Mi, 14:55 Uhr
07.03.2012
Die Forderungen bleiben aktuell
Internationaler Frauentag – Die Forderungen bleiben aktuell, so die Bad Frankenhäuser Bundestagsabgeordnete Kersten Steinke an lässlich des morgigen Internationalen Frauentages...
8. März 1912: Das Deutsche Reich steht unter der Herrschaft von Kaiser Wilhelm II., und Frauen sucht man in den Parlamenten vergebens. Vor dem ersten Internationalen Frauentag hatte Clara Zetkin (1857-1933) eine Vision: Noch zu ihren Lebzeiten wird es keinen Kaiser mehr geben, dafür aber gleiche Rechte für Mann und Frau.
8. März 2012, Bundesrepublik Deutschland. Ein Kaiser regiert tatsächlich schon seit Ende 1918 nicht mehr, seither haben auch Frauen das Wahlrecht. Dieser Teil der Zetkin’schen Vision ist in Erfüllung gegangen. Und wovon sie und andere Frauen nicht zu träumen gewagt hätten: Die Richtlinien der deutschen Politik bestimmt seit einigen Jahren sogar eine Frau in Person der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ja, Frauen dürfen sogar mit der Waffe in der Hand auf Kriegsschauplätze weltweit.
Aber wenn ich mir – als Frau im Deutschen Bundestag - die Forderungen der sozialistischen Frauenbewegung von 1911/1912 in ihrer Gesamtheit anschaue, dann könnte ich in vielen Fällen meinen Kalender um 100 Jahre zurückdatieren. Damals waren die wichtigsten Forderungen:
Kampf gegen Krieg
gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Wahl- und Stimmrecht für Frauen
Arbeitsschutzgesetze
ausreichender Mutter- und Kinderschutz
der Achtstundentag
Nach wie vor sind Frauen vor allem im Arbeitsleben nicht gleichberechtigt. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und existenzsichernde Arbeitsverträge sind eher die Ausnahme. Für Frauen gibt es zumeist nur Minijobs im Niedriglohnsektor. Trotz Kanzlerin und Soldatinnen findet man im Wirtschafts- und Wissenschaftsbereich kaum Frauen in Leitungsfunktionen.
Meine Partei, DIE LINKE, solidarisiert sich daher – nicht nur zum 8. März – mit allen von Ausbeutung und Unterdrückung, von Diskriminierung und Ungerechtigkeit betroffenen Frauen. Weltweit, aber insbesondere im eigenen Lande. Unsere aktuellen Themen greifen die immer noch nicht wahr gewordenen Forderungen von Clara Zetkin auf.
In diesem Sinne wünsche ich allen Frauen und Mädchen einen solidarischen und kämpferischen Internationalen Frauentag! Lasst uns gemeinsam für Frieden, Chancengleichheit und gegen Diskriminierung eintreten!
Kersten Steinke
Autor: nnz/kn8. März 1912: Das Deutsche Reich steht unter der Herrschaft von Kaiser Wilhelm II., und Frauen sucht man in den Parlamenten vergebens. Vor dem ersten Internationalen Frauentag hatte Clara Zetkin (1857-1933) eine Vision: Noch zu ihren Lebzeiten wird es keinen Kaiser mehr geben, dafür aber gleiche Rechte für Mann und Frau.
8. März 2012, Bundesrepublik Deutschland. Ein Kaiser regiert tatsächlich schon seit Ende 1918 nicht mehr, seither haben auch Frauen das Wahlrecht. Dieser Teil der Zetkin’schen Vision ist in Erfüllung gegangen. Und wovon sie und andere Frauen nicht zu träumen gewagt hätten: Die Richtlinien der deutschen Politik bestimmt seit einigen Jahren sogar eine Frau in Person der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Ja, Frauen dürfen sogar mit der Waffe in der Hand auf Kriegsschauplätze weltweit.
Aber wenn ich mir – als Frau im Deutschen Bundestag - die Forderungen der sozialistischen Frauenbewegung von 1911/1912 in ihrer Gesamtheit anschaue, dann könnte ich in vielen Fällen meinen Kalender um 100 Jahre zurückdatieren. Damals waren die wichtigsten Forderungen:
Kampf gegen Krieg
gleicher Lohn für gleiche Arbeit
Wahl- und Stimmrecht für Frauen
Arbeitsschutzgesetze
ausreichender Mutter- und Kinderschutz
der Achtstundentag
Nach wie vor sind Frauen vor allem im Arbeitsleben nicht gleichberechtigt. Gleicher Lohn für gleiche Arbeit und existenzsichernde Arbeitsverträge sind eher die Ausnahme. Für Frauen gibt es zumeist nur Minijobs im Niedriglohnsektor. Trotz Kanzlerin und Soldatinnen findet man im Wirtschafts- und Wissenschaftsbereich kaum Frauen in Leitungsfunktionen.
Meine Partei, DIE LINKE, solidarisiert sich daher – nicht nur zum 8. März – mit allen von Ausbeutung und Unterdrückung, von Diskriminierung und Ungerechtigkeit betroffenen Frauen. Weltweit, aber insbesondere im eigenen Lande. Unsere aktuellen Themen greifen die immer noch nicht wahr gewordenen Forderungen von Clara Zetkin auf.
In diesem Sinne wünsche ich allen Frauen und Mädchen einen solidarischen und kämpferischen Internationalen Frauentag! Lasst uns gemeinsam für Frieden, Chancengleichheit und gegen Diskriminierung eintreten!
Kersten Steinke