So, 19:08 Uhr
08.07.2012
100 Bewerber auf 124 Ausbildungsplätze
Für die Wirtschaft in Thüringen wird es immer schwerer, offene Ausbildungsstellen zu besetzen. Nach aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) kamen im Freistaat Ende Juni 2012 auf 124 angebotene Ausbildungsplätze nur noch 100 Bewerber. Vor einem Jahr, im Juni 2011, lag dieses Verhältnis noch bei 119 zu 100...
Thüringen muss als Ausbildungs- und Beschäftigungsstandort attraktiver werden, forderte Arbeitsminister Matthias Machnig heute angesichts dieser Zahlen. Das gelte um so mehr, als die Konkurrenz der Unternehmen und Bundesländer um den Fachkräftenachwuchs weiter zunehmen werde. Die wichtigsten Werbeargumente sind dann eine angemessene Ausbildungsvergütung und gute Übernahmeperspektiven nach dem Berufsabschluss.
Zudem dürfen die Unternehmen aus Sicht des Ministers nicht mehr darauf setzen, nur noch die leistungsstärksten Schulabgänger in eine Ausbildung übernehmen zu können. Die Jahre der Bestenauslese bei der Vergabe von Lehrstellen sind unwiderruflich vorbei, sagte Machnig. Künftig müsse es auch darum gehen, Bewerbern mit schlechteren Schulabschlüssen eine Chance zu geben und verstärkt in deren Ausbildung investieren.
Aus diesem Grund hat das Thüringer Wirtschaftsministerium gemeinsam mit Arbeitsagentur und Wirtschaft im Freistaat im Mai 2012 die Initiative Thüringen braucht dich gestartet. Darüber sollen neue berufliche Perspektiven für Jugendliche ohne Berufsabschluss geschaffen werden. Laut BA können durch geeignete Qualifizierungsmaßnahmen und die Senkung der Ausbildungs- und Studienabbrecherquote bis zum Jahr 2020 rund 60.000 zusätzliche Fachkräfte für Thüringen gewonnen werden.
Nach aktuellen Zahlen sind derzeit 3.836 Thüringer Jungen und Mädchen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dieser Nachfrage stehen gegenwärtig 6.076 offene Lehrstellen gegenüber. Insgesamt waren seit Beginn des Berufsberatungsjahres (Start: September 2011) bis Ende Juni 2012 10.143 Bewerber und 12.575 Ausbildungsplätze gemeldet worden. Damit ging die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent zurück, die Zahl der gemeldeten Stellen stieg dem gegenüber um 6,3 Prozent.
Aber auch mehr Zuwanderung lasse sich nur mit attraktiven Rahmenbedingungen erreichen. Für Niedriglöhne wird niemand nach Thüringen ziehen, so der Minister. Die Realität der Arbeitnehmerfreizügigkeit seit Mai 2011 zeigt: Qualifizierte Arbeitnehmer kommen nicht selbstverständlich nach Thüringen. Wir brauchen eine Willkommenskultur, die diesen Menschen Chancen für berufliche und gesellschaftliche Integration hier im Land bietet.
Ausdrücklich begrüßte Machnig deshalb eine Initiative der Erfurter Industrie- und Handelskammer, Jugendliche aus Osteuropa für eine Ausbildung in Thüringen anzuwerben. Der Minister wird am morgigen Montag (9. Juli, 9.00 Uhr) in der IHK Erfurt (Arnstädter Str. 34) gemeinsam mit IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser und Vertretern der künftigen Ausbildungsbetriebe an der offiziellen Begrüßung der 39 Auszubildenden aus Ungarn und Tschechien teilnehmen.
Autor: nnzThüringen muss als Ausbildungs- und Beschäftigungsstandort attraktiver werden, forderte Arbeitsminister Matthias Machnig heute angesichts dieser Zahlen. Das gelte um so mehr, als die Konkurrenz der Unternehmen und Bundesländer um den Fachkräftenachwuchs weiter zunehmen werde. Die wichtigsten Werbeargumente sind dann eine angemessene Ausbildungsvergütung und gute Übernahmeperspektiven nach dem Berufsabschluss.
Zudem dürfen die Unternehmen aus Sicht des Ministers nicht mehr darauf setzen, nur noch die leistungsstärksten Schulabgänger in eine Ausbildung übernehmen zu können. Die Jahre der Bestenauslese bei der Vergabe von Lehrstellen sind unwiderruflich vorbei, sagte Machnig. Künftig müsse es auch darum gehen, Bewerbern mit schlechteren Schulabschlüssen eine Chance zu geben und verstärkt in deren Ausbildung investieren.
Aus diesem Grund hat das Thüringer Wirtschaftsministerium gemeinsam mit Arbeitsagentur und Wirtschaft im Freistaat im Mai 2012 die Initiative Thüringen braucht dich gestartet. Darüber sollen neue berufliche Perspektiven für Jugendliche ohne Berufsabschluss geschaffen werden. Laut BA können durch geeignete Qualifizierungsmaßnahmen und die Senkung der Ausbildungs- und Studienabbrecherquote bis zum Jahr 2020 rund 60.000 zusätzliche Fachkräfte für Thüringen gewonnen werden.
Nach aktuellen Zahlen sind derzeit 3.836 Thüringer Jungen und Mädchen auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Dieser Nachfrage stehen gegenwärtig 6.076 offene Lehrstellen gegenüber. Insgesamt waren seit Beginn des Berufsberatungsjahres (Start: September 2011) bis Ende Juni 2012 10.143 Bewerber und 12.575 Ausbildungsplätze gemeldet worden. Damit ging die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent zurück, die Zahl der gemeldeten Stellen stieg dem gegenüber um 6,3 Prozent.
Mehr Zuwanderung nötig
Der Trend ist eindeutig: Die Zahl der Lehrstellen steigt, die Zahl der Bewerber sinkt, sagte Machnig. Bis 2020 benötige das Land rund 200.000 Fach- und Arbeitskräfte, höchstens die Hälfte dieser Nachfrage könne aus eigenen Schulabgängern und eigenem Fachkräftenachwuchs gedeckt werden. Deshalb sei klar: Thüringen ist auf Zuwanderung – aus anderen Bundesländern, aber auch aus dem Ausland – angewiesen.Aber auch mehr Zuwanderung lasse sich nur mit attraktiven Rahmenbedingungen erreichen. Für Niedriglöhne wird niemand nach Thüringen ziehen, so der Minister. Die Realität der Arbeitnehmerfreizügigkeit seit Mai 2011 zeigt: Qualifizierte Arbeitnehmer kommen nicht selbstverständlich nach Thüringen. Wir brauchen eine Willkommenskultur, die diesen Menschen Chancen für berufliche und gesellschaftliche Integration hier im Land bietet.
Ausdrücklich begrüßte Machnig deshalb eine Initiative der Erfurter Industrie- und Handelskammer, Jugendliche aus Osteuropa für eine Ausbildung in Thüringen anzuwerben. Der Minister wird am morgigen Montag (9. Juli, 9.00 Uhr) in der IHK Erfurt (Arnstädter Str. 34) gemeinsam mit IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser und Vertretern der künftigen Ausbildungsbetriebe an der offiziellen Begrüßung der 39 Auszubildenden aus Ungarn und Tschechien teilnehmen.
