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Di, 15:12 Uhr
21.08.2012

Erfolg macht sexy

Am Wochenende startet die Fußball-Bundesliga in ihre 50. Saison. Und mit ihr kehrt auch die Fußballbegeisterung für weite Teile, insbesondere der männlichen Bevölkerung zurück. Das Interesse der Bevölkerung an den 18 Bundesliga-Vereinen fällt allerdings sehr unterschiedlich aus - dies zeigt eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage des Instituts
für Demoskopie...


Nicht für jeden geht von Fußball eine besondere Anziehungskraft aus. Aber immerhin gut jeder Dritte in Deutschland hat ein ausgeprägtes Interesse an Fußball - mit großen Unterschieden zwischen den Geschlechtern. 55 Prozent der Männer können angesichts eines stark ausgeprägten Interesses an Fußball zu den Fußball-Fans gezählt werden, von den Frauen sind es nur 16 Prozent, die sich ganz besonders für Fußball interessieren:

Erfolg macht sexy (Foto: Allensbach) Erfolg macht sexy (Foto: Allensbach)

Am meisten interessieren sich die Menschen in Deutschland für den FC Bayern München. Mit 23 Prozent interessiert sich fast jeder vierte Bürger ab 14 Jahre ganz besonders für die Bayern. Auch unter den Fußball-Fans, also denjenigen, die sich ganz besonders für Fußball interessieren, rangiert der FC Bayern auf Platz 1: 51 Prozent der Fußballbegeisterten interessieren sich ganz besonders für den Club aus München. Auf Platz zwei und drei liegen Borussia Dortmund, für die sich 17 Prozent der Bevölkerung und 40 Prozent der Fußball-Fans begeistern können, und Schalke 04 mit 14 Prozent ausgeprägtem Interesse in der Gesamtbevölkerung und 32 Prozent unter den Fußballfans. Am unteren Ende des Interesses liegen mit 3 Prozent Interesse in der Gesamtbevölkerung und 8 Prozent unter den Fußballfans der SC Freiburg, FC Augsburg sowie die beiden Zweitliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf und die Spielvereinigung Greuther Fürth. Der dritte Aufsteiger Eintracht Frankfurt rangiert beim Interesse angesichts der langen, wenn auch mitunter unterbrochenen Bundesliga-Tradition im unteren Mittelfeld.

Erfolg macht sexy (Foto: Allensbach) Erfolg macht sexy (Foto: Allensbach)

Die Präferenzen für die einzelnen Vereine sind über die Jahre relativ stabil. Vergleicht man die Rangliste aus Schaubild 2 mit der ewigen Bestenliste der Bundesliga erkennt man, dass diejenigen, die über Jahrzehnte erfolgreich waren, auch heute in der Regel das meiste Interesse auf sich ziehen. Dennoch gibt es einige Mannschaften, bei denen sich das Interesse der Bevölkerung und besonders auch der Fußball-Fans in den letzten Jahren deutlich verändert hat.

Am sichtbarsten ist dies bei Borussia Dortmund. Vor den beiden letzten, mit dem Gewinn der Meisterschaft gekrönten Bundesliga-Spielzeiten interessierten sich 25 Prozent der Fußballfans für Borussia Dortmund - parallel zum Gewinn der Meistertitel stieg das Interesse unter den Fans auf 40 Prozent. Bei Borussia Mönchengladbach ist das Interesse parallel zum Erfolg in der letzten Saison von 15 auf 23 Prozent gestiegen. Dauerhaft an der Spitze liegt der Rekordmeister FC Bayern München, für den sich - auch ohne Gewinn eines Titels - mit Abstand die meisten fußballbegeisterten Deutschen interessieren.

Erfolg macht sexy (Foto: Allensbach) Erfolg macht sexy (Foto: Allensbach)

Während das Interesse an den beiden Borussias parallel zum sportlichen Erfolg stark angestiegen ist, ist bei Werder Bremen, dem Hamburger SV sowie besonders deutlich bei TSG 1899 Hoffenheim erkennbar, dass das Interesse der Fußballinteressierten mit ausbleibenden Erfolgen auch deutlich zurückgehen kann. Als Hoffenheim 2008/2009 an mehreren Spieltagen sehr überraschend auf Platz 1 der Tabelle stand, interessierten sich für den damaligen Aufsteiger 34 Prozent der Fußball-Fans. Seitdem ist das Interesse stark zurückgegangen. Aktuell interessieren sich nur noch 10 Prozent der Fußballbegeisterten für den Verein. Einen derartigen Absturz haben die beiden Nordlichter Bremen und Hamburg zwar nicht erlebt, aber auch bei diesen beiden Vereinen hat das Interesse der Fans deutlich nachgelassen.

Erfolg macht sexy (Foto: Allensbach) Erfolg macht sexy (Foto: Allensbach)

Allensbach hatte 27.104 Personen in der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahre befragt.
Autor: red

Kommentare
Bodo Schwarzberg
21.08.2012, 22.18 Uhr
Schlimm, schlimm: Untreuer Fußballfan
Ich bin kein Fußballfan, und diese Zahlen bestärken mich in dieser Haltung. Wer oben steht, dem macht man schöne Augen, so sagt die Statistik. Wer absteigt oder permanent verliert, den will man nicht mehr sehen. "Ratten verlassen das sinkende Schiff". Das war immer so. Und der frühere US-Präsident Roosevelt soll gesagt haben: "Freunde bleiben, wenn andere gehen".Das passt doch beides gut zusammen. Wer seinen Verein liebt, der steigt doch mit ihm gemeinsam auf und im schlimmsten Fall auch ab? Der heult und nimmt Psychopharmaka, wenn es dem Verein schlecht geht. Und der bekommt (unter Umständen) das höchste Glücksgefühl, wenn der Erzrivale geschlagen wird. - Das zuimndest wäre mein Verständnis als potentieller Fan. Wenn mich einer fragt, von welchem Verein ich eventuell Fan sein KÖNNTE, dann wäre das z.B. der 1. FC Lokomotive Leipzig. Gerade weil diese einst so bekannte und gefeierte Mannschaft so weit unten steht und damit in einem so krassen Widerspruch zu RB Leipzig, diesem Elien made Euro. Diesem typischen Möchtegernspitzenfußballverein halt.
Für die hier gezeigten Statistiken aber passt maximal das Wort "traurig". Wenn man bedenkt, wieviele zig Millionen die Vereine aufwänden für ihren Erfolg - und dann kommt soviel Untreue heraus?
Somit ist das viel gelobhudelte Alltagsüberdruckventil Fußball bei mir abermals durch. Und er ist ein Spiegelbild der Gesellschaft: Außen hui und innen pfui. Und nicht einmal die nnz-Kommentatoren von Wacker Nordhausen stehen zu ihrem Verein, wenn er mal eine Pechsträhne hat. Ich denke mit Grausen an so manchem Kommentar früherer Spielzzeiten.
Die hier gezeigten Statistiken sind eindeutig: - Was mir nicht passt, das geht in den Müll, von dem oder der trenne ich mich, ohne Rücksicht auf das Befinden des Entsorgten danach. Jeder ist sich selbst der Nächste. Egomanen überall.- Herzlich willkommen in der Marktwirtschaft. - Tja, liebe nnz-Leser und Fußballfans: Nur deswegen gab es ja das Wendejahr 1989. Weil wir halt alle so sind. Wetten?
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