eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Fr, 11:28 Uhr
12.10.2012

St.Günther-Tag in Göllingen

Blauer Himmel über der Klosteranlage Göllingen. Über 150 Besucher kamen zum St.Günther-Tag. So beginnt ein Bericht, der kn aus Göllingen erreichte.

St.Günther-Tag in Göllingen (Foto: G. F. Chmielus) St.Günther-Tag in Göllingen (Foto: G. F. Chmielus)

Der himmelblaue Herbsttag versammelte am Kloster Göllingen eine große Gemeinde von Christen der katholischen und evangelischen Ortsgemeinden, aber auch Touristen, Pilgern und Gästen des öffentlichen Lebens ab 17.00 Uhr an der festlich geschmückten Klosteranlage in Göllingen. Sie ist der Ort des Gedenkens an den Heiligen Günther von Thüringen*), der vor mehr als 1000 Jahren seinen Lebensweg zu einem Benediktinermönch hier begann, der noch heute mit Vorbildwirkung für ein tolerantes und gottgetragenes europäisches Miteinander Anlaß zur Gedenkfeier gibt.

St.Günther-Tag in Göllingen (Foto: G. F. Chmielus) St.Günther-Tag in Göllingen (Foto: G. F. Chmielus)

Um 18.00 Uhr begann in und vor der romanischen Krypta mit einem Eingangsgedenken und dem Thüringer St.-Günther-Lied das feierliche Festhochamt mit einer Prozession zur Evangelischen St. Michaels-Kirche. Ein gefülltes Gotteshaus ließ die Lieder im gemeinsamen Gemeindegesang ertönen, unterstützt vom Ökumenischen Chor unter Leitung von Kantor Steffen aus Sömmerda.

Das Hochamt feierten die Geistlichen Herren Pfarrer Bock aus Sömmerda, jetzt neuer Gemeindepfarrer der Großgemeinde St. Franziskus Sömmerda, zu der auch Kloster Göllingen seit Juli des Jahres gehört, Herr Pfarrer Preis aus Bad Frankenhausen, der direkt der Frankenhäuser Katholischen Gemeinde zugehört, Herr Pfarrer Ciopcia aus Neustadt/Orla, der zu den Pionieren der
Seelsorge am Kloster Göllingen gehört, ebenso wie Pfarrer i.R. Wieg aus Breitenworbis. Pfarrer Günter Albrecht aus Sondershausen stand dem Festgottesdienst vor. Er begrüßte die versammelte Gemeinde und die weitgereisten Gäste, die aus Nordhausen, Sömmerda, Sondershausen und Greußen, Bad Frankenhausen und insbesondere auch Mainz, dem Eichsfeld, Erfurt, Rudolstadt und Weimar angereist waren. Ebenso beglückwünschte er ganz herzlich die Namensträger Günter zum Namenstag.

Besondere Freude war die direkte Teilnahme von Frau Pfarrerin Wiegleb von der evangelischen Ortsgemeinde, der besonders auch für die Öffnung der Dorfkirche für diese Meßfeier zu danken war.

G. F. Chmielus (Foto: Karl-Heinz Herrmann) G. F. Chmielus (Foto: Karl-Heinz Herrmann)

Herr Pfarrer Bock ging in seiner St.-Günther-Predigt auf das Tagesevangelium ein. Er verglich die mit „Turmsituation“ am Kloster Göllingen, mit der Situation der Kirchen und der Christen in dieser Zeit. Die Symbole des Heiligen Gunther, die Bibel, das Schwert und die Hacke gab er den Gläubigen mit auf den Weg: Die Bibel als die Lebensquelle durch Gottes Wort, das Schwert als die Überzeugungskraft des Glaubens und die Hacke als das wichtige Geräte der täglichen Arbeit, sich die eigene Lebensüberzeugung zu schaffen und in der Welt diese im Miteinander zu tragen, zu verteidigen und zu überzeugen.

Frau Pfarrerin Wiegleb trug die Fürbitten für das christliche Volk, das friedliche Zusammenleben aller Gruppen und Völker, für die Verantwortungsträger in allen Bereichen des öffentlichen Lebens, für die versammelte Gemeinde und die Angehörigen sowie im Gedenken für die Verstorbenen in die gemeinsame Bitte der Versammelten. Chorgesang und das abschließende Gotteslob der gesamten versammelten Gemeinde schlossen das Festhochamt ab.

