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Mi, 23:08 Uhr
21.03.2012

Rückblick auf März

Was fanden im Panoramamuseum Bad Frankenhausen für Höhepunkte im März bereits statt? Wie gewohnt bringt Fred Böhme wieder die Übersicht...

Gleich viermal Kino bot der Monat März den Veranstaltungsfreunden im Panorama Museum. Auftakt machte "Wunderkinder" am 2.3., ein Film der zwar eine ambitionierte Geschichte einer deutsch-jüdischen Freundschaft zwischen drei Kindern vor dem Hintergrund des 2. Weltkrieges erzählte, die das Potential zu einem mitreißenden Drama gehabt hätte, wenn nicht manche Darstellerleistungen im Film so mäßig gewesen wären. Nur der Charmefaktor der kindlichen Darsteller konnte dem Film einen gewissen Unterhaltungswert geben. Auch die didaktischen Kommentare und die auf ein allzu naiv-kindliches Publikum abzielenden Fragen der kindlichen Hauptdarstellerin bestätigten den eher negativen Eindruck.

Weitaus überzeugender war da schon "Das Labyrinth der Wörter" am 9.3., ein Film bei dem vor allem die beiden Hauptdarsteller, allen voran Gérard Depardieu, in der Rolle des ungeschlachten, naiven aber umso warmherzigeren Analphabeten und Gisèle Casadesus glänzten und kleinere Schwächen des Drehbuches, das allzu harmoniesüchtig und etwas weltfern geraten war, vergessen machten. Diese Filmaufführung war übrigens mal wieder ausverkauft.

Einer der eindrucksvollsten Filme des Monats war allerdings diese kleine Babelsberger Produktion "Boxhagener Platz" von Matti Geschonnek. Neben der sehr detailverliebten Ausstattung, die den Ostberliner Kiez in den späten 1960er Jahren lebendig werden ließ, glänzten in diesem heiter-melancholischen Ensemblefilm durch Spielfreudigkeit Gudrun Ritter, Michael Gwisdek, Samuel Schneider, Jürgen Vogel, Meret Becker, Horst Krause. Auch die inzwischen etwas nostalgisch anmutende Fragestellung, die zwei der Hauptfiguren so beschäftigte, nämlich das Auseinanderklaffen zwischen postuliertem Anspruch der politischen Elite der DDR und der realsozialistischen Wirklichkeit und der Spekulation darüber, was wäre, wenn die richtigen Spartakisten gewonnen hätten, gaben dem Film eine besondere Note. Vorab hatte gerade dieser Film für besondere Aufregung gesorgt gehabt, weil das Filmlager versehentlich einen falschen Film geliefert hatte und erst im Laufe des Freitagnachmittag diesen Irrtum korrigierte. Zum Glück, wäre doch sonst den über 40 Filmfreunden ein kleiner cineastischer Leckerbissen entgangen.

Am vergangenen Samstag (17.3.) wurde auch die neue Sonderausstellung in unserem Museum eröffnet. Sie zeigt eine ganze Reihe sehr sehenswerter Grafiken französischer Künstler, vor allem Radierer, die als exzellente Handwerker mal skurrile, dann wieder düster visionäre Welten zeigen. Im Ganzen eine Schau, die man sich nicht entgehen lassen sollte, zu der man jedoch etwas Zeit mitbringen muss.
Fred Böhme
Autor: khh

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