Mi, 20:35 Uhr
19.09.2012
Eines der größten Gedenkbauwerke
Das Kyffhäuserdenkmal im Naturpark Kyffhäuser ist eines der größten und bekanntesten der Kaiser-Wilhelm-Denkmäler. Der Historie dieses Monumentalbaus widmete sich der Nordhäuser Geschichtsverein in einem Vortrag. Die nnz war unter den Zuhörern.
Zusammen mit dem Niederwalddenkmal bei Rüdesheim am Rhein, dem Hermannsdenkmal bei Detmold am südlichen Teutoburger Wald, dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und der Walhalla bei Donaustauf ordnet sich das Kyffhäuserdenkmal in die imposante Gruppe der monumentalen Gedenkbauwerke Deutschlands ein.
Über die Entstehung dieses Monumentalbaus und seine Geschichte referierte Vereinsmitglied Fred Dittmann aus Kelbra. Die Besucher im Vereinshaus Thomas Mann erlebten einen kurzweiligen und interessanten Vortrag, der mit zahlreichen Abbildungen untermauert wurde.
Nach dem Tod Kaiser Wilhelm I. 1888 wurden vielerorts im Deutschen Reich repräsentative Denkmäler zu Ehren des Verstorbenen errichtet. Wie so oft im Wilhelminismus zeugten diese Ausmaße nicht unbedingt von Selbstgewissheit und Zukunftssicherheit, sondern waren Ausdruck der Angst vor äußeren wie inneren Feinden, gegen die diese Bollwerke errichtet wurden. In diesem Fall ging es vor allem um die inneren Feinde, die deutsche Sozialdemokratie, gegen die sich die Kriegervereine als Hüter und Wahrer der Reichseinheit stellen wollten. Dem Reich, das einst an innerem Zwist zugrunde gegangen war, sollte ein solches Schicksal kein zweites Mal widerfahren, und das mächtige Kyffhäuserdenkmal brachte diese Entschlossenheit zum Ausdruck.
Von den vorgelegten 24 Entwürfen für den Monumentalbau setzte sich der Entwurf des 32-jährigen Architekten Prof. Bruno Schmitz (u. a. Völkerschlachtdenkmal Leipzig, Kaiser-Wilhelm-Denkmal Porta Westfalica und Koblenz, Soldiers and Sailors Monument Indianapolis) durch, der ein Turmmonument mit der Figur Barbarossas im Sockel und darüber ein Reiterstandbild Wilhelm I. vorsah. Für den Bauablauf wurde die künstlerische und bautechnische Gesamtleitung Prof. Bruno Schmitz übertragen. Die Vorarbeiten begannen mit dem Abriss des größten Teils der Oberburgruinen, ein Steinbruch wurde angelegt und am Berghang erfolgten Rodungen. Die Grundsteinlegung erfolgte im Mai 1892. Zum Einweihungstermin am 18.06.1896 war eine Reihe von Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen. Diese wurden erst über ein Jahr später im Herbst 1897 beendet.
Mit dem dreifach gegliederten Denkmalturm erreicht die Anlage eine Länge von 131m, 96 m Breite und 81 m Höhe. Die Barbarossafigur aus Sandstein beherrscht den etwa 600 m Quadratmeter großen zerklüfteten Barbarossahof. Die Skulptur wurde in etwa dreifacher Lebensgröße (ca. 6,5 m hoch) erstellt und orientiert sich in ihrer Gestaltung an der Sagenüberlieferung um den alten Rotbart. Die Arbeiten an der Barbarossafigur übernahm der Bildhauer Prof. Nicolaus Geiger, die er im Frühsommer 1896 beendete. Das Reiterstandbild Wilhelm I. mit zwei Nebenfiguren befindet sich oberhalb der Barbarossafigur auf der Schauseite des Denkmals wurde von Prof. Emil Hundrieser geschaffen. Über den Statuen der beiden Kaiser thront in 57 Metern Höhe eine Kaiserkrone auf einer Turmkuppel, die man ersteigen kann. Bis in die Spitze vom Kyffhäuser-Denkmal muss man 247 Stufen erklimmen.
Bei den prunkvollen Einweihungsfeiern am 18.06.1896 mit über 30.000 Teilnehmern nahmen auch Kaiser Wilhelm II. sowie zahlreiche namhafte Persönlichkeiten aus Politik und Adel teil.
Während der Zeit der Weimarer Republik wurden Teile der Innenräume des Turms umgestaltet, Reste der alten Burganlage ausgegraben und zur Aufbewahrung der Fundstücke ein kleines Burgmuseum erbaut. Nach Beendigung des 2. Weltkrieges sollte die Anlage als Mahnmal reaktionärer Gesinnung” zerstört werden, was jedoch durch A.J. Wyschinski von der sowjetischen Militäradministration verhindert wurde.
Einen Teil der Ausführungen von Fred Dittmann nahm die Gastronomie am Denkmal ein, die 1891 durch den Wirt Paul Zimmermann begann. 1902 wurde der Barbarossasaal und 1906 der Kaisersaal eröffnet. Im Anschluss an den Vortrag beantwortete der Referent die Fragen der zahlreichen Zuhörer im sehr gut gefüllten großen Saal des Vereinshauses.
