Fr, 00:10 Uhr
17.02.2012
Kaum Unterschiede
Bei der gestrigen Podiumsdiskussion im ehemaligen Wagenhaus von Schloss Sondershausen (Cafeteria), bei der sich erstmals alle fünf Landratskandidaten zum "Streitgespräch" fanden, ging es um das Bildungswesen im Kyffhäuserkreis...
Um es gleich vorweg zu nehmen, das Bildungswesen im Kyffhäuserkreis wird zwar nicht so hoch eingeschätzt, so der Deutsche Lernatlas der wohl von der Bertelsmann-Stiftung erarbeitet wurde, und dabei den Kyffhäuser in hinterer Position sieht (schlechtester Mecklenburg-Vorpommern). Als Außenstehender (hier zählte sich kn mal dazu), war eigentlich von keinem der Kandidaten so richtig zu hören, wie das wohl geändert werden soll.
Mario Merten (parteilos, Antje Hochwind (SPD), Kai Mudra (Moderator), Babette Pfefferlein (Bündnis 90 / Die Grünen, Landrat Peter Hengstermann (CDU) und Torsten Blümel (Die Linke)
Da half auch nicht, dass alle fünf Kandidaten beteuerten, wie wichtig die Bildung sei. Zum richtigen Streitgespräch über verschiedene Ansichten konnte es auch oft schwer nicht kommen, schon von der Fragestellung her. Wer nur fragt, wollen Sie die Musikschule oder Kreisvolkshochschule erhalten, was soll da heraus kommen. Es wird ja wohl kein Kandidat wagen, diese wichtigen Einrichtungen in Frage zu stellen, höchstens mal andeutungsweise darauf hinweisen, wie schlimm die Finanzlage ist.
Anders sah es auch nicht aus beim Thema, wie der Investitionsstau bei der Sanierung der Schule beseitigt werden kann. Außer Beteuerungen, wir wollen das Schulnetz erhalten km nicht raus. Was nützt die Beteuerung, wir müssen mehr in die Bildung investieren (Antje Hochwind) wenn es immer noch einen Stau von 30 Millionen bei der Sanierung gibt. Und wenn Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) die Forderung der Stadt Sondershausen klar zum Ausdruck brachte, die Regelschule Franzberg muss erhalten werden, so war doch zu erwarten, dass da keiner der Kandidaten widersprechen wird.
Ähnlich erst recht zum Thema Erhalt der bisherigen Schulen geht. Der Ausspruch "Kurze Beine kurze Wege" zum Thema Erhalt der Schulen war zwar in aller Munde, aber wie der Spagat zwischen sinkenden Schülerzahlen und Erhaltung des Schulnetzes wirklich gelöst werden soll, war dann doch nicht zu hören.
Als mal mal richtig um die Zukunft der Schulen ging, Bundestagsmitglied Johannes Selle (CDU) hatte die Frage gestellt, wie sieht es mit modernen Unterrichtsmitteln aus, war man mal schnell darüber hinweg gegangen.
Und eine kleine Panne gab es auch. Keiner der Kandidaten, einschließlich der Organisatoren der Veranstaltung von Lernen vor Ort, hatte die richtigen Zahlen zur Berufsausbildung zur Hand. Da wurde festgestellt und diskutiert, dass die Zahl der auszubildenden Berufe von 28 auf 12 gesunken ist. Korrigiert wurde man von einer Besucherin der Veranstaltung (Staatliches Berufsschulzentrum Sondershausen) die schon mal die Zahl auf 17 Berufe korrigierte.
Auf Fragen antworten und ein echtes Programm im Bildungswesen vorzuweisen, sind wohl zwei verschiedene Schuhe. Die Kandidaten sollten in sich gehen, und tatsächlich ein Programm vorlegen, wie es im Bildungswesen tatsächlich weitergehen soll. Schließlich brauchen nicht nur die Journalisten etwas in der Hand, womit man den späteren Landrat an seinen Aussagen auch konkret festnageln kann, wie man so schön sagt.
Unter den knapp 40 Zuhörern waren vor allem Vertreter der Verwaltungen, einige wenige Kreistagsmitglieder und zahlreiche Schulleiter vertreten.
Wenn es um die Wahlen geht, wird man ja immer wieder gefragt, na, gab es denn Gewinner und Verlierer? Jein. Sicher hat natürlich der Amtsinhaber Landrat Peter Hengstermann eine Spur von Vorteilen gehabt, da er auf "seine Erfolge" zurückblicken kann, wie Berufsinfotage und auch die Aufnahme der Berufsausbildung der Bergbautechnologen. Auch mit dem Thema "AufTakt", jedem Kind sein Musikinstrument kann er punkten, aber ganz ernsthaft fehlte dem Landrat einfach die Kohle, das Projekt jetzt auch weiter entscheidend voranzutreiben, denn schließlich gibt es ja noch mehrere Schulen. Leider ging auch keiner der anderen Kandidaten darauf ein, ob und wie sie das Projekt fortsetzen möchten. Leider hatte das der Moderator nicht hinterfragt.
Punkten konnte wohl auch Antje Hochwind mit ihren Erfahrungen in der außerschulischen Bildungsbereich, wie es jetzt erst wieder Projekte sind, die im Ferienpark Feuerkuppe teils für Thüringen beispielgebend sind. Auch kann sie auf einen reichen Fundus beim aktiven Arbeiten mit Fördermitteln zurückgreifen, sowohl in ihrer Zeit beim Kreisjugendring, als auch als Geschäftsführerin des Ferienparks.
