Mi, 17:37 Uhr
12.09.2012
Jüdischer Friedhof saniert
Die Stadt Sondershausen setzte Zeichen und stellte heute den jüdischer Friedhof Immenrode nach der Sanierung vor. Kn war bei der Vorstellung dabei und hat dazu einen aktuellen Tipp zum Treff für Neugierige.
In Immenrode, das bis 1918 zum Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt gehörte (seit 2007 nach Sondershausen eingemeindet), war die größte jüdische Gemeinde des Landes ansässig. Sie verfügte über ein Bethaus, eine Schule und ein Ritualbad (Mikwe) im Dorf sowie eine weit außerhalb des Dorfes gelegene Begräbnisstätte, den jüdischen Friedhof am Müllersberg.
Der jüdische Friedhof von Immenrode wurde im frühen 18. Jahrhundert angelegt und gehört zu den ältesten Thüringens. Die bis heute erhaltene und seit dem 19. Jahrhundert von einer Hecke umgebene Anlage gliedert sich in ein altes Gräberfeld mit zahlreichen Sockelfragmenten und ein neues Gräberfeld, in dem zwei Grabreihen mit mehreren aufwendig bearbeiten Stelen erhalten sind.
Der Friedhof, Eigentum der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, wird von der Stadt Sondershausen erhalten und gepflegt. 2009 fand eine detaillierte Vermessung des Geländes und eine Planaufnahme der Grabstellen und Stelen statt, die fast ausnahmslos gestürzt und teilweise gebrochen waren. Mit Unterstützung durch das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie wurden 2010 die Stelen behutsam gereinigt und in situ gesichert sowie die in hebräisch und deutsch abgefassten Inschriften dokumentiert.
In einem weiteren Schritt konnten 2011 die umgesunkenen Stelen aufgerichtet und restauriert werden. 2012 wurden die über das Gelände verstreuten und keiner Grabstelle sicher zuzuordnenden Stelenfragmente geborgen und an einem Sammelplatz vor Ort neu aufgestellt, um weiteren Verlusten vorzubeugen. Die Arbeiten wurden von der ortsansässigen Fa. Laube ausgeführt.
Durch den behutsamen Umgang mit der erhaltenen Substanz und die Rekonstruktion zweier Grabreihen ist der seit den 1930er Jahren aufgegebene Friedhof als historische Begräbnisstätte wieder erkennbar und die Würde des Ortes bewahrt worden.
Wolfgang M. Nossen Vorsitzender der Jüdische Landesgemeinde Thüringen, hier mit der 1. Beigeordneten des Bürgermeisters von Sondershausen, Cornelia Kraffzick (SPD) zeigte sich sehr befriedigt über das Resultat der Sanierung. Er sei erschüttert gewesen, als er 1999 das erste Mal den alten Zustand des Friedhofes sah.
Für Kraffzick ist die Sanierung des jüdischen Friedhofs ein wichtiges Zeichen, das kulturelle Erbe der Stadt zu erhalten. Sie dankte den vielen Beteiligten die an der Sanierung des Friedhofs beteiligt waren, so die Mitarbeiter der unteren Denkmalspflege, dem Leiter Stadtgrün Wilfried Rudolph und der Mitarbeiterin des Museums Hannelore Kutscha, sowie
Bettina Bärninghausen (im Bild ganz links), Mitarbeiterin des Schlossmuseums Sondershausen, die den Gästen den historischen Hintergrund erläuterte. Bärninghausen hatte wesentlichen Anteil daran, dass viele historischen Daten ermittelt und gesichert wurden und so der Nachwelt jetzt erhalten bleiben.
Wilfried Rudolph wies aber nicht nur auf die kulturelle Bedeutung des jüdischen Friedhofs hin. Auch landschaftsgestalterisch ist er von besonderen Bäumen, so der Elsbeere, bestanden und hat eine natürliche Umgrenzung in Form von Schlehen-Büschen, was auch nicht an vielen der 35 jüdischen Friedhöfe in Thüringen zu finden ist.
In der Bildergalerie ist zu sehen, wie der Friedhof vor der Sanierung aussah.
