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Sa, 06:59 Uhr
01.09.2012

Zwei Tote

In Nordthüringen sind am Abend bei einem Verkehrsunfall zwei Menschen ums Leben gekommen. Einzelheiten wie immer mit nur einem Klick Mit trauriger Ergänzung ...

Ergänzung von 08:49 Uhr: Zahl der Toten gestiegen

Hier starben zwei Menschen (Foto: Polizei) Hier starben zwei Menschen (Foto: Polizei)

Gegen 19 Uhr war auf der Landstraße zwischen Donndorf und Wiehe im Kyffhäuserkreis ausgangs einer Kurve ein PKW auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal mit einem entgegenkommenden LKW zusammen gestoßen.

Die 31-jährige Fahrerin des PKW war sofort tot. Ihr Beifahrer verstarb wenig später an der Unfallstelle. Eine Frau und ein Mann, die im Fond des Wagens mitfuhren, trugen schwerste Verletzungen davon und wurden mit Rettungshubschraubern in die Kliniken nach Jena und Nordhausen geflogen.

Der 42-jährige Fahrer des LKW kam mit einem Schock ins Krankenhaus. Neben Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften waren drei Rettungshubschrauber und der Polizeihubschrauber im Einsatz.

Zeitweise spielten sich dramatische Szenen an der Unfallstelle ab. Einer der Verletzten hatte während der medizinischen Versorgung von einem Kind gesprochen. An der Unfallstelle fand man tatsächlich einen Kindersitz. Von einem Kind fehlte jede Spur. Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr suchten mit Unterstützung des Polizeihubschraubers und dessen Wärmebildkamera die Umgebung ab. Ohne Erfolg.

Parallel zur Unfalluntersuchung liefen mit allen verfügbaren Polizeikräften die Ermittlungen zum Verbleib des Kindes. Kurz nach 23 Uhr konnte dann Entwarnung gegeben werden. Beide Kinder der alleinstehenden Frau befanden sich wohlbehalten beim Kindesvater in Artern.

Die Ermittlungen der Polizei dauern zur Stunde noch an. Die Identität des getöteten Beifahrers und der beiden Schwerverletzten ist noch ungeklärt.
Autor: nnz

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Kommentare
Bodo Schwarzberg
05.09.2012, 20:26 Uhr
3 Tote: Ein Augenblick hat entschieden
Erst jetzt habe ich von diesem schweren Unfall gelesen. In den Zeiten hoher Geschwindigkeiten können winzige Fehler über Leben und Tod entscheiden: bezogen auf sich selbst und andere: Ein Lächeln zur Freundin auf dem Rücksitz mit Blickkontakt vielleicht? Dem letzten Blickkontakt überhaupt? Vielleicht um den neuen Lippenstift zu bewundern? - Dieser dramatische Ausgang erinnert uns an die eventuell tödlichen Folgen banaler Handlungen, wenn sie im Kontext des Einsatzes moderner Technik erfolgen. All zu leicht fühlen wir uns in den Blechkarossen, genannt Auto, sicher. Immer wieder sind Probanden aber z.B. geschockt, wenn sie auf einer Testapparatur mit 25 km/h in Bruchteilen einer Sekunde auf 0 km/h gestoppt werden und es sie sehr unsanft von ihrem Sitz reißt. Eine Polizeiausstellung beschrieb vor einigen Jahren die letzten drei Sekunden im Leben eines Autofahrers, der gegen einen Baum fährt. Im Alltag werden solche Erfahrungen verdrängt. Vielfach erscheint mir zudem unser Vertrauen in die Sicherheit des Autos und in unsere Fähigkeiten zu groß. Wie oft sind z.B. wahrhaft sinnlose Überholmanöver zu beobachten! Viele Menschen gefährden damit sich und andere, - nur um sich gerade einmal um eine Autolänge nach vorn zu schieben, - hinter den nächsten LKW z.B.. Gefährlicher Aufwand und minimaler Nutzen - das ist leider eine verdammt menschliche Herangehensweise. Wenn ich derartige Überholmanöver sehe, zweifle ich an der Intelligenz von so manchem Überholer in der heutigen Zeit und möchte ihn am liebsten sofort zur Rechenschaft ziehen.
Die Kräfte, die bei einem Zusammenprall zweier in schneller Fahrt befindlicher Fahrzeuge wirken, sind schwer mit technischen Raffinessen zu entschärfen. Das sollten wir nicht vergessen. Und die Physik macht keinen Unterschied zwischen einem falsch berechneten Überholmanöver oder einer verhängnisvollen Kurvenfahrt entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung. In beiden Fällen kommt es zum Frontalcrash.
Vielleicht überlebt man so etwas heute eher, als 1970, dem Jahr der höchsten Verkehrstotenziffer: Und das waren 20.000. Heute sind es 4.000, also ein Fünftel. Aber was haben wir vom Überleben eines solchen Unfalls? 20 Schrauben in den Knochen, Gehirnschäden, vielleicht Pflegeheim?
Gewiss ist die Frage provokant. Aber 4.000 Tote sind auch noch eine ausgestorbene Kleinstadt: Und die Pflegefälle infolge von Unfällen sorgen für unendliches Leid und sie verschlingen Millionen.
Vorsichtig zu fahren und die glücklicherweise unbestechliche Physik zu akzeptieren, und dabei die menschliche Unvollkommenheit in JEDEM AUGENBLICK niemals zu vergessen, auch nicht z.B. angeswichts eines neuen Lippenstifts, oder anderer Banalitäten, das hätte wohl diese drei Toten verhindert, sie und Tausende andere. Die berühmte Frage nach dem "Warum", sie tötet noch im Nachhinein und sie bereitet die nächste Katastrophe vor, eben weil sie zur persönlichen Erleichterung gestellt, aber von dem Fragesteller all zu oft nicht versucht wird, zu beantworten. In dem Moment, wo sie gestellt wird, verhindert sie bereits das Nachdenken über eine den Tatssachen nahe kommende Erklärung, die für die Zukunft hilfreich sein könnte.
Mein Beileid gilt den Hinterbliebenen dieses und aller anderen Unfälle.
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