Fr, 16:32 Uhr
15.06.2012
Les Visionnaires
Ausstellung visionäre Grafikkunst der Gegenwart aus Frankreich wurde verlängert bis 09. September 2012, so die Meldung aus dem Panoramamuseum Bad Frankenhausen...
Überschaut man das Schaffen der in dieser Ausstellung als visionär vorgestellten Künstler, so findet man zunächst eine ganze Reihe grundlegender Gemeinsamkeiten in Inhalt und Form bis hin zu archetypischen Motiven wie der magischen Weltlandschaft, dem kosmischen Auge, der leeren Architektur oder der gepeinigten, vom Schicksal zerrissenen, dem Tod verfallenen Kreatur – bei aller Individualität der einzelnen künstlerischen Leistung. Weitet man den Blick, werden zwei Dinge evident: Die in Rede stehenden Künstler bilden tatsächlich eine von anderen künstlerischen Auffassungen ihrer Zeit klar geschiedene Gruppierung, wenn auch ohne einheitliche theoretische Grundlage. Sie gehören überwiegend der gleichen Generation an, haben eine vergleichbare Ausbildung absolviert und vor allem in jungen Jahren auch gemeinsam ausgestellt, und sie sind zum Teil bis heute in Freundschaft und gegenseitigem Respekt miteinander in Kontakt. Dabei hat jeder einzelne von ihnen sein ganz eigenes Universum geschaffen, seine eigene Welt, die allein den Gesetzen ihres eigenen Schöpfers genügt. Doch vor dem Hintergrund der allgemeinen Kunstsituation überwiegt das Verbindende einer gegenständlich-figurativen Bildauffassung von großer geistiger Tiefe, Komplexität und Welthaltigkeit, die sich ebenso manieristischer Elemente bedient wie sie Prinzipien des Surrealen, Visionären und Phantastischen zur Wirkung bringt.
François Lunven - Heiliger Georg, 1964 - Radierung, 38 x 57 cm - Galerie Alain Margaron, Paris
Die Ausstellung umfasst insgesamt 150 Werke von 14 ausgesuchten Meistern, deren Schaffen mehr als ein halbes Jahrhundert umspannt. Als eigenständige Strömung ist die visionäre Kunst in Frankreich eine Entwicklung der 60er Jahre, die in den 70er und frühen 80er Jahren zur Blüte gelangte, doch bis heute modifiziert fortwirkt. Erstmals überhaupt wird nun die Schule visionärer Grafiker von Paris als eigenständiger Beitrag Frankreichs zur figurativen Kunst der Gegenwart im deutschsprachigen Raum einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert. Gerd Lindner
Die Künstler der Ausstellung
Hélène Csech (*1921), Dado (*1933 †2010), Érik Desmazières (*1948), Yves Doaré (*1943), François Houtin (*1950), Le Maréchal (*1928), Étienne Lodého (*1953), François Lunven (*1942 †1971), Alain Margotton (*1948), Jean Michel Mathieux-Marie (*1947), Didier Mazuru (*1953), Georges Rubel (*1945), Gérard Trignac (*1955), Jean-Pierre Velly (*1943 †1990)
Autor: khhÜberschaut man das Schaffen der in dieser Ausstellung als visionär vorgestellten Künstler, so findet man zunächst eine ganze Reihe grundlegender Gemeinsamkeiten in Inhalt und Form bis hin zu archetypischen Motiven wie der magischen Weltlandschaft, dem kosmischen Auge, der leeren Architektur oder der gepeinigten, vom Schicksal zerrissenen, dem Tod verfallenen Kreatur – bei aller Individualität der einzelnen künstlerischen Leistung. Weitet man den Blick, werden zwei Dinge evident: Die in Rede stehenden Künstler bilden tatsächlich eine von anderen künstlerischen Auffassungen ihrer Zeit klar geschiedene Gruppierung, wenn auch ohne einheitliche theoretische Grundlage. Sie gehören überwiegend der gleichen Generation an, haben eine vergleichbare Ausbildung absolviert und vor allem in jungen Jahren auch gemeinsam ausgestellt, und sie sind zum Teil bis heute in Freundschaft und gegenseitigem Respekt miteinander in Kontakt. Dabei hat jeder einzelne von ihnen sein ganz eigenes Universum geschaffen, seine eigene Welt, die allein den Gesetzen ihres eigenen Schöpfers genügt. Doch vor dem Hintergrund der allgemeinen Kunstsituation überwiegt das Verbindende einer gegenständlich-figurativen Bildauffassung von großer geistiger Tiefe, Komplexität und Welthaltigkeit, die sich ebenso manieristischer Elemente bedient wie sie Prinzipien des Surrealen, Visionären und Phantastischen zur Wirkung bringt.
François Lunven - Heiliger Georg, 1964 - Radierung, 38 x 57 cm - Galerie Alain Margaron, Paris
Die Ausstellung umfasst insgesamt 150 Werke von 14 ausgesuchten Meistern, deren Schaffen mehr als ein halbes Jahrhundert umspannt. Als eigenständige Strömung ist die visionäre Kunst in Frankreich eine Entwicklung der 60er Jahre, die in den 70er und frühen 80er Jahren zur Blüte gelangte, doch bis heute modifiziert fortwirkt. Erstmals überhaupt wird nun die Schule visionärer Grafiker von Paris als eigenständiger Beitrag Frankreichs zur figurativen Kunst der Gegenwart im deutschsprachigen Raum einer breiteren Öffentlichkeit präsentiert. Gerd Lindner
Die Künstler der Ausstellung
Hélène Csech (*1921), Dado (*1933 †2010), Érik Desmazières (*1948), Yves Doaré (*1943), François Houtin (*1950), Le Maréchal (*1928), Étienne Lodého (*1953), François Lunven (*1942 †1971), Alain Margotton (*1948), Jean Michel Mathieux-Marie (*1947), Didier Mazuru (*1953), Georges Rubel (*1945), Gérard Trignac (*1955), Jean-Pierre Velly (*1943 †1990)

