Do, 13:48 Uhr
09.08.2012
Für und wider
Wie immer feierlich und mit viel Polit-Pomp ist heute die Landesstraße zwischen Hachlbich und Göllingen freigegeben worden. Eine Staatssekretärin findet das super, mehrere Bündnisgrüne nicht allzu prickelnd...
Es ist eine der wichtigsten politischen Aufgaben für eine intakte Verkehrsinfrastruktur in Thüringen zu sorgen. Hierzu bedarf es nicht unbedingt mehr Straßen, sondern gut ausgebaute Hauptverkehrsachsen. Der Neubau der Landesstraße L 2290 sorgt für neue Lebensqualität in den Gemeinden Hachelbich und Göllingen. Zudem stärkt die Baumaßnahme die Standortlage in der Region zwischen Sondershausen (Bundesstraße 4) und Bad Frankenhausen (Bundesstraße 85). Das erklärte heute Verkehrsstaatssekretärin Inge Klaan bei der Verkehrsfreigabe der L 2290 zwischen Hachelbich und Göllingen.
Der 4,5-Millionen-Euro-Neubau, so die Staatssekretärin weiter, verbessert die regionale Verbindung zwischen Sondershausen und Bad Frankenhausen. Zudem wird die Ortsdurchfahrt von Hachelbich entlastet und das Gewerbegebiet Westerfelde südwestlich von Göllingen günstiger an die L 2290 angeschlossen. Die weiter nördlich verlaufende derzeitige L 2290 wird auf einer Länge von knapp zwei Kilometern zu einem Rad- und Wirtschaftsweg umgebaut.
Jennifer Schubert, die verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion und Babette Pfefferlein, Landessprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sieht das ein wenig anders: Statt wertvolle landwirtschaftliche Fläche nur 100 Meter vom Rand der Hainleite entfernt zu vernichten, hätte preisgünstiger die vorhandene Straße saniert werden sollen.
Jennifer Schubert kritisiert das Wunschdenken bei der Ausweisung und Anbindung des potentiellen Gewerbestandortes Westerfelde bei Göllingen. Seit zehn Jahren ist dort kein Gewerbe mehr tätig. Laut Website des Kyffhäuserkreises sind 9,2 von 9,5 Hektar frei. Warum sich dies in den nächsten Jahren ändern soll, ist nicht ersichtlich. Trotzdem werden 3,7 Millionen Euro aufgebracht, die beleuchtbare Schafweide verkehrlich anzubinden. Mit viel weniger Geld hätte sowohl die Sanierung als auch der Radweg finanziert werden können.
Babette Pfefferlein, die bündnisgrüne Landessprecherin, erläutert: Laut Verkehrszählung von 2010 fahren auf der L 2290 weniger als 1000 Fahrzeuge pro Tag, dafür ist ein Straßenneubau vollkommen überzogen. Gerade im finanzschwachen Kyffhäuserkreis könnten wir Gelder wesentlich sinnvoller einsetzen. Laut Verkehrsminister Carius gibt es einen Sanierungsstau, der durch eingesparte Mittel für unnötige Neubauten reduziert werden könnte.
Autor: knEs ist eine der wichtigsten politischen Aufgaben für eine intakte Verkehrsinfrastruktur in Thüringen zu sorgen. Hierzu bedarf es nicht unbedingt mehr Straßen, sondern gut ausgebaute Hauptverkehrsachsen. Der Neubau der Landesstraße L 2290 sorgt für neue Lebensqualität in den Gemeinden Hachelbich und Göllingen. Zudem stärkt die Baumaßnahme die Standortlage in der Region zwischen Sondershausen (Bundesstraße 4) und Bad Frankenhausen (Bundesstraße 85). Das erklärte heute Verkehrsstaatssekretärin Inge Klaan bei der Verkehrsfreigabe der L 2290 zwischen Hachelbich und Göllingen.
Der 4,5-Millionen-Euro-Neubau, so die Staatssekretärin weiter, verbessert die regionale Verbindung zwischen Sondershausen und Bad Frankenhausen. Zudem wird die Ortsdurchfahrt von Hachelbich entlastet und das Gewerbegebiet Westerfelde südwestlich von Göllingen günstiger an die L 2290 angeschlossen. Die weiter nördlich verlaufende derzeitige L 2290 wird auf einer Länge von knapp zwei Kilometern zu einem Rad- und Wirtschaftsweg umgebaut.
Jennifer Schubert, die verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion und Babette Pfefferlein, Landessprecherin von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sieht das ein wenig anders: Statt wertvolle landwirtschaftliche Fläche nur 100 Meter vom Rand der Hainleite entfernt zu vernichten, hätte preisgünstiger die vorhandene Straße saniert werden sollen.
Jennifer Schubert kritisiert das Wunschdenken bei der Ausweisung und Anbindung des potentiellen Gewerbestandortes Westerfelde bei Göllingen. Seit zehn Jahren ist dort kein Gewerbe mehr tätig. Laut Website des Kyffhäuserkreises sind 9,2 von 9,5 Hektar frei. Warum sich dies in den nächsten Jahren ändern soll, ist nicht ersichtlich. Trotzdem werden 3,7 Millionen Euro aufgebracht, die beleuchtbare Schafweide verkehrlich anzubinden. Mit viel weniger Geld hätte sowohl die Sanierung als auch der Radweg finanziert werden können.
Babette Pfefferlein, die bündnisgrüne Landessprecherin, erläutert: Laut Verkehrszählung von 2010 fahren auf der L 2290 weniger als 1000 Fahrzeuge pro Tag, dafür ist ein Straßenneubau vollkommen überzogen. Gerade im finanzschwachen Kyffhäuserkreis könnten wir Gelder wesentlich sinnvoller einsetzen. Laut Verkehrsminister Carius gibt es einen Sanierungsstau, der durch eingesparte Mittel für unnötige Neubauten reduziert werden könnte.