Termintipp
Der Treff für Neugierige mit dem Thema Jüdisches Leben heute mit Rabbiner Pahl wird auf Mittwoch, den 19. September 18:00 Uhr im Rosa Salon Schloss Sondershausen, vorgezogen.
Autor: khhIn Immenrode, das bis 1918 zum Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt gehörte (seit 2007 nach Sondershausen eingemeindet), war die größte jüdische Gemeinde des Landes ansässig. Sie verfügte über ein Bethaus, eine Schule und ein Ritualbad (Mikwe) im Dorf sowie eine weit außerhalb des Dorfes gelegene Begräbnisstätte, den jüdischen Friedhof am Müllersberg.
Der jüdische Friedhof von Immenrode wurde im frühen 18. Jahrhundert angelegt und gehört zu den ältesten Thüringens. Die bis heute erhaltene und seit dem 19. Jahrhundert von einer Hecke umgebene Anlage gliedert sich in ein altes Gräberfeld mit zahlreichen Sockelfragmenten und ein neues Gräberfeld, in dem zwei Grabreihen mit mehreren aufwendig bearbeiten Stelen erhalten sind.
Der Friedhof, Eigentum der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, wird von der Stadt Sondershausen erhalten und gepflegt. 2009 fand eine detaillierte Vermessung des Geländes und eine Planaufnahme der Grabstellen und Stelen statt, die fast ausnahmslos gestürzt und teilweise gebrochen waren. Mit Unterstützung durch das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie wurden 2010 die Stelen behutsam gereinigt und in situ gesichert sowie die in hebräisch und deutsch abgefassten Inschriften dokumentiert.
In einem weiteren Schritt konnten 2011 die umgesunkenen Stelen aufgerichtet und restauriert werden. 2012 wurden die über das Gelände verstreuten und keiner Grabstelle sicher zuzuordnenden Stelenfragmente geborgen und an einem Sammelplatz vor Ort neu aufgestellt, um weiteren Verlusten vorzubeugen. Die Arbeiten wurden von der ortsansässigen Fa. Laube ausgeführt.
Durch den behutsamen Umgang mit der erhaltenen Substanz und die Rekonstruktion zweier Grabreihen ist der seit den 1930er Jahren aufgegebene Friedhof als historische Begräbnisstätte wieder erkennbar und die Würde des Ortes bewahrt worden.
Wolfgang M. Nossen Vorsitzender der Jüdische Landesgemeinde Thüringen, hier mit der 1. Beigeordneten des Bürgermeisters von Sondershausen, Cornelia Kraffzick (SPD) zeigte sich sehr befriedigt über das Resultat der Sanierung. Er sei erschüttert gewesen, als er 1999 das erste Mal den alten Zustand des Friedhofes sah.
Für Kraffzick ist die Sanierung des jüdischen Friedhofs ein wichtiges Zeichen, das kulturelle Erbe der Stadt zu erhalten. Sie dankte den vielen Beteiligten die an der Sanierung des Friedhofs beteiligt waren, so die Mitarbeiter der unteren Denkmalspflege, dem Leiter Stadtgrün Wilfried Rudolph und der Mitarbeiterin des Museums Hannelore Kutscha, sowie
Bettina Bärninghausen (im Bild ganz links), Mitarbeiterin des Schlossmuseums Sondershausen, die den Gästen den historischen Hintergrund erläuterte. Bärninghausen hatte wesentlichen Anteil daran, dass viele historischen Daten ermittelt und gesichert wurden und so der Nachwelt jetzt erhalten bleiben.
Wilfried Rudolph wies aber nicht nur auf die kulturelle Bedeutung des jüdischen Friedhofs hin. Auch landschaftsgestalterisch ist er von besonderen Bäumen, so der Elsbeere, bestanden und hat eine natürliche Umgrenzung in Form von Schlehen-Büschen, was auch nicht an vielen der 35 jüdischen Friedhöfe in Thüringen zu finden ist.
In der Bildergalerie ist zu sehen, wie der Friedhof vor der Sanierung aussah.
Termintipp
Der Treff für Neugierige mit dem Thema Jüdisches Leben heute mit Rabbiner Pahl wird auf Mittwoch, den 19. September 18:00 Uhr im Rosa Salon Schloss Sondershausen, vorgezogen.























