Mo, 22:51 Uhr
12.03.2012
Neues aus Berlin (32)
Im Rahmen unserer Reihe Berichte der Bundestagmitglieder unserer Region äußert sich das Mitglied des Bundestags, Johannes Selle (CDU) zum Thema: Tunesien und berichtet über die Angst der Frauen in Tunesien.
Mit der Bundesministerin für Familie, Frauen, Senioren und Jugend, Dr. Kristina Schröder, befand ich mich auf einer Ein-Tages- Reise in Tunis, die zur Vorbereitung des Weltfrauentages durchgeführt wurde. Als einziger männlicher Teilnehmer (und zuständiger Berichterstatter der Fraktion für Tunesien) war ich zugleich ein Beispiel dafür, dass die Männer einer Gesellschaft gewonnen werden müssen, um eine funktionierende Gleichberechtigung in einer Gesellschaft zu leben.
Wir sprachen mit Feministinnen, Parlamentarierinnen, dem Staatspräsidenten, den in Tunesien arbeitenden deutschen Stiftungen und Bloggerinnen, die ja wesentlich mitgewirkt haben beim Sturz des Diktators Ben Ali. Höhepunkt war zweifellos das Gespräch mit dem Staatspräsidenten Moncef Marzouki, der dieses Gespräch anbot. Marzouki hatte für sein politisches Engagementim Gefängnis gesessen.
Überall war zu spüren, dass die deutsche Delegation willkommen war. Die Tunesier schätzen die Begleitung Deutschlands auf diesem schweren Weg und fragen immer wieder auch nach unseren Erfahrungen mit dem Umbau des Landes nach der Wende.
Treffen mit dem Präsident der Republik Tunesien Herrn Moncef Marzouki (3.v.l.)
Zum überragenden Thema dieser Reise wurde durch die tunesischen Frauen der Diskussionsprozess um die neue Verfassung gemacht. In den freien Wahlen waren islamische Parteien am stärksten geworden. Nun bangt man darum, dass dieser Einfluss dazu
führt, einen Bezug zur Scharia (islamisches Recht) in die Verfassung zu schreiben. Damit, fürchteten alle die Frauen, könnte es mit den gewonnen Freiheiten vorbei sein. In Tunesien war die Verschleierung verboten. Jetzt kann man zunehmend vollverschleierte Frauen sehen, die die neue Freiheit nutzen und ebenfalls ihr Recht fordern.
Eine wirklich nicht einfache gesellschaftliche Situation muss da gestaltet werden.
Wahlkreisbüro Johannes Selle
Autor: khhMit der Bundesministerin für Familie, Frauen, Senioren und Jugend, Dr. Kristina Schröder, befand ich mich auf einer Ein-Tages- Reise in Tunis, die zur Vorbereitung des Weltfrauentages durchgeführt wurde. Als einziger männlicher Teilnehmer (und zuständiger Berichterstatter der Fraktion für Tunesien) war ich zugleich ein Beispiel dafür, dass die Männer einer Gesellschaft gewonnen werden müssen, um eine funktionierende Gleichberechtigung in einer Gesellschaft zu leben.
Wir sprachen mit Feministinnen, Parlamentarierinnen, dem Staatspräsidenten, den in Tunesien arbeitenden deutschen Stiftungen und Bloggerinnen, die ja wesentlich mitgewirkt haben beim Sturz des Diktators Ben Ali. Höhepunkt war zweifellos das Gespräch mit dem Staatspräsidenten Moncef Marzouki, der dieses Gespräch anbot. Marzouki hatte für sein politisches Engagementim Gefängnis gesessen.
Überall war zu spüren, dass die deutsche Delegation willkommen war. Die Tunesier schätzen die Begleitung Deutschlands auf diesem schweren Weg und fragen immer wieder auch nach unseren Erfahrungen mit dem Umbau des Landes nach der Wende.
Treffen mit dem Präsident der Republik Tunesien Herrn Moncef Marzouki (3.v.l.)
Zum überragenden Thema dieser Reise wurde durch die tunesischen Frauen der Diskussionsprozess um die neue Verfassung gemacht. In den freien Wahlen waren islamische Parteien am stärksten geworden. Nun bangt man darum, dass dieser Einfluss dazu
führt, einen Bezug zur Scharia (islamisches Recht) in die Verfassung zu schreiben. Damit, fürchteten alle die Frauen, könnte es mit den gewonnen Freiheiten vorbei sein. In Tunesien war die Verschleierung verboten. Jetzt kann man zunehmend vollverschleierte Frauen sehen, die die neue Freiheit nutzen und ebenfalls ihr Recht fordern.
Eine wirklich nicht einfache gesellschaftliche Situation muss da gestaltet werden.
Wahlkreisbüro Johannes Selle
