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So, 19:02 Uhr
05.02.2012

Kinderarmut

Zum Thema " Kinderarmut ist Familienarmut" äußert sich Andreas Links Landesgeschäftsführer des Volksinteressenbundes Thüringen (VIBT)

Kinderarmut ist laut Veröffentlichung der letzten Zahlen in Thüringen und im Bund rückläufig. Aber geht es den Kindern wirklich besser?
Der Satz " Kindern geht es gut, wenn es ihren Eltern gut geht" stimmt.

Aber was passiert wirklich. Gehälter bzw. Löhne stagnieren oder sinken in unserem Land, Abgaben in Form von Steuern, Versicherungen, Energie und anderen Lebenshaltungskosten steigen stetig. Für einfachste Serviceleistungen müssen die Menschen immer tiefer in die Tasche greifen, was einen Großteil ihres Gehalts aufbraucht.
Immer mehr Menschen droht der soziale Abstieg. Armut ist sichtbarer Alltag in einen der reichsten Länder der Erde.
Der Bettler in der Fußgängerzone, die Drogenabhängigen, die im Glascontainer nach Pfandflaschen angeln, die überfüllten Wartezonen der Alg-II-Behörden.

Wie wachsen Kinder auf, die Armut im Überfluss am eigenen Leib erfahren, deren Eltern nicht einmal das Kopiergeld in der Schule bezahlen können? Was sagen diese Menschen zu den Managergehältern, die mehr als 100-mal so hoch sind wie ein Durchschnittsverdienst?
Woher kommt dieses Geld? Wer hat es verdient? Die Manager? Ihre Beschäftigten? Oder wir alle?

Trotz dieser Gegensätze, oder vielleicht gerade deswegen, ist soziale Gerechtigkeit den meisten Menschen in Deutschland nach wie vor der wichtigste gesellschaftliche Wert.
Aber wie können wir Armut bekämpfen, sicherlich nicht dadurch dass den Menschen immer höhere Belastungen auferlegt und sie gleichzeitig in Niedriglohn gedrückt werden.

Am unteren Ende der Gesellschaft geht ohnehin die Angst um, nicht nur vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Den haben viele schon längst nicht mehr. Sondern die Angst, krank zu werden, morgen nicht einmal mehr das Essen für sich und die Kinder bezahlen zu können, das Dach über den Kopf zu verlieren. Armut gibt es in unserem Land im Überfluss.

Ein Drittel der alleinerziehenden Frauen und zwei Drittel der Langzeitarbeitslosen leben unterhalb der Armutsgrenze. In manchen Regionen Ostdeutschlands hat jeder Vierte keine bezahlte Arbeit. In einigen Regionen fristen die Kinder ihr Leben in Armut. Manche kommen hungrig in die Schule, weil die Eltern das tägliche Leben finanziell und/oder psychisch nicht mehr bewältigen.

Wer in Armut lebt, reibt sich jeden Tag auf zwischen der schieren Unmöglichkeit, mit dem wenigen Geld zumindest die existenziellen Bedürfnisse zu befriedigen, und dem lähmenden Gefühl, in einer Überflussgesellschaft überflüssig zu sein. Die Politik sollte statt der großen und vielen Worte, große und viele Taten folgen lassen, das wäre für unsere Menschen wichtiger und lebenswerter.
Andreas Links
Kleinberndten
Landesgeschäftsführer des Volksinteressenbundes Thüringen (VIBT)
Autor: khh

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