Mo, 13:48 Uhr
30.04.2012
Befürchtete Zuwanderungswelle blieb aus
Vor einem Jahr (1. Mai 2011) wurde auch in Deutschland die vollständige Arbeitnehmerfreizügigkeit für die acht mittel- und osteuropäischen EU-Beitrittsstaaten Estland, Lettland, Litauen, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn und Slowenien eingeführt. Der von der Bundesagentur vorhergesagte Zuwachs an Arbeitnehmern blieb allerdings deutlich unter den Erwartungen...
Schon bei Einführung der Arbeitnehmerfreizügigkeit war abzusehen, dass Thüringen ebenso wie die übrigen ostdeutschen Bundesländer nicht von einer Zuwanderungswelle überrollt wird, kommentiert Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, die Situation.
Bis Januar 2012 hätten laut Bundesagentur für Arbeit nur rund 1.100 Menschen aus den neuen Mitgliedstaaten in Thüringen eine Beschäftigung aufgenommen.
Dies liegt zum einen daran, dass Deutschland seinen Arbeitsmarkt viel länger als andere EU-Staaten abgeschottet hat und viele Auswanderungswillige längst in andere Länder wie Großbritannien und Irland gegangen sind. Zum anderen wirken auch fehlende Sprachkenntnisse als Zuwanderungsbremse, so der IHK-Chef.
Besonders vor dem Hintergrund wachsender Fachkräfteengpässe sollte die Arbeitnehmerfreizügigkeit aber als Chance gesehen werden, fordert Grusser eine gezielte Zuwanderungspolitik des Landes. Bereits 42 Prozent der Unternehmen würden den Fachkräftemangel als ein wesentliches Risiko für die eigene wirtschaftliche Entwicklung sehen – vor einem Jahr wäre dies nur ein Drittel gewesen. Besonders Thüringen müsse daher künftig mehr auf Zuwanderung setzen.
Autor: nnzSchon bei Einführung der Arbeitnehmerfreizügigkeit war abzusehen, dass Thüringen ebenso wie die übrigen ostdeutschen Bundesländer nicht von einer Zuwanderungswelle überrollt wird, kommentiert Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, die Situation.
Bis Januar 2012 hätten laut Bundesagentur für Arbeit nur rund 1.100 Menschen aus den neuen Mitgliedstaaten in Thüringen eine Beschäftigung aufgenommen.
Dies liegt zum einen daran, dass Deutschland seinen Arbeitsmarkt viel länger als andere EU-Staaten abgeschottet hat und viele Auswanderungswillige längst in andere Länder wie Großbritannien und Irland gegangen sind. Zum anderen wirken auch fehlende Sprachkenntnisse als Zuwanderungsbremse, so der IHK-Chef.
Besonders vor dem Hintergrund wachsender Fachkräfteengpässe sollte die Arbeitnehmerfreizügigkeit aber als Chance gesehen werden, fordert Grusser eine gezielte Zuwanderungspolitik des Landes. Bereits 42 Prozent der Unternehmen würden den Fachkräftemangel als ein wesentliches Risiko für die eigene wirtschaftliche Entwicklung sehen – vor einem Jahr wäre dies nur ein Drittel gewesen. Besonders Thüringen müsse daher künftig mehr auf Zuwanderung setzen.