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Mo, 11:25 Uhr
03.09.2012

Kein großer Wurf

Bilanz mit Schatten: Für den Arbeitsmarkt im Kyffhäuserkreis sei die Hartz-Reformen nicht der große Wurf gewesen. Zu dieser Aussage kommt ein Gewerkschaftsvertreter mit Blick auf die aktuellen Zahlen...


Der Vorsitzende der IG BAU Nordthüringen, Wilfried Grams, sieht die vor zehn Jahren begonnene Arbeitsmarktreform mehr als kritisch. „Ein-Euro-Jobs, mehr Mini-Jobs und befristete Beschäftigungsverhältnisse sowie ein Boom bei Leih- und Zeitarbeit – das vermeintliche Jobwunder durch die Hartz-Reformen hat sich bei näherem Hinsehen als ‚mehr Schein als Sein’ entpuppt. Wo es tatsächlich eine Steigerung gegeben hat, ist der Niedriglohnbereich“, so Grams. Zudem lebten durch Hartz IV viele Menschen am Rande des Existenzminimums. Für sie sei die „gelobte Arbeitsmarktreform“ zur Armutsfalle geworden.

Auch mit Blick auf die Langzeitarbeitslosigkeit sieht sich der IG BAU-Bezirksvorsitzende in seiner Kritik bestätigt. „Erklärtes Ziel der Reform war es, die Langzeitarbeitslosen aus dem Abseits zu holen. Das hat nicht geklappt.“ Als Beispiel nannte der IG BAU-Bezirksvorsitzende die Zahl der Dauerbezieher.

„Zu Beginn dieses Jahres gab es im Kyffhäuserkreis mehr als 2.130 Arbeitslose, die zwei Jahre oder sogar länger von Hartz IV lebten. Das sind immerhin 62,4 Prozent aller arbeitssuchenden Hartz IV-Empfänger. Das zeigt, dass viele Arbeitslose vom Sozialgeld nicht mehr wegkommen“.
Autor: kn

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