St.Günther-Tag in Göllingen (Foto: G. F. Chmielus) St.Günther-Tag in Göllingen (Foto: G. F. Chmielus)

Anschließend war im Saal des Gemeindehauses zum traditionellen St.-Gunther-Schmaus**) geladen, an dem fast ebenso viele Menschen teilnahmen.
Vorbereitet von den Frauen der Kirchgemeinden, betreut durch die Frauen an der Klosteranlage und unterstützt durch die Jugendlichen, die für den Servierservice bereit waren. Ein reichhaltiges Angebot von warmen und kalten Speisen aus häuslicher Küche sorgte für den Schmaus aller Gäste.

Herzlich wurde noch einmal den Geistlichen für ihre Teilnahme gedankt. In die Runde fand sich später auch noch der neue Superintendent Herr Kristóf Bálint mit Gattin ein. Aus dem kommunalen Bereich waren der Ortsbürgermeister Herr Ogrodnik anwesend, der ebenfalls die Gäste in Göllingen begrüßte, sowie Bürgermeister Kreyer aus der Kreisstadt Sondershausen.

St.Günther-Tag in Göllingen (Foto: G. F. Chmielus) St.Günther-Tag in Göllingen (Foto: G. F. Chmielus)

Die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten war durch Herrn Dr. Fleck vertreten. Grüße hatten an die Festversammlung Frau Ministerpräsidentin Lieberknecht, der Bundestagsabgeordnete Herr Selle sowie Altbischof Dr. Wanke gesandt. Ebenfalls lagen herzliche Grüße von der St.-Gunther-Initiative aus Würzburg, Rinchnach und Dobra Voda/Tschechien vor.

Von verschiedenen Seiten wurde Herrn Chmielus für seine nun schon Jahrzehnte dauernde Arbeit für den Kloster- und St.Günther-Standort gedankt: Anlaß war eine Anzahl Jubiläen, die er begehen konnte: Neben seinem 65. Geburtstag vor Tagen heute seinen Namenstag, ebenso mit seiner Familie den 10. Tag der Hochzeit sowie einen besonderen Jahrestag, das 50. Jubiläum der direkten Arbeit am Klosterturm Göllingen, die er als junger Oberschüler im Sommer 1962 begann und die er ununterbrochen durch alle Zeiten, Staatssysteme und Zuständigkeiten des Baudenkmals als Anwalt des romanischen Baudenkmals versah.

Erst spät ging der Abend zu Ende, der für viele Gespräche Raum ließ, die auch anregend geführt wurden. Dies sowohl interkonfessionell wie auch, da die zuständigen Architekten der Betreuung der Klosteranlage anwesend waren, in Hinblick auf Zukünftiges am Kloster.
Zeigte sich doch auch diesmal wieder, dass der eigentliche Ort des Anlasses keine ausreichende Räumlichkeit besitzt, derartige Veranstaltungen in ausgewiesenen Normen durchzuführen. Das hier sich die angedachten Projekte bis zum nächsten Fest der Realisierung nähern hofften alle und waren sich aber sicher, sich auch im kommenden Jahr zum Thüringer St.-Günther-Tag hier in Göllingen wieder zu sehen***).

Text und Fotos: G. F. Chmielus 2012

*) Über den Hl. Günther von Thüringen siehe einschlägige Literatur.
**)Der „St-Günther-Schmaus“ geht auf eine Tradition zurück, die der Vorsitzende des Fördervereins zum Gedenktag des Hl. Günther von Thüringen zu diesem Fest einführte.
Gedacht wird dabei an das berühmte „Pfauenwunder“ des Heiligen an der Tafel des ungarischen Königs Stefan I. als dieser dem wohl vegetarisch lebenden Einsiedler Günther einen gebratenen Pfau auftafeln ließ. Um den Gastgeber nicht zu verärgern betete St. Günther inständig, dies nicht zu einem Problem werden zu lassen. „So wuchsen dem Pfauen erneut Federn und erflog von der Tafel davon.“ Auf Kloster Göllingen bezogen soll der „Günther-Schmaus“ auch an die Begebenheit erinnern, da im Mittelalter Probst und Schutzvogt des Klosters in Fehde lagen und durch Richterspruch zu gegenseitiger Gutmachung verurteilt wurden sowie dazu, sich einmal jährlich zum gemeinsamen Speisen an einer Tafel zusammen zu finden. Ein durchaus Frieden stiftender Richterspruch.
***) Der St.-Günther-Tag wird jährlich am 9. Oktober d. J. an den Gedenkorten des Hl. Günther in Böhmen, Bayern, Mähren, Thüringen und Ungarn festlich begangen. Der Tag ist kirchlicher Feiertag im Bistum Erfurt.

Die Klostervesper in Kloster Göllingen ist jeweils um 17.00 Uhr am letzten Sonntag jeden Monats.
Autor: khh

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)