Autor: rhZusammen mit dem Niederwalddenkmal bei Rüdesheim am Rhein, dem Hermannsdenkmal bei Detmold am südlichen Teutoburger Wald, dem Völkerschlachtdenkmal in Leipzig und der Walhalla bei Donaustauf ordnet sich das Kyffhäuserdenkmal in die imposante Gruppe der monumentalen Gedenkbauwerke Deutschlands ein.
Über die Entstehung dieses Monumentalbaus und seine Geschichte referierte Vereinsmitglied Fred Dittmann aus Kelbra. Die Besucher im Vereinshaus Thomas Mann erlebten einen kurzweiligen und interessanten Vortrag, der mit zahlreichen Abbildungen untermauert wurde.
Nach dem Tod Kaiser Wilhelm I. 1888 wurden vielerorts im Deutschen Reich repräsentative Denkmäler zu Ehren des Verstorbenen errichtet. Wie so oft im Wilhelminismus zeugten diese Ausmaße nicht unbedingt von Selbstgewissheit und Zukunftssicherheit, sondern waren Ausdruck der Angst vor äußeren wie inneren Feinden, gegen die diese Bollwerke errichtet wurden. In diesem Fall ging es vor allem um die inneren Feinde, die deutsche Sozialdemokratie, gegen die sich die Kriegervereine als Hüter und Wahrer der Reichseinheit stellen wollten. Dem Reich, das einst an innerem Zwist zugrunde gegangen war, sollte ein solches Schicksal kein zweites Mal widerfahren, und das mächtige Kyffhäuserdenkmal brachte diese Entschlossenheit zum Ausdruck.
Von den vorgelegten 24 Entwürfen für den Monumentalbau setzte sich der Entwurf des 32-jährigen Architekten Prof. Bruno Schmitz (u. a. Völkerschlachtdenkmal Leipzig, Kaiser-Wilhelm-Denkmal Porta Westfalica und Koblenz, Soldiers and Sailors Monument Indianapolis) durch, der ein Turmmonument mit der Figur Barbarossas im Sockel und darüber ein Reiterstandbild Wilhelm I. vorsah. Für den Bauablauf wurde die künstlerische und bautechnische Gesamtleitung Prof. Bruno Schmitz übertragen. Die Vorarbeiten begannen mit dem Abriss des größten Teils der Oberburgruinen, ein Steinbruch wurde angelegt und am Berghang erfolgten Rodungen. Die Grundsteinlegung erfolgte im Mai 1892. Zum Einweihungstermin am 18.06.1896 war eine Reihe von Bauarbeiten noch nicht abgeschlossen. Diese wurden erst über ein Jahr später im Herbst 1897 beendet.
Mit dem dreifach gegliederten Denkmalturm erreicht die Anlage eine Länge von 131m, 96 m Breite und 81 m Höhe. Die Barbarossafigur aus Sandstein beherrscht den etwa 600 m Quadratmeter großen zerklüfteten Barbarossahof. Die Skulptur wurde in etwa dreifacher Lebensgröße (ca. 6,5 m hoch) erstellt und orientiert sich in ihrer Gestaltung an der Sagenüberlieferung um den alten Rotbart. Die Arbeiten an der Barbarossafigur übernahm der Bildhauer Prof. Nicolaus Geiger, die er im Frühsommer 1896 beendete. Das Reiterstandbild Wilhelm I. mit zwei Nebenfiguren befindet sich oberhalb der Barbarossafigur auf der Schauseite des Denkmals wurde von Prof. Emil Hundrieser geschaffen. Über den Statuen der beiden Kaiser thront in 57 Metern Höhe eine Kaiserkrone auf einer Turmkuppel, die man ersteigen kann. Bis in die Spitze vom Kyffhäuser-Denkmal muss man 247 Stufen erklimmen.
Bei den prunkvollen Einweihungsfeiern am 18.06.1896 mit über 30.000 Teilnehmern nahmen auch Kaiser Wilhelm II. sowie zahlreiche namhafte Persönlichkeiten aus Politik und Adel teil.
Während der Zeit der Weimarer Republik wurden Teile der Innenräume des Turms umgestaltet, Reste der alten Burganlage ausgegraben und zur Aufbewahrung der Fundstücke ein kleines Burgmuseum erbaut. Nach Beendigung des 2. Weltkrieges sollte die Anlage als Mahnmal reaktionärer Gesinnung” zerstört werden, was jedoch durch A.J. Wyschinski von der sowjetischen Militäradministration verhindert wurde.
Einen Teil der Ausführungen von Fred Dittmann nahm die Gastronomie am Denkmal ein, die 1891 durch den Wirt Paul Zimmermann begann. 1902 wurde der Barbarossasaal und 1906 der Kaisersaal eröffnet. Im Anschluss an den Vortrag beantwortete der Referent die Fragen der zahlreichen Zuhörer im sehr gut gefüllten großen Saal des Vereinshauses.
