen-Thüringen wird im September ein weiteres studentisches IBA-Seminar auf Schloss Ettersburg stattfinden. Die IBA Thüringen wird insgesamt ein 12-jähriger Prozess sein und im Jahr 2023 enden, dem Jahr des Jahrhundert-Jubiläums der ersten großen Bauhaus-Ausstellung.
