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Di, 15:21 Uhr
08.05.2012

Politischer Salon

Im Rahmen der Klimaausstellung "Klima wandelt Thüringen" fand gestern in Sondershausen einpolitischer Salon statt. Es ging um Fragen des Klimaschutzes und wie Kleingärtner helfen können..

"Freiräume sind unabdingbare Bestandteile des Wohnens. Lage und Qualität öffentlicher und privater Freiräume beeinflussen die Lebensqualität urbaner Räume. Immer mehr Stadtbewohner und -bewohnerinnen flüchten aus der Stadt, fahren am Wochenende ins Grüne oder ziehen an den Stadtrand oder gar aufs Land, obwohl sie die Freizeitmöglichkeiten der Stadt vermissen, das kulturelle Angebot der Städte schätzen und lange Wege zur Arbeit bewältigen müssen. Doch das Unbehagen an den Lebensbedingungen in der Stadt und die Sehnsucht nach mehr Grün und Natur überwiegen." So in etwas die Kernaussage von Marika Krüger - Das Projekt "Lagune" in Erfurt (www.lagune-erfurt.de).

Wie ist es denn mit dem Grün in unseren Städten bestellt? Nun, es zeigte sich recht schnell, was da in einem Impulsvortrag für große Städte gesagt wurde, trifft auf Sondershausen nun absolut nicht zu. Kleingartenanlage mit viel Grün reichen fast bis ans Stadtzentrum, denn von der Anlage "Fasanerie" bis zum Markt von Sondershausen ist es nur ein Katzensprung.

Sondershausen hat ein "Luxusproblem" denn mit rund 2.000 Parzellen organisiert in 30 Kleingartenvereinen erstreckt sich über 74 Hektar Fläche. Von den vielen Privatgrundstücken und dem ländlichen Charakter der vielen Ortsteil gar nicht zu reden. Davon stehen schon 250 Parzellen leer und 250 Parzellen werden von anderen Vereinsmitgliedern gepflegt. Wenn man in großen Städte darüber nachdenkt auch kleinen Brachflächen irgendwie gärtnerische zu nutzen, würde das für Sondershausen den Druck auf die Kleingartenvereine noch erhöhen.

Politischer Salon (Foto: Karl-Heinz Herrmann) Politischer Salon (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Es diskutieren im Podium Prof. Dr. Gerlinde Krause (FH Erfurt), Stefan Schard der für Bürgermeister Joachim Kreyere einsprang, Moderator Michael Welz vom Mitveranstalter Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e.V., Wolfgang Dittrich ( Vorsitzender KV Kyffhäuserkreis der Gartenfreunde, Alexandra Schubert vom BUND und Uta Keyser vom Bauamt Sondershausen (v.l.n.r.).

Für Sondershausen war man sich im Klaren, wir können nicht alle Parzellen halten. Es muss darüber nachgedacht werden, wie eine Verkleinerung erfolgt. Der demografische Wandel hinterlässt allerdings seinen Spuren.

In der Diskussion brachte einer der wenigen Besucher der Veranstaltung einen wichtigen Aspekt in die Diskussion. Die Gängelung durch das Kleingartengesetz verhindert teilweise sogar die Nutzung der Kleingartenanlagen. Wenn Prof. Dr. Krause in der Diskussion ein brachte, die Bevölkerung braucht Entspannung, so ist das eben mit Kleingartenvereinen kaum machbar, denn wenn ein Kleingartenverein das so praktizieren würde, würde man die Pacht drastisch erhöhen!!! Eben wegen dieser Gefahr müssen Kleingartenvereine immer mehr auf die Einhaltung der kleinlichen Gesetze achten, die vor zig Jahren gemacht wurden, um Kleingärten überhaupt bezahlbar zu halten.

Hier muss einfach ein moderneres Kleingartengesetz her, dass für "gepflegte Gärten" in Kleingartenvereinen, niedrige Pachtzinses festschreibt, wenn die Erzeugnisse des Gartens nicht kommerziell genutzt werden. Deshalb war es eigentlich traurig, das die eigentlichen Politker, die da etwas bewirken können, nämlich die Bundestagsabgeordneten nicht dabei waren, ob fehlend oder gar überhaupt nicht eingeladen.

Klimarelevante Gärten anlegen, oder umweltgerechte Gärten anlegen, ist mit diesem Kleingartengesetz kaum machbar. Bei der kleinlichen Auslegung werden immer mehr junge Familien die Lust am Kleingarten verlieren. Es drohen deshalb mehr Brachflächen in manchen Regionen, wenn die Politik sich nicht langsam wandelt. Es muss wieder möglich sein, mal seinen Garten nur mit Blumen zu schmücken, ohne im Gartenverein handeln zu müssen, wenn das so ist, brauchen wir noch jemanden der nur Obst anbaut und einen nur nur Gemüse anbaut, nur um die sogenannte Drittelungsregelung des Kleingartengesetzes zu realisieren.

Bleibt das Fazit, wenn sich nicht bald die Politik etwas einfallen lässt, könnte die jetzige Kleingartenstruktur vollkommen vor die Hunde gehen, wie man so schön sagt. Wenn sich nichts ändert werden bald auch die Kleingärtner zu den Opfern des demografischen Wandels werden. Das sollten sich viele Politiker mal hinter die Ohren schreiben, oder besser noch: Handeln!!!!
Karl-Heinz Herrmann
Politischer Salon (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Politischer Salon (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Politischer Salon (Foto: Karl-Heinz Herrmann)
Autor: khh

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