Sa, 19:11 Uhr
14.07.2012
Seltene Pilze gefunden
Unsere Region ist halt etwas Besonderes. "Eichhasen" in der Windleite bei Sondershausen. Der ehemalige Pilzberater von Sondershausen ist ab und zu noch in den heimatlichen Gefilden unterwegs. Hier sein sehr interessanter Bericht...
Auch wenn der Name eher an ein lustiges Tier mit langen Ohren erinnert, das fröhlich durch einen Eichenwald hoppelt, so handelt es sich bei dem "Eichhasen" (Polyporus umbellatus) doch um einen Pilz, genauer gesagt um einen Porling. Dieser Pilz unterscheidet sich von seinen nahen Verwandten, die eher einzeln an Holz wachsen, durch die Vielzahl von kleinen Hüten, die auf mehrfach verzweigten Ästen sitzen, welche alle einem dicken, kurzen Strunk entspringen.
Junge "Eichhasen" mit graubraunen Hüten.
Dieser wiederum wächst aus einem "Sklerotium" heraus, das sich in der Erde befindet und ein kompaktes, knollenähnliches, steriles Überdauerungsstadium des Pilzes darstellt. Die einzelnen Hüte sind jung graubraun, sehr fein schuppig, werden später heller gelbbraun. Die weißen, sehr kurzen Röhren überziehen die Unterseite der Hüte und laufen auch weit an den Stielen und Ästen des Fruchtkörpers herab.
Auf einem Streifzug durch die Wälder der Windleite nördlich von Sondershausen fand ich am 13. Juli dieses Jahres 16 unterschiedlich alte Exemplare dieses Pilzes auf etwa 4x4m großer Fläche in einem Eichenwäldchen und einen weiteren, großen Fruchtkörper etwa 100m davon entfernt. Ein älteres Exemplar befand sich bereits in Zersetzung, die meisten waren aber noch sehr jung. Die stark verzweigten, vielhütigen, im Durchmesser 15-30cm großen Fruchtkörper waren etwa 20 bis 25cm hoch. Die Größe der einzelnen Hüte älterer Exemplare betrug 1 bis 3cm im Durchmesser; insgesamt zählte ich 50 bis 180 Hüte pro Fruchtkörper.
Diese Stelle in der Windleite suche ich seit Jahren nach Pfifferlingen und Steinpilzen ab, Eichhasen fand ich hier aber zum ersten Mal. Der Pilz wird mit Gefährdungskategorie 3 in der "Roten Liste der Großpilze Thüringens" geführt. Er ist zwar essbar, sollte auf Grund seiner Seltenheit aber geschont werden. Auch ich habe nur einen Teil eines Fruchtkörpers entnommen, der getrocknet als Beleg für den Fund ins Herbarium Haussknecht nach Jena kommt, die anderen Pilze blieben an ihrem Platz.
Obwohl mir schon jemand an diesem Tag bei der Suche nach Pfifferlingen zuvor gekommen war - der Fund der Eichhasen war für mich etwas Besonderes und machte Freitag, den 13., zu einem Glückstag. Pilzfreunde, die nicht nur für den Kochtopf auf Pilzsuche gehen, sondern sich auch an den Schönheiten erfreuen, die unsere einheimische Natur zu bieten hat, werden mich verstehen.
Text und Fots: Ronald Süß
Fotos Bildergalerie:
- Junge "Eichhasen" mit graubraunen Hüten.
- Bei älteren Exemplaren sind die Hüte heller gelbbraun.
- Weiße Röhren auf der Unterseite der Hüte. Die Röhren laufen auch an den Stielen und Ästen des Fruchtkörpers herab.
Autor: khhAuch wenn der Name eher an ein lustiges Tier mit langen Ohren erinnert, das fröhlich durch einen Eichenwald hoppelt, so handelt es sich bei dem "Eichhasen" (Polyporus umbellatus) doch um einen Pilz, genauer gesagt um einen Porling. Dieser Pilz unterscheidet sich von seinen nahen Verwandten, die eher einzeln an Holz wachsen, durch die Vielzahl von kleinen Hüten, die auf mehrfach verzweigten Ästen sitzen, welche alle einem dicken, kurzen Strunk entspringen.
Junge "Eichhasen" mit graubraunen Hüten.
Dieser wiederum wächst aus einem "Sklerotium" heraus, das sich in der Erde befindet und ein kompaktes, knollenähnliches, steriles Überdauerungsstadium des Pilzes darstellt. Die einzelnen Hüte sind jung graubraun, sehr fein schuppig, werden später heller gelbbraun. Die weißen, sehr kurzen Röhren überziehen die Unterseite der Hüte und laufen auch weit an den Stielen und Ästen des Fruchtkörpers herab.
Auf einem Streifzug durch die Wälder der Windleite nördlich von Sondershausen fand ich am 13. Juli dieses Jahres 16 unterschiedlich alte Exemplare dieses Pilzes auf etwa 4x4m großer Fläche in einem Eichenwäldchen und einen weiteren, großen Fruchtkörper etwa 100m davon entfernt. Ein älteres Exemplar befand sich bereits in Zersetzung, die meisten waren aber noch sehr jung. Die stark verzweigten, vielhütigen, im Durchmesser 15-30cm großen Fruchtkörper waren etwa 20 bis 25cm hoch. Die Größe der einzelnen Hüte älterer Exemplare betrug 1 bis 3cm im Durchmesser; insgesamt zählte ich 50 bis 180 Hüte pro Fruchtkörper.
Diese Stelle in der Windleite suche ich seit Jahren nach Pfifferlingen und Steinpilzen ab, Eichhasen fand ich hier aber zum ersten Mal. Der Pilz wird mit Gefährdungskategorie 3 in der "Roten Liste der Großpilze Thüringens" geführt. Er ist zwar essbar, sollte auf Grund seiner Seltenheit aber geschont werden. Auch ich habe nur einen Teil eines Fruchtkörpers entnommen, der getrocknet als Beleg für den Fund ins Herbarium Haussknecht nach Jena kommt, die anderen Pilze blieben an ihrem Platz.
Obwohl mir schon jemand an diesem Tag bei der Suche nach Pfifferlingen zuvor gekommen war - der Fund der Eichhasen war für mich etwas Besonderes und machte Freitag, den 13., zu einem Glückstag. Pilzfreunde, die nicht nur für den Kochtopf auf Pilzsuche gehen, sondern sich auch an den Schönheiten erfreuen, die unsere einheimische Natur zu bieten hat, werden mich verstehen.
Text und Fots: Ronald Süß
Fotos Bildergalerie:
- Junge "Eichhasen" mit graubraunen Hüten.
- Bei älteren Exemplaren sind die Hüte heller gelbbraun.
- Weiße Röhren auf der Unterseite der Hüte. Die Röhren laufen auch an den Stielen und Ästen des Fruchtkörpers herab.