Bleibt abschließend festzustellen, kein Bewerber/in konnte sich richtig absetzen und auch keiner ist zurückgefallen. Die Messer für den Wahlkampf müssen also erst richtig geschärft werden.
Autor: khhUm es gleich vorweg zu nehmen, das Bildungswesen im Kyffhäuserkreis wird zwar nicht so hoch eingeschätzt, so der Deutsche Lernatlas der wohl von der Bertelsmann-Stiftung erarbeitet wurde, und dabei den Kyffhäuser in hinterer Position sieht (schlechtester Mecklenburg-Vorpommern). Als Außenstehender (hier zählte sich kn mal dazu), war eigentlich von keinem der Kandidaten so richtig zu hören, wie das wohl geändert werden soll.
Mario Merten (parteilos, Antje Hochwind (SPD), Kai Mudra (Moderator), Babette Pfefferlein (Bündnis 90 / Die Grünen, Landrat Peter Hengstermann (CDU) und Torsten Blümel (Die Linke)
Da half auch nicht, dass alle fünf Kandidaten beteuerten, wie wichtig die Bildung sei. Zum richtigen Streitgespräch über verschiedene Ansichten konnte es auch oft schwer nicht kommen, schon von der Fragestellung her. Wer nur fragt, wollen Sie die Musikschule oder Kreisvolkshochschule erhalten, was soll da heraus kommen. Es wird ja wohl kein Kandidat wagen, diese wichtigen Einrichtungen in Frage zu stellen, höchstens mal andeutungsweise darauf hinweisen, wie schlimm die Finanzlage ist.
Anders sah es auch nicht aus beim Thema, wie der Investitionsstau bei der Sanierung der Schule beseitigt werden kann. Außer Beteuerungen, wir wollen das Schulnetz erhalten km nicht raus. Was nützt die Beteuerung, wir müssen mehr in die Bildung investieren (Antje Hochwind) wenn es immer noch einen Stau von 30 Millionen bei der Sanierung gibt. Und wenn Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer (CDU) die Forderung der Stadt Sondershausen klar zum Ausdruck brachte, die Regelschule Franzberg muss erhalten werden, so war doch zu erwarten, dass da keiner der Kandidaten widersprechen wird.
Ähnlich erst recht zum Thema Erhalt der bisherigen Schulen geht. Der Ausspruch "Kurze Beine kurze Wege" zum Thema Erhalt der Schulen war zwar in aller Munde, aber wie der Spagat zwischen sinkenden Schülerzahlen und Erhaltung des Schulnetzes wirklich gelöst werden soll, war dann doch nicht zu hören.
Als mal mal richtig um die Zukunft der Schulen ging, Bundestagsmitglied Johannes Selle (CDU) hatte die Frage gestellt, wie sieht es mit modernen Unterrichtsmitteln aus, war man mal schnell darüber hinweg gegangen.
Und eine kleine Panne gab es auch. Keiner der Kandidaten, einschließlich der Organisatoren der Veranstaltung von Lernen vor Ort, hatte die richtigen Zahlen zur Berufsausbildung zur Hand. Da wurde festgestellt und diskutiert, dass die Zahl der auszubildenden Berufe von 28 auf 12 gesunken ist. Korrigiert wurde man von einer Besucherin der Veranstaltung (Staatliches Berufsschulzentrum Sondershausen) die schon mal die Zahl auf 17 Berufe korrigierte.
Auf Fragen antworten und ein echtes Programm im Bildungswesen vorzuweisen, sind wohl zwei verschiedene Schuhe. Die Kandidaten sollten in sich gehen, und tatsächlich ein Programm vorlegen, wie es im Bildungswesen tatsächlich weitergehen soll. Schließlich brauchen nicht nur die Journalisten etwas in der Hand, womit man den späteren Landrat an seinen Aussagen auch konkret festnageln kann, wie man so schön sagt.
Unter den knapp 40 Zuhörern waren vor allem Vertreter der Verwaltungen, einige wenige Kreistagsmitglieder und zahlreiche Schulleiter vertreten.
Wenn es um die Wahlen geht, wird man ja immer wieder gefragt, na, gab es denn Gewinner und Verlierer? Jein. Sicher hat natürlich der Amtsinhaber Landrat Peter Hengstermann eine Spur von Vorteilen gehabt, da er auf "seine Erfolge" zurückblicken kann, wie Berufsinfotage und auch die Aufnahme der Berufsausbildung der Bergbautechnologen. Auch mit dem Thema "AufTakt", jedem Kind sein Musikinstrument kann er punkten, aber ganz ernsthaft fehlte dem Landrat einfach die Kohle, das Projekt jetzt auch weiter entscheidend voranzutreiben, denn schließlich gibt es ja noch mehrere Schulen. Leider ging auch keiner der anderen Kandidaten darauf ein, ob und wie sie das Projekt fortsetzen möchten. Leider hatte das der Moderator nicht hinterfragt.
Punkten konnte wohl auch Antje Hochwind mit ihren Erfahrungen in der außerschulischen Bildungsbereich, wie es jetzt erst wieder Projekte sind, die im Ferienpark Feuerkuppe teils für Thüringen beispielgebend sind. Auch kann sie auf einen reichen Fundus beim aktiven Arbeiten mit Fördermitteln zurückgreifen, sowohl in ihrer Zeit beim Kreisjugendring, als auch als Geschäftsführerin des Ferienparks.
Bleibt abschließend festzustellen, kein Bewerber/in konnte sich richtig absetzen und auch keiner ist zurückgefallen. Die Messer für den Wahlkampf müssen also erst richtig geschärft werden.









