Fr, 15:58 Uhr
16.03.2012
Neues aus Berlin (34)
Im Rahmen unserer Reihe Berichte der Bundestagsmitglieder unserer Region äußert sich das Mitglied des Bundestags, Steffen-Claudio Lemme (SPD) zum Thema Minijobs und fordert Minijobs reformieren, sichere Arbeitsplätze schaffen!
Anlässlich der Vorstellung des Programms des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zur Verbesserung von kleinen Arbeitsverhältnissen erklärt der SPD-Bundestagsabgeordnete Steffen-Claudio Lemme:
"Minijobs gewinnen in den Beschäftigungsstrategien der Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Vor allem im Einzelhandel sind kaum noch reguläre Arbeitsplätze anzutreffen. Immer mehr Aushilfen werden in Kleinstarbeitsverhältnissen - sog. Minijobs beschäftigt. Das ist ein zunehmend ernsthaftes Problem. Unternehmer nutzen die Niedriglohnjobs gezielt um tarifliche und gesetzliche Standards zu umgehen und damit die Arbeitskosten zu senken. Mehr als 80 Prozent aller Minijobberinnen und Minijobber arbeiten für einen Lohn unter 8,50 Euro, manche sogar für weniger als fünf Euro pro Stunde. Hinzu kommen oftmals unbezahlte Überstunden und die Vorenthaltung von Leistungen, wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie bezahlten Erholungsurlaub. Das ist verheerend.
In Thüringen saßen nach Angaben der Bundesagentur im Juni 2011 circa 122.000 Beschäftigte in der Minijob Falle. Dem gegenüber stehen 752.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Das bedeutet auf 100 sozialversicherungspflichtige Stellen kommen bereits jetzt 16 geringfügige Arbeitsverhältnisse. Diese Zahl ist alarmierend hoch und spiegelt sich auch im Kyffhäuserkreis wieder. Gerade ältere Arbeitnehmer sind betroffen. So liegt die Verteilung der Minijobs im Kyffhäuserkreis mit 37 Prozent bei über 50-Jährigen deutlich über dem Bundesdurchschnitt (25 Prozent). Dieser Weg der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse ist die Fahrkarte in die Altersarmut!
Dem muss mit einer konsequenten Reform ein Riegel vorgeschoben werden. Als Gewerkschafter unterstütze ich hier eindringlich die Vorschläge des DGB, der die Gleichbehandlung aller Arbeitsverhältnisse fordert. Geringfügig entlohnte Beschäftigung soll in echte Teilzeit umgewandelt werden. Der DGB schlägt eine Gleitzone ab dem ersten Euro bis 800 Euro vor, bei dem Arbeitgeber insbesondere im unteren Einkommensbereich den Großteil der Sozialabgaben allein tragen.
Weiterhin ist es erforderlich, dass endlich ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro eingeführt wird, um das Lohndumping gerade im Bereich der Minijobs einzudämmen."
Wahlkreisbüro Steffen-Claudio Lemme
Autor: khhAnlässlich der Vorstellung des Programms des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zur Verbesserung von kleinen Arbeitsverhältnissen erklärt der SPD-Bundestagsabgeordnete Steffen-Claudio Lemme:
"Minijobs gewinnen in den Beschäftigungsstrategien der Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Vor allem im Einzelhandel sind kaum noch reguläre Arbeitsplätze anzutreffen. Immer mehr Aushilfen werden in Kleinstarbeitsverhältnissen - sog. Minijobs beschäftigt. Das ist ein zunehmend ernsthaftes Problem. Unternehmer nutzen die Niedriglohnjobs gezielt um tarifliche und gesetzliche Standards zu umgehen und damit die Arbeitskosten zu senken. Mehr als 80 Prozent aller Minijobberinnen und Minijobber arbeiten für einen Lohn unter 8,50 Euro, manche sogar für weniger als fünf Euro pro Stunde. Hinzu kommen oftmals unbezahlte Überstunden und die Vorenthaltung von Leistungen, wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall sowie bezahlten Erholungsurlaub. Das ist verheerend.
In Thüringen saßen nach Angaben der Bundesagentur im Juni 2011 circa 122.000 Beschäftigte in der Minijob Falle. Dem gegenüber stehen 752.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse. Das bedeutet auf 100 sozialversicherungspflichtige Stellen kommen bereits jetzt 16 geringfügige Arbeitsverhältnisse. Diese Zahl ist alarmierend hoch und spiegelt sich auch im Kyffhäuserkreis wieder. Gerade ältere Arbeitnehmer sind betroffen. So liegt die Verteilung der Minijobs im Kyffhäuserkreis mit 37 Prozent bei über 50-Jährigen deutlich über dem Bundesdurchschnitt (25 Prozent). Dieser Weg der geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse ist die Fahrkarte in die Altersarmut!
Dem muss mit einer konsequenten Reform ein Riegel vorgeschoben werden. Als Gewerkschafter unterstütze ich hier eindringlich die Vorschläge des DGB, der die Gleichbehandlung aller Arbeitsverhältnisse fordert. Geringfügig entlohnte Beschäftigung soll in echte Teilzeit umgewandelt werden. Der DGB schlägt eine Gleitzone ab dem ersten Euro bis 800 Euro vor, bei dem Arbeitgeber insbesondere im unteren Einkommensbereich den Großteil der Sozialabgaben allein tragen.
Weiterhin ist es erforderlich, dass endlich ein gesetzlicher Mindestlohn von 8,50 Euro eingeführt wird, um das Lohndumping gerade im Bereich der Minijobs einzudämmen."
Wahlkreisbüro Steffen-Claudio Lemme
